Otto Group

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Otto (GmbH & Co KG)
Logo der Otto Group
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 17. August 1949
Sitz Hamburg, DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 49.787 (2016/17)[1]
Umsatz 12,5 Mrd. Euro (2016/17)[1]
Branche Handels- und Dienstleistungsgruppe
Website www.ottogroup.com

Die Otto Group ist ein deutscher Handels- und Dienstleistungskonzern mit Sitz in Hamburg, der weltweit mit rund 50.000 Mitarbeitern agiert. Die Aktivitäten der Otto Group sind die drei Unternehmensbereiche Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service.

Der Einzelhandel ist der Geschäftskern der Otto Group. Über 65 Prozent aller Erlöse in diesem Segment erzielt der Konzern über seine weltweit rund 100 Online-Shops. Somit ist die Otto Group im Konsumentengeschäft einer der größten Onlinehändler weltweit nach Amazon.com sowie der größte Onlinehändler für Mode und Lebensstil für den Endverbraucher in Europa.

Im Ranking der 500 größten Familienunternehmen in Deutschland der Zeitschrift Wirtschaftsblatt nahm die Gruppe 2012 den zehnten Platz ein.[2]

Die Otto Group firmiert unter derselben Firma (Otto (GmbH & Co KG)) wie der Hauptgeschäftsbereich Otto auch.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszug aus dem ersten Otto-Katalog 1950

Im August 1949 gründete der 40-jährige Werner Otto in Hamburg das Unternehmen Werner Otto Versandhandel. Im Folgejahr 1950 erschien der erste Katalog, in dem auf 14 handgebundenen Seiten 28 Paar Schuhe präsentiert wurden. Die Auflage betrug 300 Exemplare. Als erster Versender führte Otto den Kauf auf Rechnung ein. 1951 umfasste der erste gedruckte Katalog 28 Seiten und bot ein erweitertes Sortiment, das unter anderem aus Schuhen, Aktentaschen, Regenmänteln und Hosen bestand. Bis 1953 verfünffachte Otto in weniger als zwei Jahren den Umsatz. Die Auflage des Katalogs betrug bereits 37.000 Exemplare. 1958 gehörte der Otto Versand mit einem Umsatz von 100 Millionen DM zu den Großunternehmen in Deutschland.[3]

1960 bezog der Otto Versand das neue Betriebsgebäude in Hamburg-Bramfeld. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs auf 2000. 1966 wurde in Hongkong das erste Einkaufsbüro in Asien eröffnet. Günter Nawrath übernahm 1966 den Vorstandsvorsitz.[3]

1968 erschien mit dem Post-Shop-Magazin der erste Otto-Spezialkatalog. Im Jahr darauf wurde die Hanseatic Bank gegründet, über die Kunden ihre Bestellungen finanzieren konnten. Zur gleichen Zeit wurde in Hamburg die Werner-Otto-Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung gegründet. Mit dem Hermes Versand wurde 1972 ein eigener Zustelldienst aufgebaut.[3]

Mit Beteiligungen an 3 Suisses International begann 1974 die Entwicklung zum internationalen Konzern. Im gleichen Jahr stieg Otto beim Karlsruher Unternehmen Heinrich Heine ein. 1978 erzielte der Otto-Konzern einen Umsatz von 3,176 Milliarden DM und beschäftigte 10.740 Mitarbeiter.[3]

1980 folgte mit der Gründung der Otto Reisen GmbH der Einstieg des Unternehmens in die Touristik-Branche. 1981 wechselte der Vorstandsvorsitzende Günter Nawrath in den Aufsichtsrat. Michael Otto übernahm den Vorstandsvorsitz der Otto Gruppe.[3]

Im Rahmen der neuen Werbekampagne wurde 1986 der Slogan „Otto ... find’ ich gut.“ erstmals eingesetzt und entwickelte sich zum geflügelten Wort. 1990 wurde der 24-Stunden-Eilservice eingeführt. 1992 lieferte der Hermes Versand die 500-millionste Sendung aus.[3]

