Otto Konrad Scholl

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Otto Konrad Scholl (* 2. Juni 1888 in Zabern, Elsass; † 1960) war ein deutscher Hautarzt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scholl kam als Sohn der Eheleute Konrad und Katharina Scholl, geb. Plein, in der elsässischen Kleinstadt Zabern zur Welt. Seine Schulausbildung erhielt er am Gymnasium zu Diedenhofen und bestand dort im Sommer 1909 die Reifeprüfung. Im Herbst des gleichen Jahres schrieb er sich als Student der Medizin an der Universität München ein. Nach drei Semestern wechselte er zum Sommersemester 1911 an die Universität Freiburg. Dort bestand er im März 1912 die ärztliche Vorprüfung. Zum Sommersemester 1912 bezog er für ein Semester die Universität Straßburg, kehrte dann für ein Semester nach München zurück und studierte die letzten drei klinischen Semester wieder in Straßburg. Die ärztliche Prüfung (Notexamen) bestand er am 2. August 1914 und erhielt am 11. August 1914 seine Approbation. Im Herbst 1915 promovierte er bei C. Adrian und Alfred Wolff in Straßburg mit dem Thema Über abortive Formen der Recklinghausen’schen Krankheit.

Noch am Tag seiner ärztlichen Prüfung trat Scholl als Kriegsfreiwilliger beim 84. Feldartillerie-Regiment ein. Am 23. September 1914 wurde er zum Unterarzt befördert und kam zwei Tage später ins Feld zur I. Festungssanitätskompagnie. Von dort aus wurde er im Dezember 1914 zum Bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 14 abkommandiert. Am 10. Januar 1915 wurde er zur 5. Batterie Res. Fuß-Artillerie-Regiment 10 versetzt und am 24. Juni 1915 zum Assistenzarzt der Reserve befördert.

Er heiratete die ebenfalls aus dem Elsass stammende Mathilde Zerline Nußbaum (1896–1991), Tochter des Moritz Nussbaum und der Ida Koppel und Schwester des Arztes Robert Nußbaum, der im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Nach Kriegsende war er in den Jahren 1919/20 an der Poliklinik Berlin tätig, anschließend an der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten in München. Mitte der 1920er Jahre kam er als beratender Facharzt für Hautkrankheiten an das Krankenhaus Bergmannsheil in Bochum. Zu dieser Zeit kam sein Sohn, der spätere Journalist Peter Scholl-Latour (1924–2014), zur Welt.

Während des Zweiten Weltkrieges war er als Stabsarzt der Reserve (zuletzt Oberstabsarzt d. R.) u. a. als leitender Abteilungsarzt am Luftwaffenlazarett Braunschweig tätig. Er verfasste zahlreiche Fachveröffentlichungen.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über abortive Formen der Recklinghausen’schen Krankheit. Straßburg 1915. (Univ.-Diss.).
  • Ein halbseitig lokalisierter Fall von Porokeratosis Mibelli. (Univ.-Klin. u. Poliklin, München.). In: Dermatologische Wochenschrift. Bd. 72, Nr. 1, Leipzig 1921, S. 1–4.
  • Über einen Fall von Psoriasis arthropathica. In: Dermatologische Wochenschrift. Band 81, Leipzig 1926, S. 1223–1227.
  • Zur Behandlung der Creeping Disease. In: Dermatologische Wochenschrift. Band 82, Leipzig 192, S. 4676.
  • Zur Behandlung des phagedänischen Schankers. In: Dermatologische Wochenschrift. 112, Leipzig 1941, S. 393.
  • Beitrag zur Kenntnis der Verhütung und Behandlung der Salvarsandermatitis. In: Dermatologische Wochenschrift. 113, Leipzig 1941, S. 944–950.
  • Über zwei Fälle von Maul- und Klauenseuche beim Menschen und ihre Behandlung mit Eleudron. (Krankenabt. III, Luftwaffenlaz., Braunschweig). In: Medizinische Wehrschrift. I, 1943, S. 71–72.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhard Riecke (Hrsg.): Deutsches Dermatologen-Verzeichnis: Lebens- und Leistungschau. 2. Aufl., Barth, Leipzig 1939.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]