Otto Julius Maier

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Otto Julius Maier (* 6. Oktober 1930 in Waldsee)[1] ist ein ehemaliger deutscher Verleger und IHK-Funktionär. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Ravensburger Otto Maier Verlag zum international aktiven, in vielen Segmenten marktführenden Spielekonzern Ravensburger AG.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Julius Maier ist ein Spross der seit mehreren Generationen in Ravensburg ansässigen Buchhändler-, Drucker- und Verlegerfamilie Maier. Sein Urgroßvater Carl Maier (1819–1867) war 1845 in die Stadt gezogen, hatte die Buchhandlung Dorn übernommen und die katholisch-konservative Lokalzeitung Oberschwäbischer Anzeiger gegründet. Sein Großvater, der Buchhändler Otto Robert Maier (1852–1925), hatte als Ableger der Buchhandlung 1883 den Buch- und Spiele-Verlag Otto Maier gegründet (der Zeitungsverlag und die Dornsche Buchhandlung wurden später an den Bruder von Carl Maiers Witwe, Eugen Ulmer, verkauft[2]). Otto Roberts ältester Sohn Otto Maier (1891–1952), Otto Julius Maiers Vater, hatte den Verlag durch Weimarer Republik und Nationalsozialismus fortgeführt.[3]

Nach dem Abitur am Ravensburger Spohn-Gymnasium machte Otto Julius Maier von 1948 bis 1950 im elterlichen Unternehmen eine Lehre zum Verlagsbuchhändler, anschließend sammelte er praktische Erfahrungen bei Buchhandlungen, Verlagen und Spielzeugfirmen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich.

Als der Vater 1952 überraschend starb, übernahm er im Alter von 21 Jahren, später zusammen mit seiner Cousine Dorothee Hess-Maier, die Leitungsfunktion im Verlag, der damals 90 Mitarbeiter hatte. Nach schwierigen Anfängen kam der Erfolg mit noch heute als Klassiker geltenden Spielen wie Memory (1959) und Malefiz (1960). Ab 1963 war Maier persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens. Unter ihm wurde die Firma 1981 zur GmbH, 1988 in eine (weiter voll in Familienbesitz befindliche) Aktiengesellschaft umgewandelt, mit ihm als Vorstandsvorsitzendem. Im Jahr 1995, das Unternehmen zählte inzwischen 1500 Mitarbeiter und erzielte fast 390 Millionen Mark Umsatz, gab er die operative Führung ab und wechselte in den Vorsitz des Aufsichtsrats der Ravensburger AG, den er bis 22. Juli 2005 innehatte.[4] Danach war er einfaches Mitglied des Gremiums, bevor er sich am 25. Juli 2008 ganz aus der Führung des Unternehmens zurückzog[5] und auf die Rolle als Gesellschafter der AG und Geschäftsführer der Ravensburger Holding GmbH & Co. KG beschränkte.

Rund vier Jahrzehnte war Maier außerdem Mitglied im Aufsichtsrat der Nürnberger Spielwarenmesse und 15 Jahre lang, von 1983 bis 1998 Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben.

Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Reidt: Der Enkel oder Mister Ravensburger fängt den Hut: eine Unternehmergeschichte. Otto Julius Maier im Gespräch mit Andrea Reidt. Sagas-Edition, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-944660-01-1 (Rezension im Südkurier).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Angaben nach Munzinger-Biographie
  2. Kopfnuss: Heinold fragte im Februar nach der Eugen Ulmer KG, BuchMarkt.de, 27. Februar 2009
  3. Lebensdaten der Vorfahren laut Biografie von Otto Robert Maier in LEO-BW, Landeskundliches Informationssystem Baden-Württemberg
  4. Aufsichtsrat Ravensburger AG: Otto Julius Maier legt Vorsitz nieder, Nachfolger wird Dr. Klaus Bleyer, BuchMarkt.de, 27. Juli 2005
  5. Personalia: Wechsel im Aufsichtsrat der Ravensburger AG, Börsenblatt, 28. Juli 2008
  6. Staatsministerium Baden-Württemberg: Liste der Ordensträger 1975–2017. 6. Mai 2017, abgerufen am 16. Mai 2017 (PDF; 153 kB).
  7. Otto Julius Maier bekommt Ehrenmedaille, Schwäbische Zeitung, 3. April 2001
  8. Ehrenbürger der Hochschule Ravensburg-Weingarten