Otto Wimmer Motorenfabrik

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Benedikt Wimmer & Söhne (1898–1928)
Otto Wimmer Motorenfabrik (1928–?)
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1898
Auflösung  ?
Sitz Sulzbach am Inn
Leitung Otto Wimmer junior
Branche Motoren, Kraftfahrzeuge

Otto Wimmer Motorenfabrik, zuvor Benedikt Wimmer & Söhne, war ein deutsches Unternehmen im Bereich Motoren sowie Hersteller von Motorrädern und Automobilen.[1]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benedikt Wimmer gründete 1898 Benedikt Wimmer & Söhne.[2] Ziel war die Produktion und Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen.[2] Von 1904 bis 1906 stellte das Unternehmen auch Automobile her.[1][3] Eine andere Quelle gibt an, dass der Automobilbau unter Leitung des Sohnes Otto Wimmer senior nur 1906 stattfand.[2] Der Markenname lautete Wimmer. Der Unternehmenssitz befand sich damals in Ruhstorf an der Rott. 1921 begann in Sulzbach am Inn die Produktion von Motorrädern, die bis in die 1930er Jahre lief. 1928 erfolgte die Umfirmierung in Otto Wimmer Motorenfabrik.[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte Otto Wimmer junior noch einige Motorrad-Prototypen.[2] 1980 existierte das Unternehmen noch.[1]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Automobile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das einzige Modell war das Central-Mobil. Dies war ein Kleinwagen.[3] Insgesamt entstanden 39 Autos.[1] Eines der Fahrzeuge soll in die USA exportiert worden sein.[1]

Motorräder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Modell von 1921 hatte einen verstärkten Fahrradrahmen. Ein Motor mit 138 cm³ Hubraum war neben dem Vorderrad montiert und trieb es an. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 60 km/h angegeben. Diese Antriebsart bewährte sich nicht. Im Jahr darauf erschien das Nachfolgemodell, bei dem der Motor im Rahmendreieck montiert war und über einen Keilriemen das Hinterrad antrieb. Nun war auch ein Wasserkühler erhältlich. 1924 folgte ein größerer Motor mit 175 cm³ Hubraum, der ebenfalls wahlweise luftgekühlt oder wassergekühlt war. 1928 kam ein Motor mit 59 mm Bohrung, 73 mm Hub, 200 cm³ Hubraum und 6 PS Leistung dazu. Statt eines Riemens übertrug nun eine Kette die Motorleistung auf das Hinterrad.[1] 

1928 ergänzten zwei größere Modelle mit 500 cm³ Hubraum das Sortiment. Eines hatte einen Motor von Sturmey-Archer mit SV-Ventilsteuerung und das andere einen Motor von Motosacoche mit OHV-Ventilsteuerung und 20 PS Leistung. Das letztgenannte Modell konnte 125 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen und kostete 1350 Reichsmark.[1]

1930 kostete eine Neue Wimmer 200 795 Reichsmark. Aufpreis war für die Lichtanlage (100 Reichsmark), Tachometer (35 Reichsmark) und Gazda-Lenker (25 Reichsmark) zu bezahlen.[1]

Ab etwa 1933 entwickelte Wimmer eigene OHV-Motoren mit 200 cm³, 250 cm³, 350 cm³ und 500 cm³ Hubraum und 9 PS, 12 PS, 16 PS bzw. 22 PS Leistung.[1]

Außerdem wird ein Zweitaktmotor von Bark mit 198 cm³ Hubraum genannt.[5]

1936[2], 1938[4] oder 1939[1][5][6][7] endete die Motorradproduktion. Als Stückzahl werden maximal 35 Motorräder im Monat genannt.[1]

1953 entstanden 25 Motoren mit 250 cm³ und 350 cm³ Hubraum für die Hans Glas GmbH, die ins Motorradgeschäft einsteigen wollte.[1][8]

Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Wimmer senior entwickelte einige Prototypen eines Leichtflugzeugs.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Krackowizer: Sportliche Motorräder aus dem Rottal. In: Automobil- und Motorrad-Chronik, Ausgabe 9/1980, S. 24–28.
  • Marián Šuman-Hreblay: Automobile Manufacturers Worldwide Registry. McFarland & Company, Inc., Publishers, London 2000, ISBN 0-7864-0972-X, S. 306. (englisch)
  • Erwin Tragatsch: Alle Motorräder 1894 bis heute. Eine Typengeschichte. 2500 Marken aus 30 Ländern. Über 500 Abbildungen. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-410-7, S. 457.
  • S. Ewald: Enzyklopädie des Motorrads. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-5364-6, S. 427.
  • Roger Hicks: Die internationale Enzyklopädie Motorräder.Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-613-02660-5, S. 505.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Helmut Krackowizer: Sportliche Motorräder aus dem Rottal. In: Automobil- und Motorrad-Chronik, Ausgabe 9/1980, S. 24–28.
  2. a b c d e Private Internetseite von Axel Wimmer (abgerufen am 2. November 2015)
  3. a b Marián Šuman-Hreblay: Automobile Manufacturers Worldwide Registry. McFarland & Company, Inc., Publishers, London 2000, ISBN 0-7864-0972-X, S. 306. (englisch)
  4. a b GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (abgerufen am 2. November 2015)
  5. a b Erwin Tragatsch: Alle Motorräder 1894 bis heute. Eine Typengeschichte. 2500 Marken aus 30 Ländern. Über 500 Abbildungen. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-410-7, S. 457.
  6. S. Ewald: Enzyklopädie des Motorrads. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-5364-6, S. 427.
  7. Roger Hicks: Die internationale Enzyklopädie Motorräder.Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-613-02660-5, S. 505.
  8. http://www.glasclub.de/index.php/de/32-sonstige-fahrzeuge/prototypen/113-glas-motorrad Abgerufen am 9. November 2015