Ozaki Hotsumi

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Ozaki Hotsumi

Ozaki Hotsumi (jap. 尾崎 秀実; * 29. April[1] oder 1. Mai 1901[2] in Shirakawa, Präfektur Gifu; † 7. November 1944 in Toshima, Stadt Tokio (heute: Tokio)) war ein japanischer Journalist, Kommunist und Spion im Auftrag der Sowjetunion.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ozaki Hotsumi wurde in Tokio geboren, verbrachte aber die meiste Zeit seiner Kindheit und Jugend auf Taiwan. Er studierte an der Universität Tokio und schloss sich während dieser Zeit der radikal-sozialistischen Gruppe „Shinjinkai“[A 1] an. Nach dem Abschluss an der Universität arbeitete er für die Zeitung Tokyo Asahi Shimbun.

Er interessierte sich sehr für die chinesische Revolution und für die damit verbundenen Probleme und ging von 1928 bis 1932 als Sonderkorrespondent nach Shanghai. Seit seiner Studienzeit hatte er sich für den Marxismus interessiert und hatte Kontakt zu verschiedenen Personen vom linken Flügel, schloss sich aber zu keiner Zeit der Kommunistischen Partei an. Er verließ 1938 Asahi und arbeitete in Teilzeit für die Südmandschurische Eisenbahn. – Seine Kenntnisse und Ansichten zu China wurden weit anerkannt, er wurde als Mitglied er „Shōwa Kenkyūkai“[A 2] ein Berater von Konoe Fumimaro.

Ozaki gehörte dem Kreis um Richard Sorge an und wurde 1941 im Zusammenhang mit dem Sorge-Zwischenfall verhaftet, 1943 mit diesem zum Tode verurteilt und 1944 wurde am selben Tag unmittelbar vor Sorge gehängt. Er war der einzige Japaner, der während des Zweiten Weltkrieges in Japan wegen Landesverrats im Sugamo-Gefängnis gehängt wurde

In der Haft hatte Ozaki Gedichte für seine Frau und seine Tochter verfasst, die nach dem Krieg erfolgreich verlegt wurden. Dadurch wandelte sich das Bild der japanischen Öffentlichkeit von Ozaki Hotsumi vom Landesverräter hin zum Kämpfer gegen den Krieg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kyousansyumi.net/old01/jiten.f/ozakihotumi.html
  2. Personeneintrag zu Ozaki Hotsumi in der Aozora Bunko

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Shinjikai (新人会) war Dezember 1918 an der Universität Tokio gegründet worden. Zu den führenden Personen gehörte Akamatsu Katsumaro (赤松克麿; 1894–1955).
  2. Die Shōwa Kenkyūkai (昭和研究会) war eine Gruppe von liberalen Demokraten, die sich November 1936 formierte, um die nationale und internationale politische Zusammenarbeit Japans zu diskutieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Noma (Hrsg.): Ozaki Hotsumi. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X
  • Hunter, Janet: Ozaki Hotsumi. In: Concise Dictionary of Modern Japanese History. Kodansha International, 1984. ISBN 4-7700-1193-8.
  • Chalmers A. Johnson: An Instance of Treason. Ozaki Hotsumi and the Sorge Spy Ring. Stanford University Press, 1990, ISBN 0-8047-1766-4
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Ozaki der Familienname, Hotsumi der Vorname.