Owaraha

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Owaraha
NASA-Satellitenbild von Owa Raha
NASA-Satellitenbild von Owa Raha
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Salomon-Inseln
Geographische Lage 10° 49′ 54″ S, 162° 28′ 1″ OKoordinaten: 10° 49′ 54″ S, 162° 28′ 1″ O
Owaraha (Salomonen)
Owaraha
Länge 5,6 km
Breite 4,5 km
Fläche 15,7 km²
Höchste Erhebung Faraina
143 m
Einwohner 1547 (23. November 2009)
99 Einw./km²
Hauptort Ghupuna

Owaraha, auch Owa Raha (früher Santa Ana) ist eine Insel des Inselstaats der Salomonen im Pazifik.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owaraha gehört zur Provinz Makira und Ulawa. Sie ist ein gehobenes Atoll, etwa 5,6 km lang und bis zu 4,5 km breit. Die Insel wird von Makira (früher auch als San Cristóbal bekannt) durch einen ca. 7,5 km breiten Arm des Pazifiks getrennt. 2,8 km südlich von Owaraha liegt die kleinere Insel Owariki (Santa Catalina). Dazwischen liegt die Paraghawa Strait. Die größten Orte der Insel sind Ghupuna an der West- und Nafinotoga an der Südostküste.

Die höchste Erhebung auf Owaraha ist der Faraina mit 143 m über Meereshöhe. In der Mitte der Insel befinden sich zwei Brackwasserseen: Wairafa mit den Maßen von 1.600×700 m und Waipiapia mit 400×300 m.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owaraha wurde gemäß den Funden in zwei Höhlen bei Rate und Feru bereits um 1280 v. Chr. besiedelt. 1568 entdeckte der spanische Seefahrer Alvaro de Mendaña de Neyra, der von Peru aus die terra australis finden sollte, die Insel für die europäische Welt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner von Owaraha sprechen die Owa-Sprache (ISO 639-3: stn), die auch auf Owariki und im östlichen Teil von Makira zum Beispiel in Star Harbour gesprochen wird. Diese wird manchmal auch als Kahua bezeichnet.

1932 besuchte der österreichische Ethnologe und Fotograf Hugo Bernatzik die Insel. Während seines Aufenthalts dokumentierte und fotografierte Bernatzik das tägliche Leben der Einwohner. Er war davon überzeugt, dass die von ihm dokumentierte Kultur durch das Zusammentreffen mit der westlichen Welt zum Untergang verurteilt sei. 1936 wurde sein Buch Owa Raha veröffentlicht.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden von Owaraha gibt es eine unbefestigte Landebahn für Flugzeuge. Die IATA-kennung ist NNB, die der ICAO ist AGGT. Der „Hafen“ für motorbetriebene Kanus von der Hauptstadt der Nachbarinsel Makira, Kirakira, ist die Mary Bay, die nach bis zu 4 Stunden dauernder Überfahrt erreicht werden kann.

In Wataghera befinden sich zwei Ahnenhäuser in denen die sterblichen Überreste von Toten seit ca. 500 Jahren aufbewahrt werden. Fotografieren ist dort normalerweise nicht gestattet, Frauen dürfen die Häuser nicht betreten.

Mitbringsel von der Insel sind Holzschalen, die in der Form von Haifischen modelliert werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Bernatzik: Owa Raha, Büchergilde Gutenberg, Wien/Zürich/Prag 1936
  • Doris Byer: Die große Insel: südpazifische Lebensgeschichten. Autobiografische Berichte aus dem südöstlichen Salomonen-Archipel seit 1914, Böhlau, Wien/Köln/Weimar 1996. ISBN 3-205-98441-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]