Otto Lechner

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Otto Lechner bei einem Konzert mit den Bethlehem All Stars in Innsbruck, 2008

Otto Lechner (* 25. Februar 1964 in Melk) ist ein österreichischer Akkordeonspieler und Komponist. Lechner hat dazu beigetragen, das Akkordeon in Österreich wieder populär zu machen.[1] Seine Musizierweise ist geprägt von vielen ethnischen Musikstilen, Jazz und weiteren Genres, häufig verbindet er seine Musik mit Literatur, Lesungen und Theater.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lechner ist der Sohn eines Transportunternehmers.[2] Er war von Geburt an schwer sehbehindert, schließlich erblindete er und entschied sich mit fünfzehn Jahren gegen weitere Operationen.[3] Lechner besuchte gern das Stiftsgymnasium Melk und absolvierte es.[4] Einer seiner Musiklehrer dort war Franz Thürauer. Ein Schulfreund war der heutige Kabarettist Josef Hader, mit dem er später viele gemeinsame Auftritte hatte. Bereits mit vier Jahren spielte er Akkordeon im Wirtshaus,[2] später bei Hochzeiten oder bei den Hauern in der Wachau.[3]

Schließlich wählte er die Musik zu seinem Beruf, er leitet das OJE (Ottos Jazz Ensemble), das auch seine Kompositionen aufführt. Weitere Auftritte hatte er mit der Akkordeongruppe Accordion Tribe, mit Broadlahn, mit dem Vienna Raï Orchester. Die Bethlehem All Stars interpretieren Weihnachtslieder auf weltmusikalische Weise.[5] Weiterhin trat er mit Iva Bittová, Georg Danzer, Max Nagl, Sainkho Namtchylak, Wolfgang Reisinger, Dhafer Youssef und Joe Zawinul auf. Lechner gab die Anregung zu dem alljährlichen Internationalen Akkordeon Festival in Wien, das im Jahr 2000 von Friedl Preisl gegründet wurde und aus kleinen Anfängen heuer zu einem vierwöchigen Programm ausgeweitet werden konnte.[6]

Lechner lebt seit 1987 in Wien[7] und ab 2007[3] im niederösterreichischen Gars am Kamp mit seiner Lebensgefährtin Anne Bennent, einer Schweizer Schauspielerin, Sängerin und früheren Burgtheater-Schauspielerin.[8] Sie haben zwei Söhne (* 1999[9] und * 2004[10]). Das Paar lernte sich bei einem Verlagsfest kennen, zu dem ursprünglich keiner von beiden hingehen wollte.[2] Er gestaltet mit ihr Aufführungen, in denen Literatur und Musik verbunden werden.

Aufnahmen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Lechner bei einem Konzert in Boswil, 2012
  • Otto Lechner: Accordeonata. Extraplatte, Wien 1994, 1 CD, 48 Min., ISBN 978-3-221-12302-4.
  • Otto Lechner: Franz Kafka. Nicht einmal gefangen. Klangbuch (32 S.) in Halbleinen mit 1 CD. Mandelbaum, Wien 2007, ISBN 978-3-85476-229-4.

Duo und Ensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Anne Bennent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Lechner und Anne Bennent: gwundrig. Geschichten von Robert Walser. Extraplatte, Wien 2001, 62 Min., Audio-CD, ISBN 978-3-221-70172-7.
  • Otto Lechner und Anne Bennent: Der Gruftwächter. Nach einer Erzählung von Franz Kafka. Klangbuch (32 S.) mit 1 CD. mandelbaums bibliothek der töne, Wien 2008, ISBN 978-3-85476-249-2. (Besprechung: [12])
  • Otto Lechner und Anne Bennent: Die Stimmen von Marrakesch. Von Elias Canetti, Klangbuch (32 S.) in Halbleinen mit 2 CDs. Mandelbaum, Wien 2010, ISBN 978-3-85476-230-0.
  • Otto Lechner und Anne Bennent: Leila und Madschnun. Von Nizami, mit Ensemble. Klangbuch (32 S.) mit 2 CDs. Mandelbaum, Wien 2011, ISBN 978385476-339-0. (Hörbuchrezension: [13])

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Accordion Tribe. Dokumentarfilm, Schweiz, Österreich, 2004, 87 Min., Buch und Regie: Stefan Schwietert, Produktion: Maximage, Fischer Film, SF, ORF. Mit Guy Klucevsek, Lars Hollmer, Maria Kalaniemi, Bratko Bibic, Otto Lechner. Besprechung: [14], siehe auch: Accordion Tribe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Lechner & Toni Burger in: music austria - music information center austria, 2. August 2007.
  2. a b c Wolfgang Freitag: Bennent & Lechner: „Ich bin nicht jemand, der abschalten kann.“ 2007, Interview.
  3. a b c Thomas Jorda: Geschichten von der wahren Welt. (Memento vom 5. September 2012 im Webarchiv archive.is) In: Niederösterreichische Nachrichten vom 30. September 2010, Artikelanfang.
  4. Interview. In: Die Presse, 23. November 1996, (PDF-Datei; 5 S., 18,4 KB).
  5. Weltmusik & Weihnacht. In: Niederösterreichische Nachrichten vom 20. Dezember 2010
  6. Manfred Horak: Festival der großen Gefühle und hohen Erwartungen. 9. Internationales Akkordeon Festival Wien 2008. In: Folker!, 2008, siehe akkordeonfestival.at
  7. Über Otto Lechner in: ottolechner.at, 2007
  8. Thomas Jorda: Kirschbäume will sie noch pflanzen. In: Niederösterreichische Nachrichten vom 3. März 2008, Artikelanfang.
  9. Cornelia Niedermeier: „Sobald es erstarrt, wird es gefährlich.“ In: Die Standard vom 16. April 2008, Interview.
      Maike Schiller: Anne Bennent spielt sich gesund. In: Hamburger Abendblatt vom 22. November 2001.
  10. Manfred Papst: Weltmusik aus der Quetschkommode. In: Neue Zürcher Zeitung vom 26. März 2005.
  11. Auszeichnungen für Musikverkäufe: AT
  12. Besprechung von Der Gruftwächter – Cornelia Niedermeier: „Nächte dauern hier Jahre.“ In: Der Standard vom 8. Mai 2009.
  13. Hörbuchrezension zu Nizami: „Leila und Madschnun“ bei sandammeer.at
  14. Besprechung von Accordion Tribe in: epd Film, Nr. 4, 2005.