Oxymetholon

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Strukturformel
Strukturformel von Oxymetholon
Allgemeines
Freiname Oxymetholon
Andere Namen
  • 17β-Hydroxy-2-(hydroxymethylen)-17-methyl-5α-androstan-3-on
  • Anasteron
Summenformel C21H32O3
Kurzbeschreibung

weißliches, geruchloses, kristallines Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken0[Ein-/ausblenden]
CAS-Nummer 434-07-1
PubChem 5281034
Wikidata Q420864
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A14AA05

Eigenschaften
Molare Masse 332,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

178–180 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 351​‐​361
P: 281 [2]
Toxikologische Daten
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Oxymetholon ist ein synthetisch hergestellter Arzneistoff aus der Gruppe der anabolen Steroide und ist ein Abkömmling (Derivat) des physiologisch vorkommenden Sexualhormons Dihydrotestosteron.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxymetholon wurde 1960 von der Firma Syntex entwickelt und vermarktet. Das damalige Einsatzgebiet lag in der Behandlung von Blutarmut, da der Wirkstoff die Fähigkeit besitzt, die Anzahl der roten Blutkörperchen zu steigern. Die Produktion des Mittels wurde 1993 seitens Syntex eingestellt, da neuere Wirkstoffe sich bei der Behandlung von Blutarmut als effektiver und besser verträglich erwiesen hatten. Im Jahre 1998 wurde Oxymetholon von dem Pharmaunternehmen Unimed erneut vorübergehend auf den Markt gebracht, da es sich als effektives Mittel zur Steigerung des Körpergewichts bei Krankheiten wie AIDS, die mit einem starken Gewichtsverlust einhergehen, erwiesen hatte.[6]

Wirkungsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Derivat des Dihydrotestosterons (DHT) kann Oxymetholon im menschlichen Körper nicht zu Östrogen konvertieren, bewirkt jedoch im Gegensatz zu DHT Ansetzen von Fettgewebe und Einlagerung von Wasser im Körper. Die Ursache dafür ist eine Aktivierung von Östrogenrezeptoren durch Oxymetholon und dadurch ausgelöste östrogentypische Wirkungen. Oxymetholon stimuliert ferner die Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen (Erythropoese).

Missbrauch im Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxymetholon ist als Dopingmittel vor allem unter dem Namen Anapolon bekannt. Aufgrund seiner ausgeprägten anabolen und androgenen Wirkung wird es von dopenden Kraftsportlern, Bodybuildern, Ringern, Boxern usw. missbraucht, um einen raschen Kraftanstieg zu erzielen. Es gilt als eines der wirkungsvollsten, aber zugleich auch schädlichsten Steroide. Eine Wirkung tritt bereits nach der ersten Gabe ein.

Seit 2005 steht Oxymetholon auf der Dopingliste The 2005 Prohibited List der World Anti-Doping Agency (WADA).[1] Ein Besitz von mehr als 100 mg wird nach dem deutschen Arzneimittelgesetz, gemäß der Dopingmittel-Mengen-Verordnung, als nicht geringe Menge gewertet.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxymetholon besitzt eine Reihe Nebenwirkungen, unter anderem:

  • Leberfunktionsstörungen (Studien deuten auf Leberkrebs bei längerem Gebrauch hin)
  • Gelbsucht
  • Erhöhung des Blutdruckes
  • fettige Haut und starke Akne
  • beschleunigter Haarausfall der mit Finasterid nicht behandelt werden kann
  • starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall
  • Nasenbluten
  • allgemeines Unwohlsein
  • starkes Schwitzen
  • Verschlechterung der Blutfettwerte
  • gestörte Schilddrüsenfunktion

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Oxymetholon. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 23. Juni 2011.
  2. a b Datenblatt Oxymetholone bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 9. Mai 2017 (PDF).
  3. a b Eintrag zu Oxymetholon in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. JAMA, Journal of the American Medical Association. Vol. 240, S. 243, 1978.
  5. Drugs in Japan Vol. 6, S. 156, 1982.
  6. FTW Publishing – Steroid Info Oxymetholon, 2006.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!