Otto Schumann (Pädagoge)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Otto Schumann (* 19. August 1888 in Trarbach; † 23. Oktober 1950 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Mittellateinischer Philologe, Gymnasiallehrer und Hochschullehrer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schumann besuchte das Gymnasium in Marburg. Nach dem Abitur 1906 studierte er in Marburg, Berlin und München, bevor er an die Universität Marburg zurückkehrte, wo er 1910 bei Albert Brackmann promoviert wurde und 1911 das Staatsexamen in den Fächern Deutsch, Geschichte Latein und Turnen ablegte. Nach einem Seminar- und Probejahr in Bonn war er von 1913 bis 1918 Oberlehrer in Essen.

1918 kam er als Studienrat an das altsprachliche Lessing-Gymnasium in Frankfurt am Main, wo er bis 1946 blieb. In den Jahren 1934/35, 1939–1942 und 1945/46 amtierte er als geschäftsführender Direktor der Schule.

Parallel zu seiner Tätigkeit am Gymnasium habilitierte er sich 1929 an der Universität Frankfurt, wo er anschließend Privatdozent und ab 1936 außerplanmäßiger Professor für historische Hilfswissenschaften und mittellateinische Philologie wurde, 1946 wurde er persönlicher Extraordinarius und konnte so den Schuldienst aufgeben. Schumann gab mit Alfons Hilka die Carmina Burana in zwei Bänden nach den lateinischen Handschriften heraus und beschäftigte sich mit dem Waltharius. Er war seit 1943 Mitglied der Philosophisch-Historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die päpstlichen Legaten in Deutschland zur Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V. (1056–1125). Marburg 1912 (= Dissertation).
  • Carmina Burana. Mit Benutzung der Vorarbeiten Wilhelm Meyers kritisch hrsg. von Alfons Hilka und Otto Schumann. C. Winter, Heidelberg
    • Bd. 1, 1: Die moralisch-satirischen Dichtungen, 1930. 2. Auflage 1978
    • Bd. 1, 2: Die Liebeslieder, 1941, 2. Auflage 1971
    • Bd. 1, 3: Die Trink- und Spielerlieder. Die geistlichen Dramen. Nachträge, hrsg. von Otto Schumann und Bernhard Bischoff 1970
    • Bd. 2, 1: Kommentar: Einleitung (Die Handschrift der Carmina Burana). Die moralisch-satirischen Dichtungen, 1930, 2. Auflage 1961

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Bonnet: Das Lessing-Gymnasium zu Frankfurt am Main. Lehrer und Schüler 1897–1947. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1954.
  • Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Zweiter Band. M–Z (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. Band XIX, Nr. 2). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-7829-0459-1. S. 353
  • Notker Hammerstein (Hrsg.): Deutsche Bildung? Briefwechsel zweier Schulmänner Otto Schumann - Martin Havenstein 1930-1944, Insel, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-45814629-6
  • Professor Otto Schumann: das Wirken eines Humanisten am Lessing-Gymnasium und an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität 1918-1950 im Spiegel der Schul- und Stadtgeschichte. Eine Dokumentation anlässlich seines fünfzigsten Todestages. 2. Auflage, Lessing-Gymnasium, Frankfurt am Main 2004
  • Frank-Rutger Hausmann: Das Fach Mittellateinische Philologie an deutschen Universitäten von 1930 bis 1950. Hiersemann, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7772-1005-6, S. 93–134. 320.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]