Otto Bonhoff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Otto Bonhoff (* 21. Februar 1931 in Leipzig; † 7. Januar 2001) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonhoff wurde als Sohn eines Theologen geboren. Nach dem Kriegsende arbeitete er zunächst in einer Laienspielgruppe der Antifaschistischen Jugend mit. Durch ein Stipendium der FDJ gelangte Bonhoff an die Leipziger Musikhochschule und konnte dort Schauspiel studieren. Es erfolgte ein erstes Engagement am ehemaligen Kreistheater Borna, das für Bonhoff die Erkenntnis brachte, dass die Bühne nicht seine Zukunft sein konnte.

Er nahm eine journalistische Ausbildung auf und wurde Volontär bei den Thüringer Neuesten Nachrichten. Darüber hinaus übernahm er weitere Reportageaufgaben für andere Redaktionen. Vom Tagesjournalismus ging Bonhoff zu literarischen und dramaturgischen Arbeiten über. „Es lockte mich, über den authentischen Fall, den konkreten Menschen und seine Situation hinauszudenken, tatsächliche Vorgänge in Spielhandlungen zu verpacken.“[1]

Auf dem Gebiet der Spannungsliteratur mit authentischem Hintergrund fand er schließlich sein maßgebliches Wirkungsfeld. Bonhoff wurde freischaffend und schrieb ab 1961 Erzählungen, Romane, Hörspiele und Fernsehfilme. Besondere Popularität erlangen Bücher bzw. Filme, die er mit dem inhaltlich gleichgesinnten Autor Herbert Schauer geschrieben hat.

Otto Bonhoff war mit der Regisseurin Ursula Bonhoff geb. Obuch verheiratet. Er verstarb nach langer schwerer Krankheit, kurz vor seinem 70. Geburtstag, am 7. Januar 2001.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schatten über Notre Dame (mit Herbert Schauer), Militärverlag der DDR, Berlin, 1967
  • Rächer, Retter und Rapiere (mit Herbert Schauer), Militärverlag der DDR, Berlin, 1969
  • Attentat in Colorado – Erzählungen nach Tatsachen, Militärverlag der DDR, Berlin, 1971
  • Über ganz Spanien wolkenloser Himmel (mit Herbert Schauer), Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1971
  • Die Mannequins des Herrn Cordage, Militärverlag der DDR, Berlin, 1972
  • Schritte im Sturm (Herausgeber), Reihe „Ereignisse-Tatsachen-Zusammenhänge“, Militärverlag der DDR, Berlin, 1974
  • Besuch aus dem Nebel (utopischer Roman), Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1974, Buchfassung des gleichnamigen, 1973 uraufgeführten Schauspiels
  • Nachtredaktion – Roman frei nach Tatsachen, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1975
  • Das unsichtbare Visier (mit Herbert Schauer), vierteilige Romanfolge („Kennwort Vergissmeinnicht“, „Das Geheimnis der Masken“, „Depot im Skagerrak“, „Sieben Augen hat der Pfau“), Militärverlag der DDR, Berlin, 1975–1980
  • Strandfeuer bei Nacht, Militärverlag der DDR, Berlin, 1978
  • Wie schleichendes Gift, Militärverlag der DDR, Berlin, 1978
  • Die tötende Welle, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1979
  • Patentraub auf der Valentine, Verlag Neues Leben, Berlin, 1982
  • Im Netz des Verbrechens, Verlag Neues Leben, Berlin, 1983
  • Das Spiel mit dem Drachen, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1984
  • Ernst Thälmann – Filmszenarium (mit E. Selbmann und G. Schiemann), Berlin, 1986
  • Auf eigene Gefahr, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1989
  • Die letzte Begegnung, Militärverlag der DDR, Berlin, 1989
  • Schloss ohne Schlüssel, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig, 1990
  • Ein Scheiterhaufen für die Hexe, Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin, 1990

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: Der geraubte Rembrandt
  • 1971: In matter of Herr Liebknecht
  • 1971: Die englische Mappe
  • 1971: Der Bumerang
  • 1972: Argo 71
  • 1974: Besuch aus dem Nebel

Arbeiten für das Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966: Schatten über Notre Dame
  • 1971: Über ganz Spanien wolkenloser Himmel
  • Das unsichtbare Visier
    • 1973: Der Römische Weg
    • 1973: Das Nest im Urwald
    • 1973: Das Wasserschloß
    • 1975: Ein merkwürdiger Anschlag
    • 1975: Das Geheimnis der Maske
    • 1975: Rätsel des Fjords
    • 1975: Depot im Skagerrak
    • 1976: Mörder machen keine Pause
    • 1976: Sieben Augen hat der Pfau
  • 1979: Polizeiruf 110: Tödliche Illusion (TV-Reihe)
  • 1981: Der kleine Doktor Virchow
  • 1981: Polizeiruf 110: Der Schweigsame (TV-Reihe)
  • 1982: Rächer, Retter und Rapiere
  • 1983: Antrag auf Adoption
  • 1987: Die letzte Begegnung
  • 1990: Polizeiruf 110: Zahltag (TV-Reihe)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt Ursula und Otto Bonhoff. In: FF dabei, 22/1987, Seite 47