1993 rief Michael Otto die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz ins Leben. 1994 präsentierte der Otto-Versand als erster Versender sein Sortiment auf einer interaktiven CD-ROM. 1995 folgte der Gang ins Internet.[3] 1997 stieg das Unternehmen beim Baur Versand ein. 2000 erweiterte der Konzern sein Firmen-Portfolio mit den Gründungen von discount24 und travelchannel.de.[3]

Die beiden österreichischen Marken der Otto Group, Universal und Otto wurden 2003 in die Unito Versand & Dienstleistungen gebündelt. 2005 verkaufte die Otto Group 75 Prozent der Anteile der Hanseatic Bank an die Société Générale, Paris. Zwei Jahre später wurde Hans-Otto Schrader neuer Vorstandsvorsitzender der Otto Group und trat damit die Nachfolge von Michael Otto an.[3]

2009 sicherte sich die Otto Group in einem Bieterverfahren die Rechte an der Marke Quelle und zahlreicher Handelsmarken wie Privileg sowie alle Anteile an Quelle Russland.[4] Der Unternehmensgründer Werner Otto verstarb 2011 im Alter von 102 Jahren.[5][6] 2012 gründete die Otto Group mit dem brasilianischen Distanzhändler Posthaus ein gemeinsames Unternehmen, um in Brasilien das E-Commerce-Geschäft zu forcieren.[7]

2014 markierte Gründer-Enkel Benjamin Otto durch die Einführung des Fashion-Startups Collins seinen Eintritt in den Konzern.[8] Mit Wirkung zum 1. Juni 2015 übergab er seine Funktion als CEO an Mitbegründer Tarek Müller, um unter anderem aus diversen Aufsichtsgremien des Konzerns heraus den weiteren Transformationsprozess der Otto Group mitzugestalten.[9] Im gleichen Jahr wurde mit Otto Group Media ein eigenes Unternehmen für die Online-Werbevermarktung gegründet.[10]

Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 übernahm Alexander Birken, zuvor Konzernvorstand Multichannel-Distanzhandel und Sprecher der Otto-Einzelgesellschaft, den Vorstandsvorsitz der Otto Group. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Schrader wechselt mit Erreichen der für Vorstände geltenden Altersgrenze in den Aufsichtsrat. [11]

Geschäftsfelder und Konzerngesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptverwaltung der Otto Group in Hamburg-Bramfeld

Der Konzern ist international in verschiedenen Geschäftsfeldern tätig, unter anderem mit Tochtergesellschaften in der Schweiz, in Österreich, Frankreich, im Vereinigten Königreich, in den USA, Japan, der Volksrepublik China und Russland. Insgesamt zählt die Otto Group 123 wesentliche Konzerngesellschaften, die u. a. unter den im Folgenden angeführten Dachmarken firmieren.[12]

Nicht zur Otto Group gehört die im Familienbesitz befindliche ECE Projektmanagement, die seit 1965 hauptsächlich in Europa Einkaufszentren und andere Immobilien besitzt oder verwaltet, und von Alexander Otto, einem Bruder von Michael Otto, geleitet wird.

Die Segmente der Otto Group, die im Geschäftsjahr 2016/17 einen Gesamtumsatz von 12,512 Milliarden Euro erwirtschaftete, sind:[1]

Multichannel-Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waren und Produkte werden über die drei Vertriebskanäle E-Commerce, stationärer Einzelhandel und Katalog angeboten. Der Konzern beschäftigt in diesem Segment 24.129 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 9,819 Milliarden Euro, wobei 71,5 % des Segmentumsatzes mittels E-Commerce erwirtschaftet wurde. Das Segment erwirtschaftete 78,5 % des Konzernumsatzes.[1] Dazu zählen die rund 100 Onlineshops der Einzelhändler wie myToys.de und Otto, die reinen Online-Anbieter wie Limango und Mirapodo, die Shopping24-Gruppe sowie die Corporate-Venture-Aktivitäten des Konzerns (Investment in Start-up-Unternehmen). Im stationären Handel ist die Otto Group weltweit mit über 400 Shops vertreten; rund 1800 verschiedene Kataloge werden pro Jahr an Kunden verschickt.

