Otto Hugo

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Otto Hugo 1919

Otto Hugo (* 22. April 1878 in Essen; † 1. Februar 1942 in Osnabrück) war ein deutscher Politiker, Mitbegründer der deutschen Volkspartei (DVP) und Lobbyist der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Hugo, der evangelischen Glaubens war, Chemie, Nationalökonomie und Geschichte in Marburg und Münster, wo er 1905 auch zum Doktor der Philosophie promoviert wurde. 1900 wurde er Mitglied der Burschenschaft Arminia Marburg.[1] Nach Tätigkeiten in der Industrie war er ab 1924 Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bochum und ab 1935 auch Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftskammer Westfalen-Lippe. Sein Versuch, im Mai 1933 auch die Leitung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zu übernehmen, scheiterte jedoch. Wegen despektierlicher Äußerungen über Adolf Hitler und seiner guten Kontakte zum Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler musste er 1939 seine Wirtschaftsämter aufgeben und wurde vorübergehend inhaftiert.

Seine (inzwischen aufgelöste) Grabstätte befand sich auf dem evangelischen Friedhof in Quakenbrück.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kaiserreich gehörte Hugo der Nationalliberalen Partei an. Er war 1918 entscheidend mitbeteiligt an der Umwandlung dieser Partei in die Deutsche Volkspartei. In der Endzeit der Weimarer Republik war Hugo, der zum rechten Flügel der Partei gehörte, stellvertretender Parteivorsitzender. Nach den Märzwahlen 1933 sprach er sich für einen Anschluss der DVP an die NSDAP aus, was der Parteivorsitzende Eduard Dingeldey jedoch ablehnte. Als sich die DVP im Juni 1933 schließlich unter dem Druck der Nationalsozialisten auflöste, trat Hugo umgehend der NSDAP bei.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugo war 1919/20 für die Deutsche Volkspartei Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Anschließend war er bis 1933 Reichstagsabgeordneter. Im Reichstag trat er als wichtiger Lobbyist der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie auf.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 216.