Otto Binder

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Otto Oscar Binder (* 26. August 1911 in Bessemer, Michigan; † 14. Oktober 1974 in Chestertown, New York) (Pseudonym Eando Binder gemeinsam mit seinem Bruder Earl) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Bekannt wurde Binder als Schöpfer der Comic-Heldin Supergirl.

Binders Werk umfasst überwiegend Romane, Kurzgeschichten und Comichefte, die im Science-Fiction-Genre angesiedelt sind.

Leben[Bearbeiten]

Otto Binder wurde 1911 in Bessemer als jüngstes von sechs Kindern österreichischer Einwanderer geboren. Der Vater war bereits 1906 aus Österreich in die USA gekommen, konnte seine Familie aber erst ein Jahr vor Ottos Geburt nachkommen lassen.

1922 übersiedelte die Familie nach Chicago, wo Otto und sein Bruder Earl mit der sich zu dieser Zeit zu einem eigenständigen Genre entwickelnden Science-Fiction-Literatur und dem Medium der so genannten Pulp-Magazine in Berührung kamen.[1] 1930 legten die Brüder mit der Geschichte „The First Martian“ ihre erste selbstverfasste Erzählung vor, die sie 1932 unter dem Pseudonym Eando Binder (E und O Binder) in dem Science-Fiction-Magazin Amazing Stories veröffentlichen konnten.

Beide Brüder entwickelten sich in der Folgezeit zu außerordentlich produktiven Autoren, die alleine oder als Team zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlichten. Otto Binder tat sich zudem insbesondere als Autor von Comic-Heften hervor.

In den 1960er Jahren entwickelte Binder nach dem Unfalltod seiner Tochter Alkoholprobleme, an denen er 1974 starb.

Arbeiten als Schriftsteller[Bearbeiten]

Binders Werk als Schriftsteller umfasst neben Science-Fiction-Romanen und -Kurzgeschichten auch eine Biografie über Ted Owens sowie zahlreiche Sachbücher und -Artikel über Themen wie "Ufos" und Außerirdische.

Die meisten seiner Romane wurden ursprünglich als Fortsetzungsgeschichten in Sci-Fi-Magazinen veröffentlicht und erst Jahre später als Bücher aufgelegt:

So war der 1965 veröffentlichte Roman Enslaved Brains bereits 1934 in dem Magazin Wonder Stories abgedruckt - und 1951 in Fantastic Story Quarterly neu aufgelegt - worden. Der Roman Lords of Creation, der 1949 als Buch erschien war 1939 in dem Pulp.Magazin Argosy erschienen, während Adam Link - Robot, der 1965 als Buch erschien erstmals von 1939 bis 1942 in dem Magazin Amazing Stories aufgelegt worden war. Der Band Anton York, Immortal war bereits von 1937 bis 1940 als Serie in dem Magazin Thrilling Wonder Stories zum Abdruck gekommen.

Die späteren Romane The Avengers Battle the Earth-Wrecker (1967) und What We Really Know About Flying Saucers (1967) wurden schließlich ohne Vorabdruck in anderen Medien direkt als Bücher aufgelegt.

Unter dem Pseudonym Gordon A. Giles schrieb Otto Binder 1937 bis 1942 eine Serie für das Magazin Thrilling Wonder Stories, in der eine Expedition von der Erde das gesamte Sonnensystem erforscht und auf verschiedenen Planeten Pyramidenbauten der Marsbewohner vorfindet. Die Serie wurde 1971 unter dem Titel Puzzle of the Space Pyramids und unter dem Verfassernamen Eando Binder neu aufgelegt.

Am bekanntesten von all diesen Werken sind sicherlich Binders „Adam-Link“-Geschichten, darunter eine namens "I, Robot" - die nicht mit dem Film I, Robot aus dem Jahr 2003 zu verwechseln ist, der nach einer anderen, gleichnamigen Kurzgeschichte von Isaac Asimov benannt wurde. Isaac Asimov erklärte jedoch, dass er durch die Roboterdarstellung Binders beeinflusst worden war. So war Binder der Erste gewesen, der Roboter mit menschlichen Zügen darstellte und die Figur des Adam Link als Ich-Erzähler auftreten ließ.

Arbeiten als Comicautor[Bearbeiten]

Als Comicautor war Binder zunächst von 1941 bis 1953 für den Verlag Fawcett Comics tätig, für den er an Serien wie Captain Marvel und Bulletman arbeitete. Bekannte, noch heute vielfach verwendete Charaktere, die er während seiner Arbeit an diesen Serien schuf, sind unter anderem der in der ägyptischen Mystik verwurzelte Erzfeind von Captain Marvel „Black Adam“ und Captain Marvels kleine Schwester „Mary Marvel“.

Nachdem Fawcett 1953 den Betrieb einstellte, arbeitete Binder für Verlage wie Marvel Comics, DC Comics, Gold Key und Quality Comics.

Für DC schuf Binder zahlreiche einflussreiche Figuren wie „Supergirl“, die „Legion der Superhelden“ und das verzerrte Superman-Duplikat „Bizarro“. Die drei genannten erwiesen sich als derart populär, dass sie in den Mittelpunkt eigener, eponymer, Serien gestellt wurden.

Ehrungen[Bearbeiten]

Für seine Arbeit als Autor wurde Binder mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2004 wurde er außerdem in die „Comic Book Hall of Fame“ aufgenommen.

Werke[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Enslaved Brains, 1965.
  • Lords of Creation, 1949. (auf Deutsch als Die neue Steinzeit, 1971)
  • Adam Link — Robot, 1965.
  • Anton York, Immortal, 1965.
  • The Avengers Battle the Earth-Wrecker, 1967.
  • What We Really Know About Flying Saucers, 1967.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bill Schelly: Words of Wonder. The Life and Times of Otto Binder, Hamster Press, Seattle 2003. (Biografie)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Otto Binder in der Internet Speculative Fiction Database (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. E. Nelson Bridwell: In Memoriam: Otto Oscar Binder, in: The Amazing World of DC Comics. No. 3, S. 30, November 1974.