Ferner sind im Multi-Channel-Retailing u. a. tätig: Baumarkt Direkt (50,1 % Anteil an Hagebau), Baur Versand, Bonprix, Frankonia, Heine, Manufactum, Neckermann.de, Quelle, Schwab, shopping24, SportScheck, Unito und die Witt-Gruppe.[12]

Finanzdienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Schwerpunkt dieses Segments bilden handelsnahe Produkte wie Konsumentenkredite oder Liquiditätsmanagement. Der Umsatz in diesem Bereich belief sich bei 6.671 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2016/17 auf 732,4 Millionen Euro (5,9 % Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns).[1] Umsatzstärkstes Unternehmen im Segment ist die EOS Gruppe, die mit 49 Tochtergesellschaften in 27 Ländern aktiv ist. Schwerpunkt der Tätigkeit ist das Forderungsmanagement einschließlich Forderungskauf und Inkasso.[13] Ferner ist u. a. die Hanseatic Bank in diesem Segment aktiv.

Service[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Hermes Europe

Das Segment Service umfasst die Logistik- und Reisedienstleister sowie die Einkaufsgesellschaften der Otto Group. Mit 18.594 Mitarbeitern wurde im Geschäftsjahr 2016/17 ein Außenumsatz von 1960,7 Millionen Euro erwirtschaftet, was 15,7 % am Gesamtumsatz des Konzerns ausmacht.[1] Im Wesentlichen wird dieses Segment durch die unter der Dachmarke Hermes operierenden Konzerngesellschaften geprägt, so die Hermes Europe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Otto group – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Otto Group Geschäftsbericht 2016/17. Otto Group, 17. Mai 2017; abgerufen am 24. Mai 2017.
  2. Michael Kranz: Wirtschaftsblatt-Ranking: Zwischen Neckarsulm und Dörverden. Top 500 – Der große Familienunternehmer-Report 2012. In: Wirtschaftsblatt, S. 70–82, hier S. 72 (PDF; 707 kB).
  3. a b c d e f g h i Zeittafel. In: werner-otto.info. ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, 12. August 2011; abgerufen am 31. Mai 2013.
  4. Otto übernimmt Quelle-Markenrechte. Deutscher Fachverlag GmbH, 5. November 2009; abgerufen am 5. Juni 2013.
  5. Unternehmerlegende Werner Otto gestorben. In: tagesschau.de. 27. Dezember 2011, archiviert vom Original am 7. Januar 2012; abgerufen am 26. Juni 2012.
  6. Versandhausgründer Werner Otto ist tot. In: Spiegel Online. 27. Dezember 2011; abgerufen am 26. Juni 2012.
  7. Otto Group will Marktführer im E-Commerce in Brasilien werden. In: etailment.de. 10. Mai 2012; abgerufen am 5. Juni 2013.
  8. Der Otto-Enkel und die Online-Revolution. In: Manager Magazin Online. 5. Mai 2014; abgerufen am 12. Juni 2015.
  9. Benjamin Otto wird gestaltender Gesellschafter der Otto Group. Otto Group, 20. April 2015; abgerufen am 12. Juni 2015.
  10. Otto Group gründet Startup im Bereich Data Driven Advertising. Otto Group, 20. Mai 2015; abgerufen am 12. Juni 2015.
  11. Alexander Birken: Vor diesen Aufgaben steht der neue Otto-Chef. In: www.wiwo.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  12. a b Konzernfirmen. ottogroup.com, abgerufen am 16. März 2017.
  13. http://eosholding.com/EOS_Einblicke_1213/de.html