Otto Hersing

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Otto Hersing (* 30. November 1885 in Mülhausen; † 5. Juli 1960 in Angelmodde bei Münster) war ein deutscher Marineoffizier und während des Ersten Weltkriegs Kommandant des U-Bootes U 21. Kapitänleutnant Otto Hersing erlangte dadurch Berühmtheit, dass er der erste U-Boot-Kommandant war, der per Torpedo-Schuss ein feindliches Schiff versenkte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Hersing trat am 11. April 1903 in die Kaiserliche Marine ein. Er erhielt seine Ausbildung auf dem Kadettenschulschiff Stosch, dem Torpedoschulschiff Blücher und dem Artillerieschulschiff Mars. Als Fähnrich fuhr er zudem auf dem Linienschiff Kaiser Wilhelm II. Im September 1906 wurde er zum Leutnant befördert und diente zwei Jahre auf dem Kleinen Kreuzer Hamburg. Anschließend war Hersing ein Jahr Kompagnie-Offizier bei der ersten Torpedo-Division und danach Wachoffizier auf Torpedobooten. 1909 wurde er zum Oberleutnant befördert. Von 1911 bis 1913 unternahm er als Wachoffizier auf der Hertha Reisen nach Westindien und ins Mittelmeer. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde er im U-Bootdienst ausgebildet und erhielt ein eigenes Kommando. 1914 wurde er zum Kapitänleutnant ernannt.[1]

Am 5. September 1914 kreuzte U 21 unter seinem Kommando vor der Ostküste Schottlands und traf dort auf die 8. Zerstörer-Flottille unter Führung des Leichten Kreuzers Pathfinder. Da die Pathfinder auf Grund schon sehr knapper Kohlevorräte nur noch mit maximal 5 Knoten Geschwindigkeit lief, wurde sie zu einem leichten Ziel für den ersten Torpedotreffer. Der Torpedo traf die Pathfinder an einer ungepanzerten Stelle im Rumpf genau bei den Munitionskammern. Sie explodierte sofort und sank in wenigen Minuten. 259 Seeleute verloren dabei ihr Leben, nur elf wurden gerettet.

Im Mai 1915 versenkte er vor den Dardanellen zwei Linienschiffe, die Triumph und die Majestic. Als zweiter U-Boot-Kommandant erhielt Hersing 1915 den Orden Pour le Mérite, die höchste preußische Kriegsauszeichnung des Ersten Weltkrieges. Bei Kriegsende 1918/1919 wurden unter seiner Führung die deutschen Truppen aus Riga in das Reich zurückgebracht. Gemäß den Kapitulationsbedingungen musste U 21 nach dem Krieg an die Alliierten ausgeliefert werden. Aus bisher ungeklärten Gründen versank das U-Boot am 22. Februar 1919 wie auch viele andere U-Boote auf der Überführungsfahrt nach Großbritannien in der Nordsee. Es lässt sich vermuten, dass U 21 und andere U-Boote wie auch Einheiten der Hochseeflotte versuchten, durch Selbstversenkung der Internierung zu entgehen.

Nach dem Krieg war Hersing während des Kapp-Putsches Befehlshaber aller schwimmenden Seestreitkräfte. Am 31. Juli 1924 wurde er als Korvettenkapitän aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Anschließend war er bis 1935 als Verbindungsoffizier der Reichsmarine im Wehrkreis 6 und als Landwirt tätig.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Otto Hersing sind drei Straßen benannt:

  • Hersingstraße in Bremerhaven
  • Otto-Hersing-Straße in Bad Kreuznach
  • Otto-Hersing-Weg in Münster

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bodo Herzog: Hersing, Otto. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 699 f. (Digitalisat).
  • Helmut Pemsel: Biographisches Lexikon zur Seekriegsgeschichte. Seehelden von der Antike bis zur Gegenwart. Bernard & Graefe, Koblenz 1985 (mit Bild).
  • Otto Hersing: U21 rettet die Dardanellen. Amalthea Verlag, Wien 1932 (mit Porträt).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Weddigen: Unser Unterseebootkrieg und unsere Unterseeboothelden. Ernst'sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1917, S. 44. (Digitalisierte Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin)