Otto Weiß (Historiker)

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Otto Weiß (* 15. September 1934 in Ulm[1]; † 3. August 2017 in Klagenfurt am Wörthersee[2]) war ein deutscher Historiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Weiß studierte Philosophie, Theologie und Geschichte an der philosophisch-theologischen Hochschule der Redemptoristen in Gars am Inn (Kloster Gars) und an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde 1976 bei Karl Bosl promoviert. Im darauffolgenden Jahr übertrug man ihm für drei Jahre einen Lehrauftrag für Geistesgeschichte an der Hochschule für Philosophie in München. Anschließend wirkte er von 1981 bis 1986 als wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Historischen Institut (DHI) in Rom.

Dort war Weiß seit 1987 Mitglied des Historischen Instituts der Redemptoristen in Rom und war zugleich bis 1999 Schriftleiter der Zeitschrift Spicilegium Historicum Congregationis SSmi Redemptoris. Seit 2004 fungierte er als Koordinator und Herausgeber der auf mehrere Bände veranschlagten Geschichte der Kongregation der Redemptoristen. 2009 wurde er zum Oblaten der Redemptoristen ernannt.[3][4]

Weiß lebte in Wien und in Grafing bei München, zuletzt in Klagenfurt am Wörthersee, und war Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur deutsch-italienischen Perzeptionsgeschichte und zum Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Die Redemptoristen in Bayern (1790–1909). Ein Beitrag zur Geschichte des Ultramontanismus. EOS, St. Ottilien 1983, ISBN 3-88096-122-0.
  • Tun, was der Tag verlangt. Das Leben von Pater Kaspar Stangassinger. Herder, Freiburg im Breisgau 1988; 2. Auflage 1989, ISBN 3-451-21248-X.
  • Der Modernismus in Deutschland. Ein Beitrag zur Theologiegeschichte. Pustet, Regensburg 1995, ISBN 3-7917-1478-3.
  • Modernismus und Antimodernismus im Dominikanerorden. Zugleich ein Beitrag zum „Sodalitium Pianum“. Pustet, Regensburg 1998, ISBN 3-7917-1619-0.
  • Deutsche oder römische Moral? – oder: Der Streit um Alfons von Liguori. Ein Beitrag zur Auseinandersetzung zwischen Romanismus und Germanismus im 19. Jahrhundert. Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1744-8.
  • Klemens Maria Hofbauer und seine Biographen. Eine Rezeptionsgeschichte. Collegium A. Alfonsi de Urbe, Rom 2001.
  • Kulturen, Mentalitäten, Mythen. Zur Theologie- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70119-3.
  • Rechtskatholizismus in der Ersten Republik. Zur Ideenwelt der österreichischen Kulturkatholiken 1918–1934. Peter Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-55639-9.
  • Begegnungen mit Klemens Maria Hofbauer (1751–1820). Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2179-8.
  • Weisungen aus dem Jenseits? Der Einfluss mystizistischer Phänomene auf Ordens- und Kirchenleitungen im 19. Jahrhundert. Pustet, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7917-2389-1.
  • Der erste aller Christen. Zur deutschen Pascal-Rezeption von Friedrich Nietzsche bis Hans Urs von Balthasar. Pustet, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7917-2461-4.
  • Kulturkatholizismus. Katholiken auf dem Weg in die deutsche Kultur 1900–1933. Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2615-1; E-Book: ISBN 978-3-7917-7049-9.
  • Stationen meines Lebens. Drei biografische Skizzen. Edition Tandem, Salzburg 2015, ISBN 978-3-902932-34-1. online
  • Die Macht der Seherin von Altötting. Geisterglaube im Katholizismus des 19. Jahrhunderts. Topos, Kevelaer 2015, ISBN 978-3-8367-1054-1.
  • Aufklärung – Modernismus – Postmoderne. Das Ringen der katholischen Theologie um eine zeitgemäße Glaubensverantwortung. Pustet, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7917-2876-6.

Herausgeberschaften

  • Der selige Kaspar Stanggassinger (1871–1899). In Selbstzeugnissen und im Urteil seiner Zeitgenossen. Collegium S. Alfonsi de Urbe, Rom 1995.
  • La recezione del pensiero alfonsiano nella Chiesa. Atti del Congresso in occasione del terzo centenario della nascita di S. Alfonso Maria de Liguori, Roma 5-7 marzo 1997. Collegium S. Alfonsi der Urbe, Rom 1998.
  • mit Michele Nicoletti: Il modernismo in Italia e in Germania nel contesto europeo. Società editrice il Mulino, Bologna 2010, ISBN 978-88-15-13720-3.
  • Storia della Congregazione del Santissimo Redentore. II. Prima espansione (1793-1855). Vol. 1: Congregatio Sanctissimi Redemptoris. Rom 2010; Vol. 2: Congregatio Sanctissimi Redemptoris. Rom 2012.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus Arnold: Otto Weiß (1934–2017). Dem Historiker und Theologen zum Gedenken. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 36 (2017), S. 273–278.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Josef Stalla, Gerhard Stalla (Hrsg.): Bücher und Autoren zwischen Inn und Salzach. Biographien und Bibliographie zur Literatur einer kulturellen Region. Bautz, Nordhausen 2006, S. 489.
  2. Rudolf Neumaier: Otto Weiß gestorben. In: Süddeutsche Zeitung. 10. August 2017, abgerufen am 10. August 2017.
  3. Nachruf Dr. Otto Weiß auf redemptoristen.com, abgerufen am 11. August 2017
  4. Otto Weiß gestorben auf sueddeutsche.de vom 10. August 2017, abgerufen am 11. August 2017