Otto Bollhagen

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Otto Bollhagen sen. (* 16. September 1861 in Wesenberg (Mecklenburg); † 5. September 1924 in Bremen; vollständiger Name: Friedrich Ferdinand Otto Bollhagen) war ein ausgebildeter Dekorations- und Stubenmaler. Bekannt wurde er als Maler von Industrielandschaften.

O. Bollhagen, Ehrenurkunde für die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung Bremen 1890, Farbdruck.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Bollhagen wurde als zweiter Sohn von insgesamt 15 Kindern eines Schneidermeisters aus Mecklenburg-Strelitz geboren. Seine Kindheit verbrachte Bollhagen relativ abgeschlossen. Da das Geld der Familie für eine Ausbildung am Neustrelitzer Gymnasium nicht reichte, wurde er auf die Wesenberger Volks- und Bürgerschule geschickt. Hier zeigt sich schon früh sein zeichnerisches Talent. 1875 kam er nach Berlin, wo er, bei einer Tante wohnend, eine Stuben- und Dekorationsmalerlehre absolvierte. Auch hier fielen seine künstlerische Fähigkeiten bald auf, die sich u.a. in der Auszeichnung als bester Lehrling manifestierten. Da ein Studium an der Kunstakademie aus finanziellen Gründen nicht möglich war, besuchte Bollhagen nebenher Kurse der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin.

Nach Abschluss der Lehre nahm er zwischen 1879 und 1883 verschiedene Gelegenheitsarbeiten an, wie den Entwurf von Teppich- und Tapetenmustern. 1883 ging er nach Hamburg, kehrte jedoch bald darauf nach Berlin zurück und diente von 1883 bis 1885 als Soldat in Ratzeburg. Es folgten weitere Aufenthalte in Berlin und Hamburg, bis er 1886 schließlich nach Bremen zog. Hier arbeitete er zunächst im Malerbetrieb J. Neumark für den er die dekorative Ausgestaltung von Schiffen des Norddeutschen Lloyd übernahm – in dieser Zeit machte u.a. er Bekanntschaft mit dem prominenten Architekten Johann Georg Poppe. 1892 gründete er sein eigenes Atelier und arbeitet mit zeitweise 50–70 Angestellten als Dekorationsmaler für zahlreiche öffentliche Gebäude in Bremen, wie dem Städtischen Museum, dem Landgericht und dem Neuen Rathaus. Nebenher erstellte er immer wieder auch Karikaturen, Postkarten, Plakate und andere Gebrauchsgrafiken.

Ab 1904 leitete der Maler Fritz Jacobsen das Atelier in der Parkallee und wurde 1911 Teilhaber, machte sich aber 1921 selbstständig.

In der Zeit um den Ersten Weltkrieg, die mit einem deutlichen Auftragsrückgang einherging, widmete Bollhagen sich zusehends der Industriemalerei und schuf für Firmen wie Krupp, Bayer, die AG Weser aber auch für das Preußische Eisenbahnmuseum in Berlin und die Weltausstellung in Brüssel 1910 Gemälde und Illustrationen. Nach dem Krieg führte er seinen Betrieb in geringeren Umfang weiter. Ab 1924 leitete sein Sohn Otto Bollhagen jun. das Geschäft, das bis heute Bestand hat und inzwischen von einem Urenkel Otto Bollhagens geführt wird.

Ein Teil des künstlerischen Nachlasses von Otto Bollhagen wird im Bremer Focke-Museum aufbewahrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Bollhagen, Bremen, zum Gedenken, Köln: Beyer & Schmeisser, 1925
  • Lars U. Scholl: Der Industriemaler Otto Bollhagen : 1861–1924, Herford: Koehler, 1992
  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]