Otto Gröger

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Otto Gröger, 1914

Otto Gröger (* 4. August 1876 in Reichenau an der Rax, Niederösterreich; † 19. August 1953 in Gmunden, Oberösterreich, Schweizerbürger seit 1913) war Schweizer Dialektologe, Titularprofessor an der Universität Zürich sowie Redaktor (später faktischer Chefredaktor) am Schweizerischen Idiotikon.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Gröger wurde in Niederösterreich als Sohn eines Bankdirektors geboren und absolvierte die Volksschule und das Gymnasium in Wien. Nach Abschluss des zweijährigen Militärdienstes immatrikulierte er sich 1897 an der Universität Zürich und studierte Germanistische Linguistik, Angelsächsische Sprache und Literatur sowie Psychologie. Nach längerem Unterbruch, bedingt durch die Verwaltung eines grösseren Besitzes nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, promovierte er 1909 bei Albert Bachmann mit einer Arbeit über die althochdeutsche und altsächsische Kompositionsfuge.

Von Bachmann empfohlen, trat Gröger 1911 in die Redaktion des Schweizerischen Idiotikons ein und wirkte dort bis 1951. Ab 1913 fungierte er als «Bureauchef». Da sich Bestrebungen Albert Bachmanns sowie des Leitenden Ausschusses zerschlagen hatten, Wilhelm Wiget, Manfred Szadrowsky oder Walter Henzen an das Idiotikon zu berufen, wirkte Gröger nach Bachmanns Tod 1934 bis Ende 1950 als faktischer, jedoch nie hierzu ernannter Chefredaktor. Dem Wörterbuch blieb er auch nach seiner Pensionierung verbunden und las bis kurz vor seinem Tode Korrekturen. Nachfolger im Amt des Chefredaktors wurde 1951 Hans Wanner, im Amt des Redaktors Kurt Meyer.

Neben der Tätigkeit am Wörterbuch lehrte er an der Universität Zürich ab 1921 als Privatdozent und ab 1927 als Titularprofessor. Gröger war überdies Mitbegründer und von 1913 bis 1936 technischer Leiter des von Bachmann gegründeten Phonogrammarchivs der Universität Zürich.

Grögers Gattin Elsa Wolfsgruber war Tochter des Bürgermeisters von Gmunden, Oberösterreich, wo das Ehepaar alljährlich seine Sommerferien verbrachte und Gröger auch begraben liegt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die althochdeutsche und altsächsische Kompositionsfuge. Mit Verzeichnis der althochdeutschen und altsächsischen Composita. Zürcher & Furrer, Zürich 1910 (Zürich, Universität, Dissertation, 1910/11).
  • Schweizer Mundarten (= Sitzungsberichte der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Philosophisch-Historische Klasse. Bd. 176, 3, ISSN 1012-487X = Mitteilung der Phonogramm-Archivs-Kommission. Bd. 36). Im Auftrag der leitenden Kommission des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich bearbeitet. Hölder, Wien 1914.
  • Der Lautstand der deutschen Mundart des Samnauns verglichen mit jenem der benachbarten Tiroler Mundarten. In: Festschrift Albert Bachmann. Zu seinem sechzigsten Geburtstage am 12. November 1923. Gewidmet von Freunden und Schülern (= Zeitschrift für deutsche Mundarten. Bd. 19, Heft 1/2, ISSN 0932-1314). Verlag des Deutschen Sprachvereins, Berlin 1924, S. 103–144. Zugleich Habilitationsschrift.
  • Schweizer Mundarten. Mundarten der deutschen Schweiz. Aufgenommen in Gemeinschaft mit dem Phonogrammarchiv der Universität Zürich (= Lautbibliothek. Hrsg. von der Lautabteilung an der Preussischen Staatsbibliothek. Nrn. 100–124, 150). Lautabteilung, Berlin 1930–1932. (alle Transkriptionen und Übersetzungen von Otto Gröger.)
  • zahlreiche Wortartikel im Schweizerischen Idiotikon, Bände VII–XI.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Rücktritt

  • Rudolf Hotzenköcherle: Prof. Dr. Otto Gröger zum Abschied. In: Neue Zürcher Zeitung, 16. Februar 1951.
  • eka: Zum Abschied von Prof. Dr. Otto Gröger. In: Zürichsee-Zeitung, 21. Februar 1951.
  • -fh- [= Fritz Heberlein]: «Mein Leben gehörte dem Wörterbuch.» Prof. Dr. Otto Gröger nimmt Abschied von der Uni. In: Zürcher Woche, 23. Februar 1951.
  • Th. E. Blattner: Dank an Prof. Dr. Otto Gröger. In: Zürcher Spiegel, 10. März 1951.
  • G.S. [= Guntram Saladin]: Zum Abschied Professor Grögers. In: Zürcher Nachrichten, 29. März 1951.

Nachrufe

  • [o. N.:] Dr. Otto Gröger heimgegangen. In: Salzkammergut-Zeitung, 27. August 1953.
  • Adolf Ribi: Otto Gröger (1876–1953). In: Neue Zürcher Nachrichten, 28. August 1953.
  • Rudolf Hotzenköcherle: Otto Gröger. 4.8.1876–19.8.1953. In: Universität Zürich. Jahresbericht 1953/54, S. 75–76.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]