Otterbach (Michelsbach)

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Otterbach
Verlauf des Otterbachs (unten)

Verlauf des Otterbachs (unten)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 237522
Lage Deutschland
Rheinland-Pfalz
Südpfalz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Michelsbach → Rhein → Nordsee
Quelle nordöstlich von Burg Guttenberg
49° 4′ 53″ N, 7° 55′ 52″ O
Quellhöhe 283 m ü. NHN[1]
Mündung in Leimersheim in das FischmalKoordinaten: 49° 7′ 25″ N, 8° 21′ 6″ O
49° 7′ 25″ N, 8° 21′ 6″ O
Mündungshöhe 97 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 186 m
Länge 42,2 km[2]
Einzugsgebiet 119,158 km²[2]
Linke Nebenflüsse s. Abschnitt Zuflüsse
Rechte Nebenflüsse s. Abschnitt Zuflüsse
Kleinstädte Kandel, Wörth am Rhein
Gemeinden Oberotterbach, Niederotterbach, Vollmersweiler, Freckenfeld, Minfeld, Jockgrim, Neupotz, Leimersheim
Einwohner im Einzugsgebiet 120.000

Der Otterbach ist ein gut 42 km langer Bach und der rechte Quellfluss des Michelsbachs in Rheinland-Pfalz. Er fließt auf seiner gesamten Länge durch die Südpfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Otterbach entspringt im Oberen Mundatwald, der im Südosten des südpfälzischen Wasgaus, des südlichen Teils des Pfälzerwalds, liegt. Quelle ist der Rothenbrunnen auf 283 m ü. NHN[1] in einem Kerbtal nordöstlich der Burg Guttenberg (503,1 m) und südwestlich des Farrenbergs (489,3 m).

Zwischen den Ostläufern von Hohenberg (420 m) im Norden und Steinbühl (402 m) im Süden durchbricht der Otterbach den Ostrand des Mittelgebirges und tritt in die Rheinebene ein. Er durchfließt die beiden nach ihm benannten Gemeinden Oberotterbach – dort unterquert er die Deutsche Weinstraße – und Niederotterbach, anschließend Vollmersweiler und Freckenfeld, wo er den Bienwald an dessen Nordrand passiert. In Minfeld nimmt er von links den Dierbach auf, anschließend bildet er die Grenze zwischen den Gemarkungen von Kandel und Wörth. In Kandel mündet von rechts der Bruchbach. Bei seinem Lauf durch Jockgrim mäandriert der Otterbach stark. Anschließend durchfließt er Neupotz und das südöstlich von Leimersheim gelegene Fischmal, ein Altwasser des Rheins, das im Jahr 1595 bereits vorhanden war.[3] Das Stillgewässer ist bei 1,5 km Länge maximal 100 m breit und stellt ein Biotop für zahlreiche Wasservögel und Pflanzen dar.

Während durch ein Pumpwerk am Rheindamm ein Teil des Otterbachwassers aus dem Fischmal () nach rechts (Nordosten) in den Leimersheimer Altrhein und damit direkt zum Rhein geführt wird, verläuft der linke Abfluss als Michelsbach nach Nordwesten durch das Ortsgebiet von Leimersheim und nimmt dort auf 97 m Höhe[1] den von links kommenden Erlenbach auf. Der Michelsbach ist eine ehemalige Flussschlinge des Rheins und mündet nach gut 12 km auf 96 m[1] Höhe von links in den Hauptstrom.

Im Unterschied zu dem beschriebenen Mündungsverlauf stuft die Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz den Otterbach als Zufluss des nach Nordosten fließenden Leimersheimer Altrheins ein, was auch aus den Fließgewässerkennziffern (Michelsbach 23754, Otterbach 237522) hervorgeht.[2] Zu diesem Zweck wird die Otterbach-Mündung () 200 m vor das Fischmal verlegt und dieser Stausee dem Leimersheimer Altrhein zugerechnet.[2]

Zuflüsse und Abzweigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuflüsse und Abzweigungen bachabwärts mit orographischer Seite, Länge und Einzugsgebiet:

  • Graben am Heidenbrunnenhof (links), 1,0 km, 0,452 km²
  • Schulzenteichgraben (links), 0,9 km, 0,753 km²
  • Salzgraben (rechts), 2,4 km, 2,875 km²
  • Müllergraben (links), 0,1 km, 0,016 km²
  • Bruchteichgraben (links), 1,2 km, 1,496 km²
  • Sandwiesengraben (links), 0,4 km, 0,098 km²
  • Graben von der Bahn (links), 0,3 km, 0,241 km²
  • Dorfbach[4] (links), 2,1 km, 0,497 km²
  • Immensackgraben (rechts), 0,5 km, 0,128 km²
  • Vorderbach (rechts), 3,1 km, 1,583 km²
  • Mittelbach (rechts), 1,5 km, 0,252 km²
  • Bruchbach (rechts), 11,1 km, 13.945 km²
  • Unterer Dorfwiesengraben[4] (links)
  • Dierbach (links), 18,5 km, 24.686 km²
  • Mühlbach (links)
  • Oberbuschgraben (links)
  • Neugraben (rechts), 11,2 km, 8,883 km²
  • Bruchgraben (rechts)
  • Kleiner Dörninggraben (links)
  • Dörninggraben (links), 10,0 km, 11.194 km²
  • Wattbach (links), 1,0 km
  • Wanzenheimer Wiesengraben (links)
  • Rheingraben (rechts)
  • Kapplachgraben (links)

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Rheinebene erstreckt sich südlich des mittleren Otterbachs zum Bienwald hin das Naturschutzgebiet Nr. 7334-103 Bruchbach-Otterbachniederung (1543,2 ha). Es ist von zahlreichen alten Bewässerungsgräben durchzogen und stellt deswegen ein wertvolles Feuchtbiotop dar.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bachname leitet sich – wie zahlreiche entsprechende Zusammensetzungen im deutschsprachigen Raum – von der Marderart Fischotter her, die in Mitteleuropa teilweise noch heute vorkommt.

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Wasser des Otterbachs wurden früher eine Reihe von Mühlen betrieben. Als Wohnplatznamen blieben beispielsweise Brendelsmühle, Heldenmühle, Höllenmühle und Schaidter Mühle bis heute erhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Germersheim. NSG-Album „Bruchbach-Otterbachniederung I; Lebensraum Fließgewässer“. Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, März 2012, abgerufen am 29. März 2015 (PDF; 2,2 MB).
  • Germersheim. NSG-Album „Bruchbach-Otterbachniederung II; Lebensraum Grünland“. Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, März 2012, abgerufen am 29. März 2015 (PDF; 2,6 MB).
  • Germersheim. NSG-Album „Bruchbach-Otterbachniederung III; Lebensraum Stillgewässer“. Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, März 2012, abgerufen am 29. März 2015 (PDF; 1,9 MB).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. a b c d GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  3. Heinz Musall: Die Entwicklung der Kulturlandschaft der Rheinniederung zwischen Karlsruhe und Speyer vom Ende des 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. (=Heidelberger geographische Arbeiten, Heft 22) Geographisches Institut der Universität Heidelberg, Heidelberg 1969, S. 53.
  4. a b Abzweigung
  5. Bruchbach-Otterbachniederung. Südpfalz-Tourismus Landkreis Germersheim, abgerufen am 29. März 2015.