Oujda

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Oujda
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Oujda (Marokko)
Oujda
Oujda
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Oriental
Präfektur: Oujda-Angad
Koordinaten 34° 41′ N, 1° 55′ WKoordinaten: 34° 41′ N, 1° 55′ W
Einwohner: 494.252 (2014[1][2])
Höhe: 550 m
Oujda – Zentraler Platz mit Moschee und Kirche

Oujda – Zentraler Platz mit Moschee und Kirche

Oujda (arabisch وجدة, DMG Wuǧda; tamazight: ⵡⵓⵊⴷⴰ) ist eine Industrie- und Wirtschaftsmetropole mit etwa 500.000 Einwohnern (2014) im östlichen Marokko in der Provinz Oujda-Angad, Region Oriental. Durch die Nähe zur spanischen Exklave Melilla sowie zu Algerien hat die Stadt internationale Bedeutung erlangt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oujda liegt etwa 10 km westlich der algerischen Grenze und gut 60 km von Saidia an der Mittelmeerküste entfernt. Die Stadt liegt in einem Talkessel in einer Höhe von etwa 550 bis 600 m ü. d. M. und grenzt im Norden an die Beni-Snassen-Berge. Die Entfernung zur nächstgrößten Stadt Nador beträgt etwa 135 km. Seit dem Jahr 2011 ist Oujda über eine Autobahn von Rabat (518 km) und Fès (324 km) aus zu erreichen. 11 km nördlich der Stadt befindet sich der internationale Flughafen Oujda-Angads.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Höhenlage herrscht in Oujda ein vergleichsweise gemäßigtes Klima: Die jährlichen Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 15 °C und 20 °C; im Sommer können allerdings auch Werte von über 40 °C erreicht werden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung von etwa 500.000 Einwohnern ist gemischt: Neben Arabern, die vorwiegend in Verwaltungs- und Wirtschaftsberufen tätig sind, gibt es eine Vielzahl von − aus dem Süden Marokkos oder aus dem Rifgebirge zugewanderten − Berbern, die in der Landwirtschaft, der Industrie und als Kleinhändler arbeiten. Viele Oujdis sind allerdings auch nach Europa emigriert − vor allem nach Frankreich und Belgien. Dennoch liegt das jährliche Bevölkerungswachstum derzeit bei 2,4 %, was auch auf anhaltende Zuwanderung von Migranten aus Südmarokko zurückzuführen ist. Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 30 Jahre. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei etwa 15 %; die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen − vor allem unter Jugendlichen − dürfte um einiges höher sein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oujda, alter Kontrollturm
Oujda, altes Stadttor (Bab-al-Gharbi)

Oujda wurde im Jahr 994 gegründet und war die Hauptstadt des Stammes der Zanata-Berber. Im Jahr 1070 fielen die Stadt und ihr Umland an die Almoraviden, die aber schon 1147 von den Almohaden abgelöst wurden. Im Jahr 1271 wurde Oujda von den Meriniden eingenommen und weitgehend zerstört; 1296 begann der Wiederaufbau und im Jahr 1335 erhielt die Stadt eine schöne merinidische Koranschule (medersa). Im 15. bis 17. Jahrhundert stritten marokkanische und algerische Dynastien um die Vorherrschaft; in dieser Zeit erhielt Oujda den Beinamen 'Stadt der Angst' (medinet el haira). Ende des 17. Jahrhunderts fiel die Stadt kurzzeitig an das osmanische Reich, wurde jedoch schon bald wieder von den Soldaten Mulai Ismails eingenommen. In einem Vertrag zwischen Marokko und Algerien aus dem Jahr 1845 wurde die nördliche Grenzlinie beider Länder festgelegt.

Oujda wurde 1844, 1859 und schließlich 1907 von den Franzosen besetzt und diente später als Militärbasis zur Kontrolle des östlichen Teils von Französisch-Marokko. Im Jahre 1948 kam es zu religiös motivierten Pogromen gegen die jüdische Minderheit, die sogenannten Pogrome von Oujda und Jerada.

Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtbild ist im Gegensatz zu vielen anderen marokkanischen Städten modern. Oujda hat eine Universität, es ist Verkehrsknotenpunkt und wichtige Handelsstadt. Obwohl der Tourismus kaum eine Rolle spielt, gibt es einige Sehenswürdigkeiten − so beispielsweise die Altstadt (medina), den Markt (suq) und den etwa 20 Hektar großen „Parc Lalla Aïcha“ mit dem Bab al-Gharbi (auch Bab Sidi Aïssa genannt) im Westen und dem Bab Sidi Abdelhouahab im Osten. Neben der bereits genannten und schön restaurierten Medersa aus den 40er Jahren des 14. Jahrhunderts haben sich auch von den mittelalterlichen Stadtmauern aus Stampflehm Teilstücke erhalten. Das 1938 von einem reichen Kaufmann erbaute Palais Dar Essabti ist für Besucher geöffnet. Außerdem gibt es ein Musée Universitaire d’Archéologie und ein Musée Ethnographique.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oujda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Oujda-Angad
  2. Bevölkerungsstatistik Marokko