Otto Goldmann (Jurist)

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Otto Goldmann (* 10. Februar 1884 in Stuttgart; † 14. Januar 1947 im Speziallager Nr. 1 Mühlberg) war ein deutscher Jurist und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn von Karl Emil Goldmann, ein Nachkomme von Johannes Kepler, geboren, studierte Goldmann Rechtswissenschaften in Leipzig und Tübingen. Während seines Studiums wurde er 1902 Mitglied der Burschenschaft Dresdensia Leipzig. Im Wintersemester 1905/06 machte er sein Referendarexamen und war dann Referendar in Leipzig. 1909 wurde er in Leipzig zum Dr. iur. promoviert. Nach seinem Assessorexamen wurde er 1911 Gerichtsassessor in Leipzig Connewitz.

1914 nahm er als Kriegsfreiwilliger am Ersten Weltkrieg teil. 1914 wurde er Leutnant der Reserve im XIX. Armeekorps, 23. Division Infanterie-Regiment Nr. 179, 9. Kompanie. Am 24. August 1914 wurde er in Hayes schwer am linken Bein verwundet und kam in ein Leipziger Lazarett. Noch 1914 wurde er zum Hauptmann befördert und kam nach Dienst im Ersatzbataillon Ende 1914 wieder in den Kriegseinsatz nach Frankreich bei Lille. 1915 wurde er beim Sturm auf Neuve Chapelle erneut verwundet. 1915 bekam er eine Schrapnellkugel in die linke Schulter. Im Januar 1916 wurde er Staatsanwalt in Leipzig, blieb aber im Kampfeinsatz. Ab Mitte Juni war er schließlich in seiner Heimat in Ersatzbataillonen eingesetzt. 1918 wurde er Militärhilfsrichter im Döbelner Kriegsgericht, 1922/23 Landgerichtsrat in Leipzig.

Nachdem er der DDP und der DVP angehört hatte, wurde er kein Mitglied der NSDAP. Er gehörte dem Reichsluftschutzbund an, dem Reichsbund der Deutschen Beamten, dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland und dem NS-Reichskriegerbund Kyffhäuser an. Am Zweiten Weltkrieg nahm er teil. 1945 kam er ins Speziallager Nr. 1 Mühlberg, wo er an Erschöpfung und Lungenentzündung starb.

Goldmann hatte mehrere Töchter.

Gedenkstätte des Stalag IVB/Speziallager Nr. 1 Mühlberg/Elbe

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Unterbrechung der Verjährung der Strafverfolgung. Dissertation Universität Leipzig 1909.
  • Der Überdetektiv und andere Novellen. Leipzig 1918.[1]
  • Hans Vollands Tat. Dresden Leipzig 1919.
  • Die rote Maske. Eine seltsame Geschichte. Berlin 1921.
  • Der Herr des Äthers. Eine seltsame Geschichte. Stuttgart 1921.
  • Das Gespenst. Leipzig 1921. (Online)
  • Warum denn weinen...? Eine vergnügte Geschichte. Leipzig 1922.
  • Siebzehn und vier. Kriminalroman. 1922.
  • Der Henker. Leipzig 1922.
  • Nacktheit, Sitte und Gesetz. Eine Abwehr- und Kampfschrift für die Körperkulturbewegung und das Freiluft-Leben. Dresden 1924.
  • Staatsanwalt und Circe. Leipzig 1925.
  • Die Erotik in der Photographie. 1931.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 255.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.abendblatt.de/region/niedersachsen/article108104776/Deutschlands-erstes-Krimimuseum-zeigt-5000-Werke.html