Ozeanisches Plateau

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Höhenmodell des Ozeanbodens des südlichen Indischen Ozeans mit dem Kerguelen-Plateau, das mit den Kerguelen bis zur Meeresoberfläche aufragt.

Ein Ozeanisches Plateau (auch Ozeanplateau, Submarines Plateau oder Untermeerisches Plateau) ist ein ausgedehntes, verhältnismäßig ebenes Gebiet, das sich deutlich (mindestens 200 m) über den Ozeanboden erhebt.[1] Es handelt sich in der Regel um Zeugnisse von magmatischen Großprovinzen, die durch den Austritt großer Mengen basaltischer Lava am Meeresboden erzeugt wurden. Ihre geologischen Gegenstücke auf den Kontinenten sind die Flutbasalte, so etwa der Dekkan-Trapp in Indien oder die Basalte der Snake River Plain in den Vereinigten Staaten.

Von den Ozeanischen Plateaus im eigentlichen Sinne zu unterscheiden sind Schelf­plateaus, die aus abgerifteter, ausgedünnter kontinentaler Kruste bestehen. Dazu gehören unter anderem Zealandia oder das Rockall-Plateau.

Ozeanische Plateaus als Übergangsformen[Bearbeiten]

Da ozeanische Plateaus eine geringere Dichte als der umgebende Ozeanboden besitzen, könnten sie ein Übergangsstadium zu echter kontinentaler Kruste darstellen. Diese Dichteunterschiede entstehen durch den unterschiedlichen Anteil der verschiedenen Minerale, die am Aufbau der Gesteine beteiligt sind. Kontinentale Kruste besitzt im Mittel den höchsten Anteil felsischer (feldsdpat- und quarzreicher) Gesteine, während ozeanische Kruste zu einem deutlich größeren Teil aus mafischen Gesteinen besteht. Die Gesteine ozeanischer Plateaus sind felsischer als normale ozeanische Kruste, aber immer noch eher mafisch als felsisch.

Wenn eine tektonische Platte mit ozeanischer Kruste unter eine Platte subduziert, die ein ozeanisches Plateau trägt, dann entsteht infolge der (teilweisen) Aufschmelzung der in den Erdmantel abtauchenden Platte ein Magma, das aufsteigt und als vulkanisches Material an der Oberfläche des Plateaus austritt. Dieses ist deutlich felsischer als das Material des ozeanischen Plateaus. Wird das Plateau ebenfalls subduziert, so entsteht wiederum Material, das noch weniger mafische Minerale enthält. Der Kreislauf kann somit zur Entstehung kontinentaler Kruste führen.

Liste von Ozeanplateaus[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Rajeev K. Nair und Thomas Chacko: Oceanic Plateaus: Nuclei for Archean Cratons. 2005 (Online-Kurzfassung).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oceanic Plateau. In: Encyclopædia Britannica. 2008, abgerufen am 28. Januar 2010.
  2.  G. Uenzelmann-Neben, K. Gohl, A. Ehrhardt und M. Seargent: Agulhas Plateau, SW Indian Ocean: New Evidence for Excessive Volcanism. In: Geophysical Research Letters. 26 (13), 1999, S. 1941–1944 (Online-Kurzfassung).