Overton-Fenster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Overton-Fenster ist die Theorie von der Existenz eines Rahmens für eine akzeptable Meinungsvielfalt in öffentlichen Stellungnahmen, unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Moral. Nach diesem Modell enthält dieses Fenster eine Reihe von Postulaten, die im aktuellen Klima der öffentlichen Meinung als politisch akzeptabel angesehen werden und die ein Politiker empfehlen kann, ohne als zu extrem zu wirken, um ein öffentliches Amt zu erhalten oder zu behalten. Das Konzept wird auf der ganzen Welt angewandt, insbesondere von politischen Analytikern – zum Beispiel zur Evaluation und Einschätzung von Sachverhalten.

Begriffsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von dem Begründer dieser Theorie Joseph P. Overton (1960–2003) ab − einem amerikanischem Anwalt und ehemaligen Vizepräsidenten des Mackinac Center for Public Policy. Overton behauptete, die politische Lebensfähigkeit einer Idee hinge hauptsächlich davon ab, ob sie in dieses Modell passe und nicht den individuellen Präferenzen der Politiker gemäß konzipiert sei.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Overton beschrieb eine Bandbreite von „mehr Freiheit“ bis „weniger Freiheit“ in Bezug auf staatliche Eingriffe, die senkrecht auf einer Achse angeordnet werden, um einen Vergleich mit dem politischen Spektrum von links nach rechts zu vermeiden. Wenn sich das Spektrum bewegt oder erweitert wird, kann eine Idee an einem bestimmten Ort mehr oder weniger politisch akzeptabel werden. Nach dem politischen Sprecher Joshua Treviño lässt sich das Fenster gemäß dem Grad der Akzeptanz öffentlicher Ideen in folgende grob gefasste Bereiche unterteilen:

  • undenkbar
  • radikal
  • akzeptabel
  • sinnvoll
  • aktuell
  • Staatspolitik

Das Overton-Fenster ist ein Ansatz, um zu bestimmen, welche Ideen den Bereich der Akzeptanz innerhalb der möglichen Regierungspolitik einer Demokratie definieren. Befürworter von Postulaten außerhalb des Fensters versuchen, die Öffentlichkeit zu überzeugen oder sie zu beeinflussen, um das Fenster zu verschieben und/oder zu erweitern. Befürworter der gegenwärtigen oder ähnlicher Standards versuchen innerhalb des Fensters die Menschen davon zu überzeugen, dass die außerhalb liegende Politik als inakzeptabel betrachtet werden sollte. Nach Overtons Tod haben andere das Konzept der Anpassung des Fensters durch die bewusste Förderung von Ideen außerhalb des „äußeren Rands“ untersucht, mit der Absicht, weniger Randideen durch Vergleich akzeptabel zu machen. Die Door-in-the-Face-Technik der Überredung funktioniert ähnlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]