Otto Andres

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Otto Andres (* 28. Dezember 1902 in Tiegenhagen, Kreis Marienburg (Westpreußen); † 31. Januar 1975 in Bad Dürkheim) war ein deutscher Politiker (NSDAP).

Der Ingenieur schloss sich 1930 der NSDAP an und war als Kreisleiter von Großes Werder für die Partei tätig. Bei der Volkstagswahl in Danzig 1930 wurde er in den Volkstag gewählt. Nach der „Machtergreifung“ wurde er 1933 (zunächst kommissarisch) zum Landrat des Kreises Großes Werder ernannt. 1939 übernahm Andres als Kreisleiter den Kreis Dirschau der NSDAP. Von Januar 1940 bis März 1941 amtierte er als stellvertretender Gauleiter von Danzig-Westpreußen. Nachdem Andres, den der ehemalige Regierungspräsident Fritz Hermann als „üblen Burschen“ charakterisierte,[1] sich mit dem Gauleiter Albert Forster überworfen hatte, meldete Andres sich zur Wehrmacht, mit der er am Zweiten Weltkrieg teilnahm.

Andres trat am 7. Juli 1940 als Abgeordneter in den nationalsozialistischen Reichstag ein, dem er bis zum Erlöschen seines Mandates am 26. Juli 1943 als Vertreter von Danzig-Westpreußen angehörte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Andres von den Briten an Polen ausgeliefert. In Polen wurde er wegen seiner Beteiligung an Geiselerschießungen und an der Ermordung von 16 Priestern zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1956 wurde er aufgrund einer Amnestie vorzeitig entlassen und konnte in die Bundesrepublik ausreisen. Mehrere in der Bundesrepublik gegen ihn eingeleitete Ermittlungsverfahren wurden eingestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Lilla, Martin Döring, Andreas Schulz: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933–1945. Ein biographisches Handbuch. Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-5254-4 S. 10–11.
  • Imanuel Baumann: Der Mennonit und Nationalsozialist Otto Andres (1902-1975). Wie die Identifikation mit dem Nationalsozialismus mancher Mennoniten zum Problem für die gesamte Glaubensgemeinschaft wurde. In: Mennonitische Geschichtsblätter. 75. Jahrgang, 2018, ISSN 0342-1171, S. 87–99.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Schenk: Hitlers Mann in Danzig, 2000, S. 191.