Otto Wilhelm Thomé

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Otto Wilhelm Thomé (* 22. März 1840 in Köln; † 26. Juni 1925) war ein deutscher Botaniker, Illustrator und Pädagoge. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Thomé“.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Wilhelm Thomé promovierte am 13. Dezember 1862 in Bonn mit einer Dissertation über den Wasserschierling. Am 18. Oktober 1872 wurde ihm die Kriegsgedenkmünze aus Stahl für die Pflege Verwundeter des Deutsch-Französischen Krieges 1870-71 verliehen. Am 27. Juli 1876 wurde er zum Rektor der Bürgerschule in Viersen berufen und am 1. April 1880 zum Rektor der höheren Bürgerschule in Köln (Spiesergasse). Die Ernennung zum Professor erfolgte am 16. September 1882.[1] Aus der höheren Bürgerschule Köln gingen später das Albertus-Magnus-Gymnasium Köln, das Hansagymnasium Köln, das Gymnasium Kreuzgasse und die Handelshochschule Köln hervor[2]. Thomé, wie auch die gesamte Handelshochschule, waren Mitglieder der Kölner Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft.[3]

Auf Initiative von Otto Wilhelm Thomé wurde 1887 ein Botanischer Garten am Vorgebirgstor in Köln gegründet. Der Botanische Garten am Vorgebirgstor lieferte 1912 mit einer Fläche von 1,5 ha rund 1.400.000 Pflanzen für den Schulunterricht an Kölner Schulen.[4] Der wegen des Ausbaus des Güterbahnhofs Bonntor, seit 1910, stark verkleinerte Botanische Garten wurde 1914 am Gelände der Kölner Flora neu eröffnet.

Am 18. Januar 1895 wurde Thomé mit dem Roten-Adler-Orden 4. Klasse ausgezeichnet und am 15. Januar 1898 wurde ihm die Erinnerungs-Medaille zum 100.-Geburtstag Kaiser Wilhelm I. verliehen. Nach über 30-jähriger Tätigkeit im Schuldienst wurde Otto Wilhelm Thomé am 30. November 1909 in den Ruhestand verabschiedet und am 2. Februar 1910 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Im 1. Weltkrieg erhielt er am 11. April 1917 das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.[1]

Otto W. Thomé wurde vor allem durch seine Sammlung botanischer Zeichnungen Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz in Wort und Bild für Schule und Haus bekannt. Das Werk umfasst 700 Illustrationen und wurde erstmals in 1885 in Gera veröffentlicht und auf der Internationalen Gartenbau-Ausstellung 1888 in Köln mit einer Goldmedaille prämiert.[4]

Ausgewählte Zeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Wilhelm Thomé: "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz" (1885), PDF-Datei 71 MByte (!)
  • Wer ist's? : Zeitgenossenlexikon enthaltend Biographien nebst Bibliographien. Angaben über Herkunft, Familie, Lebenslauf, Werke, Lieblingsbeschäftigungen, Parteiangehörigkeit, Mitgliedschaft bei Gesellschaften, Adresse. Andere Mitteilungen von allgemeinem Interesse / zusammengestellt und herausgegeben von Herrmann A.L. Degener. - 4. Ausgabe, vollkommen neu bearb. und wesentl. erw. - Leipzig : Degener, 1909

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otto Wilhelm Thomé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Otto Wilhelm Thomé im Historischen Archiv der Stadt Köln, abgerufen am 10. Juli 2016
  2. Hansa-Gymnasium. Historisches Archiv der Stadt Köln, abgerufen am 22. Januar 2014 (deutsch).
  3. Verzeichnis der Mitglieder Oktober 1906. Deutsche Kolonialgesellschaft, Abteilung Köln, S. 4-9, abgerufen am 22. Januar 2014 (deutsch).
  4. a b Eduard Prüssen (Linolschnitte), Werner Schäfke und Günter Henne (Texte): Kölner Köpfe. 1. Auflage. Univ.- und Stadtbibliothek, Köln 2010, ISBN 978-3-931596-53-8, S. 104.