Otto Budde

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Verleihungsurkunde eines Ordens für Otto Budde mit Unterschrift des Kaisers

Otto Carl Ernst Budde (* 15. Juni 1848[1] in Bensberg; † 14. Dezember 1909 in Essen) war ein deutscher Maschinenbau-Ingenieur und Industriemanager. Zusammen mit seinem Bruder Karl Budde beschenkte er das Folkwang-Museum mit einer Sammlung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Budde studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich Maschinenbau und absolvierte danach ein Volontariat.[2] Ab 1873 arbeitete er bei Krupp. 1885 brachte die Firma Krupp eine von Otto Budde verfasste Schrift Über das Durchschlagen von Panzerplatten heraus.[3] Budde gehörte schließlich dem Direktorium von Krupp an und leitete, nachdem er ab 1888 Assistent des Ressortchefs gewesen war, die Belange des Kanonenressorts I und einen Teil des Kanonenressorts II,[4] 1908 schied er aus dem Vorstand aus.[5][6]

Von 1876 bis 1878 war Budde auch Vorsitzender der Geschäftsführung des „Vereins zur Überwachung der Dampfkessel in den Kreisen Elberfeld und Barmen“, dem Vorläufer des heutigen TÜV Rheinland. Er hatte das Amt von Gustav Schlieper jun. übernommen, der den Verein 1872 gegründet hatte.[7]

1907 erhielt die Bibliothek des Folkwang-Museums eine umfangreiche Stiftung der Brüder Otto und Karl Budde. Dazu gehörte auch die heute separat aufgestellte Ludwig-Richter-Bibliothek, die etwa 750 Bände umfasst.[8] Ein weiterer Bruder Otto Buddes war Hermann von Budde.

Budde wurde für sein Wirken mehrfach ausgezeichnet. So wurde ihm 1906 der Kronenorden II. Klasse und im Jahr darauf der Rote Adlerorden III. Klasse mit Schleife verliehen. Er führte außerdem den Friedrichs-Orden, den bulgarischen St. Alexander-Orden II. Klasse, den niederländischen Orden von Oranien-Nassau III. Klasse, den schwedischen Wasaorden II. Klasse und andere.[9]

Grabmal auf dem Ostfriedhof Essen, die metallene Gedenktafel unterhalb des Bildnisses ist einst entwendet worden

Seine Beisetzung fand auf dem Friedhof am Kettwiger Tor statt. Das Grab wurde nach dessen Schließung 1955 auf den Essener Ostfriedhof umgebettet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. Von den Unternehmensanfängen bis zur Auflösung der Fried. Krupp AG (1811–1943). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06486-9.
  • Nachruf. in: Stahl und Eisen. 30. Jahrgang 1910, Nr. 2, S. 57 mit Foto.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abweichend von anderen Quellen wie etwa dem Folkwang-Museum gibt die DNB als Geburtsjahr 1850 an.
  2. Lars Ulrich Scholl: Ingenieure in der Frühindustrialisierung: staatl. u. private Techniker im Königreich Hannover u. an d. Ruhr (1815–1873) (= Studien zu Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft im neunzehnten Jahrhundert. Band 10). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1978, ISBN 3-525-42209-1, S. 330 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Friedrich Kick: Neuere Bestätigungen des Gesetzes der proportionalen Widerstände. In: Polytechnisches Journal. 272, 1889, S. 500-509.
  4. Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. S. 85 fn 348; S. 97
  5. Uwe Kessler: Zur Geschichte des Managements bei Krupp. S. 119
  6. Die Turbine. 4, 1908, S. 247.
  7. Heinz Welz: Mit Sicherheit Richtung Zukunft. Die TÜV Rheinland Geschichte. Verlag TÜV Rheinland, 1996, Seite 41 ff., Seite 141.
  8. Berndt Dugall, Severin Corsten, Sabine Wefers, Bernhard Fabian, Karen Kloth, Eve Picard: Handbuch Der Historischen Buchbestände, Band 25 (= Schüller [Hrsg.]: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland). Georg Olms Verlag, Hildesheim 2000, ISBN 3-487-41672-7, S. 328 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Liste der Orden, die Budde verliehen wurden