Otto Arpke

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Plakat von Otto Arpke zur IPA - Internationale Pelzfach-Ausstellung, Internationale Jagd-Ausstellung, Leipzig 1930

Otto Arpke (* 16. Oktober 1886 in Braunschweig; † 4. Dezember 1943 in Berlin) war ein deutscher Maler, Illustrator und Gebrauchsgraphiker der Zwischenkriegszeit; zeitweise unterrichtete er an der Kunst- und Gewerbeschule in Mainz. Bekanntheit erlangte er unter anderem durch die Gestaltung von Filmplakaten für den Film Das Cabinet des Dr. Caligari, von Postern für den Norddeutschen Lloyd, sowie des Wandschmuckes der Zeppeline Hindenburg und Graf Zeppelin II und das Prospekt für die Olympiade in Berlin 1936. Zudem gestaltete er Titelblätter für die Zeitschrift die neue linie.

Leben[Bearbeiten]

Jugend, Ausbildung und Kriegsteilnahme[Bearbeiten]

Otto Arpke wurde als Sohn des Knopfmachers und Perlmuttdrechslers Otto Wilhelm Arpke in Braunschweig geboren. Mit seinen fünf Geschwistern wuchs er in Hannover auf und besuchte dort acht Jahre die Bürgerschule. Er bezeichnete sein Elternhaus als handwerklichen Mittelstand, es herrschten eingeschränkte, aber solide Verhältnisse. Ebenfalls in Hannover verbrachte er eine fünfjährige Lehrzeit als Lithograph und besuchte zeitgleich die Kunstgewerbeschule. Aus dieser Zeit stammen einige Federzeichnungen, die der 14- bis 15-jährige Arpke anhand von Naturstudien anfertigen konnte.

Er zog 1905 nach Düsseldorf, um dort Unterricht von August Schlüter zu erhalten, zwei Jahre darauf zog er nach Brüssel und arbeitete dort als Dekorateur. Nebenbei befasste er sich mit der freien Malerei und wurde von vielen belgischen Künstlern inspiriert. Mit 22 Jahren, 1908, leistete er seine aktive Dienstzeit beim preußischen Infanterieregiment 99 in Zabern. Dort malte er ein Schlachtenbild für das Casino. Von 1911 bis 1912 arbeitete er als Maler und Grafiker bei der Firma Leunis & Chapmann in Hannover.

Arpke ging 1912 nach Berlin. Dort traf er Emil Orlik und ließ sich von dessen japanischer Kunst beeinflussen. Er arbeitete selbstständig als Maler und Grafiker bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als Leutnant der Infanterie beteiligte er sich an den Feldzügen in Frankreich und Russland. Nach dem Krieg bezeichnete sich Arpke offen als Kriegsgegner. Aus seiner Kriegszeit sind einige Arbeiten und Skizzen erhalten geblieben, viele Bilder entstanden unter dem Einfluss von Paul Scheurich.

Tätigkeit in Berlin[Bearbeiten]

Bald nach dem Ersten Weltkrieg ging Arpke zurück nach Berlin und sicherte sich seine Existenz in der Werbebranche. 1919 gründete er zusammen mit Erich Ludwig Stahl die Werbefirma Stahl-Arpke. 6 Jahre später besaß er ein eigenes Atelier mit bis zu zehn Angestellten.

In diesem Jahrzehnt verschrieb sich Otto Arpke immer mehr der Gebrauchsgrafik und übernahm zahlreiche Aufträge aus der Wirtschaft. Er entwarf die Schriftart Arpke Antiqua, welche als Taiko digitalisiert wurde.[1] Unter anderem gestaltete er ein Plakat für den Film Das Cabinet des Dr. Caligari, welches 1920 berühmt geworden ist, sowie weitere Plakate für Messen und Ausstellungen wie zum Beispiel die "IPA Internationale Pelzfach-Ausstellung" 1930 in Leipzig. Arpkes Werke sind weitgehend von der Neuen Sachlichkeit und dem Art déco geprägt. Seinen Stil setzte er mit seiner bevorzugten Spritztechnik in Tempera mit Hilfe von Schablonen um.

Außerdem engagierte Otto Arpke sich zunehmend in der Lehre, führte aber trotzdem seine Berliner Firma weiter. 1928 erhielt er eine Professur an der Kunst- und Gewerbeschule in Mainz, wo er die Grafikerklasse leitete. 1930 lehrte er in Berlin in den Studienateliers für freie und angewandte Kunst Lewin Funcke und hatte seit 1932 eine Stelle in der privaten Kunstschule Contempora in den Fächern Mode und Gebrauchsgrafik inne, unter der Leitung von Fritz August Breuhaus. 1933 verließ Arpke Mainz endgültig und kehrte nach Berlin zurück. Dort lehrte er bis zu seinem Tod an der Höheren Grafischen Fachschule Berlin als Leiter der Fachabteilung Gebrauchsgrafik.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

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Werk[Bearbeiten]

Freie Arbeiten[Bearbeiten]

  • Zeichnungen
  • Malereien
  • Verschiedenes

Auftragsarbeiten[Bearbeiten]

Ex Libris, Buch und Schrift
Film und Theater
Handel und Industrie
  • Umschläge für Weinkarten
  • Firmenzeichen für Spirituosen
Mode und Kosmetik
Reklamebälle Berlin
  • Plakat und Einladung zum Kostümfest "Im Reiche der Reklame" Berlin 1928
Staats- und Großaufträge
Verkehr

Literatur[Bearbeiten]

  • Hohenstein, Siglinde. Otto Arpke (1886-1943): Werk und Wirkung: Ausstellung, 15. Mai bis 31. Dezember 1981, Gutenberg-Museum Mainz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto Arpke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. MyFonts: Taiko, abgerufen am 8. Juni 2012