Otto Deneke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Otto Deneke (* 20. Februar 1875 in Adelebsen; † 10. Juli 1956 in Göttingen) war ein deutscher Rechtsanwalt, Kommunalpolitiker, Kulturhistoriker und Bibliophiler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Deneke studierte ab 1893 Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen.[1] Mit einer Doktorarbeit zum Erneuerungsschein wurde er dort zum Dr. iur. promoviert.[2] Nach Ablegung beider Staatsexamen in Göttingen 1901 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen, war er bis 1940 als Rechtsanwalt und Syndikus tätig. Danach wirkte er nur noch als Privatgelehrter. Seine frühen Neigungen zur Bibliophilie dokumentierte er bereits 1909 durch die Veröffentlichung eines Versteigerungskatalogs seiner Privatbibliothek.[3] Er engagierte sich in Göttingens Kommunalpolitik und war von 1909 bis 1912 Bürgervorsteher der Stadt. In der Novemberrevolution 1918 wurde er als Vertreter der Soldaten in den Arbeiter- und Soldatenrat der Stadt Göttingen gewählt. Von 1918 bis 1933 war er überwiegend als privater Repetitor für Göttinger Studierende der Rechtswissenschaften tätig.

Bekannt wurde Deneke durch seine vielfältige publizistische Tätigkeit in den Bereichen Literaturgeschichte, der Göttinger Lokalgeschichte und der Universitäts- und Studentengeschichte. Er veröffentlichte die Göttinger Nebenstunden, von denen zwischen 1922 und 1950 insgesamt 20 Hefte im Selbstverlag erschienen und war sowohl in der Göttinger Zeitung wie im Göttinger Tageblatt und deren Beilagen durchgängig ein regelmäßiger Beiträger von feuilletonistischen Artikeln seiner Interessengebiete. Deneke gehört zu den Begründern der Lichtenberg-Forschung.[4] Er war Gründer der Graetzel-Gesellschaft in Göttingen, deren Nachrichten er im Rahmen seiner Göttinger Nebenstunden als Nachrichten von der Graetzel-Gesellschaft zu Göttingen herausgab, und der Goethe-Gesellschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ seine Schaffenskraft gesundheitsbedingt stark nach. Seine Stammbuchsammlung überließ er dem Städtischen Museum Göttingen. Sein schriftstellerischer Nachlass befindet sich in den Spezialsammlungen der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen[5] und ist seit 2001 frei zugänglich.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Göttinger Gedenktafel zum 20. Todestag 1976 am Haus Weender Straße 87 in Göttingen auf Vorschlag des Geschichtsvereins für Göttingen und Umgebung.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Eichhorn der Vandale. Göttingen 1931.
  • Alte Göttinger Landsmannschaften – Urkunden zu ihrer frühesten Geschichte (1737–1813). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1937.
  • Göttinger Studenten-Orden, Göttingen 1938.
  • Lichtenbergs Leben, Band 1, München 1944 (einziger erschienener Band).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Nissen, Christina Prauss, Siegfried Schütz: Göttinger Gedenktafeln. Ein biografischer Wegweiser. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, ISBN 3-525-39161-7, S. 56.
  • Christoph König, Birgit Wägenbaur: Internationales Germanistenlexikon 1800–1950, Bd. 3, Walter de Gruyter, 2003, ISBN 3-11-015485-4, S. 375–376 (Voranschau bei Google Buch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Immatrikulation in Göttingen am 14. April 1893
  2. Dissertation: Der Erneuerungsschein (Talon). G. Fischer, 1901.
  3. Katalog der Bibliothek Dr. Otto Deneke in Göttingen, Baer, Frankfurt am Main 1909
  4. Korrespondenz Karl Wolfskehl mit Deneke bei Lichtenberg-Gesellschaft.de (Aufgerufen am 3. Mai 2012; PDF; 10 kB)
  5. Nachlass Otto Deneke in der SUB Göttingen (Bestandsübersicht 80 Seiten als pdf; 247 kB)