Ovenhausen

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Ovenhausen
Stadt Höxter
Koordinaten: 51° 46′ 40″ N, 9° 17′ 56″ O
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 17,49 km²
Einwohner: 1098 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 37671
Vorwahl: 05278
Karte
Lage von Ovenhausen in Höxter
Katholische Kirche St. Maria Salome und ein Fachwerkhaus in Ovenhausen

Ovenhausen ist seit 1970 ein Stadtteil von Höxter im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter. Der Ort hatte zum 31. Dezember 2017 insgesamt 1.098 Einwohner[1]. 1977 wurde der Ort beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft mit der Goldmedaille ausgezeichnet und nennt sich seither Bundesgolddorf. Die Grube fließt durch den Ort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Geschichte des europaweit bedeutenden Klosters Corvey verbunden. Die erstmalige Erwähnung findet sich in einer Corveyer Urkunde aus dem Jahre 887. Der ostfränkische König und spätere römische Kaiser Karl III. beurkundete dem Kloster die Schenkung des Dorfes "Ovenhus". Ovenhausen gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des Herzogtums Sachsen, ab dem Hochmittelalter unter der Regierung der Fürstabtei Corvey und war Teil des Heiligen Römischen Reiches. Das Fürstentum Corvey war ab dem 16. Jahrhundert dem niederrheinisch-westfälischen Reichskreises zugehörig. Wie die meisten Gebiete der Fürstabtei Corvey und des Fürstbistums Paderborn wurde Ovenhausen im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg erheblich verwüstet. 1794 wurde Corvey zum Fürstbistum erhoben. 1802/1803 wurde das Fürstentum vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen. Seit 1815 gehörte Ovenhausen endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. 1945–1949 war Ovenhausen Teil der Britischen Besatzungszone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 auch durch die Bundesrepublik Deutschland.

Die St. Michaelskapelle auf dem Heiligenberg südöstlich des Ortes wurde von zwei Corveyer Mönchen im Jahre 1078 errichtet, Nebenpatronin ist die heilige Salome.

Bekannt wurde der Ort durch auch durch die Geschichte eines Algerier-Sklaven von August Franz von Haxthausen, die Urfassung der Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff: "Der Bauernvogt von Ovenhausen hatte im Herbst 1782 einen Knecht Hermann Winkelhannes, mit dem er, weil es ein tüchtiger frischer Bursche, wohl zufrieden war." [2]

Der Komponist Walter Steffens schrieb Opern sowohl nach der Novelle "Die Judenbuche" als auch nach der Lebensgeschichte des historischen Winkelhannes.

Das 1805 im Ort errichtete Uhlmann-Haus befindet sich heute im LWL-Freilichtmuseum Detmold und dokumentiert auch das Schicksal der jüdischen Familie Uhlmann, die bis zu ihrer Deportation zur Zeit des Nationalsozialismus im Dezember 1941 darin lebte.[3]

Am 1. Januar 1970 wurde Ovenhausen in die Kreisstadt Höxter eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung 
Jahr Einwohner Quellen
01.12.1910 1007 [5]
1925 966 [6]
1933 971 [6]
1939 944 [6]
06.06.1961 1186 [7]
31.12.1967 1251
31.12.1969 1219 [8]
23.06.1998 1241 [9]
31.12.1999 1241 [9]
31.12.2001 1221 [9]
31.12.2002 1209 [9]
31.12.2003 1202 [9]
31.12.2006 1178 [9]
31.12.2007 1165 [9]
31.12.2009 1116 [9]
31.12.2010 1118 [9]
31.12.2011 1124 [9]
31.12.2012 1179 [10]
31.12.2013 1161 [11]
31.12.2015 1073
31.12.2016 1114 [12]
31.12.2017 1098 [1]

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Ovenhausen um die 1000 Einwohner; nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs diese Zahl bis 1967 auf etwa 1200 Einwohner an und bewegt sich seitdem auf diesem Niveau.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz-Josef Gottlob: Ovenhausen. In: Josef Drewes (Hrsg.): Das Hochstift Paderborn. Portrait einer Region. Schöningh, Paderborn u. a. 1997, ISBN 3-506-95293-5, S. 374–375.
  • Stefan Baumeier, Heinrich Stiewe (Hrsg.): Die vergessenen Nachbarn: Juden auf dem Lande im östlichen Westfalen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, ISBN 3-89534-574-1, (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold, Landesmuseum für Volkskunde 24).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ovenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ovenhausen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Geschichte eines Algierer-Sklaven – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stadtportrait Höxter 2017
  2. August Franz von Haxthausen: Geschichte eines Algierer-Sklaven. In: Wünschelruthe, 1818
  3. Jacob Pins Gesellschaft Kunstverein Höxter e. V., Fritz Ostkämper: Juden in Ovenhausen
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 108.
  5. Gemeindeverzeichnis 1900: Landkreis Höxter
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. hoexter.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 236.
  8. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 106.
  9. a b c d e f g h i j Stadt Höxter > Demografieprozess in Ovenhausen. Abgerufen am 18. Mai 2014 (PDF).
  10. 30.06.2012 Zahlen & Fakten (Memento vom 5. Januar 2013 im Webarchiv archive.is)
  11. 30.06.2013 Zahlen & Fakten (Memento vom 1. Januar 2014 im Webarchiv archive.is)
  12. Zahlen & Fakten 2016