Pädagogikunterricht

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Pädagogikunterricht ist ein Unterrichtsfach, das in verschiedenen Schulformen, meist in der Sekundarstufe Ⅱ, angeboten wird.

In manchen Schulen oder Schulformen wird das Fach auch Erziehungswissenschaft genannt. Die Benennung des Faches wird nicht einheitlich vorgenommen, an vielen Stellen soll der wissenschaftliche Charakter des Faches betont werden, sodass sich die Bezeichnung Erziehungswissenschaft etabliert hat.

Ziele des Pädagogikunterrichts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pädagogikunterricht heißt: Lernen den Menschen als lernendes Wesen zu verstehen. Aus diesem Grund ist das Fach Erziehungswissenschaft ein unentbehrliches Fach.

Eingebettet wird der erziehungswissenschaftliche Unterricht in vier Schwerpunkte:

  1.  Eine zielgerichtete Vorbereitung auf ein Studium der pädagogischen oder psychologischen Fächergruppe,
  2.  Reflexion über das ubiquitäre Phänomen von Erziehung und Sozialisation in allen Berufen bzw. beruflichen Situationen,
  3.  Vorbereitung auf ein Studium anderer Fächer unter methodischem und lernpsychologischem Aspekt,
  4.  eine reflektierte Identitätsbildung.

Die pädagogische Perspektive, die die Fachschaft auf die Inhalte des Faches einnimmt, bestimmt die genannten Schwerpunkte. Sie ist als eine Haltung gegenüber Menschen oder gesellschaftlichen Prozessen zu verstehen, die das Ziel hat, förderliche Strukturen für Menschen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, zu reflektieren. Damit hilft das Fach, Schülern und Schülerinnen ein reflektiertes Verständnis gesellschaftlicher Prozesse als auch der eigenen Identitätsentwicklung einzunehmen. Auf der Grundlage pädagogischer Kategorien können Schülerinnen und Schüler sowohl ihre eigene Entwicklung reflektieren als auch gesellschaftliche Entwicklungen verantwortlich mitgestalten. Damit kommt Schülerinnen und Schüler eine Doppelrolle zu, die des zukünftigen Erziehers, der in der Zukunft Erziehung (mit-)gestaltet als auch des Edukanden, des von der Erziehung Betroffenen. Die Kategorien pädagogischer Reflexion und Handlung betreffen dabei den Edukanden, den erzieherisch Tätigen (Erzieher), die Bedingungen des pädagogischen Handelns als auch deren Maßnahmen und Ziele sowie die Normativität und Wirkung erzieherischer Förderung.

Im Fach Erziehungswissenschaft geht davon aus, dass die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern, und auch aller anderer Menschen, innerhalb eines Sozialisationsprozesses durch Veränderungen geprägt ist. Die pädagogische Perspektive erlaubt dabei zu fragen, wie diese Veränderungen zur Förderung des Menschen beitragen. Insofern liegt der Gewinn der Schülerinnen und Schüler am erziehungswissenschaftlichen Unterricht nicht nur in einer Erweiterung ihrer Sachkompetenz, sondern auch in der Handlungs- und Methodenkompetenz, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht gemäß des Art. 7 der Verfassung für das Land NRW die Achtung vor der Würde des Menschen und die Bereitschaft zum sozialen Handeln verantwortungsvoll zu übernehmen.

Die Vermittlung pädagogischer Erkenntnis- und Denkweisen tragen zum Aufbau einer reflektierten pädagogischen Kompetenz bei, die die Möglichkeit einer mündigen Urteilsbildung beinhaltet. Mündigkeit ist im Sinne Kants über die Vermittlung reflektierter Kompetenz zu erreichen und wird auch als Ziel der schulischen Erziehung definiert. Mündigkeit erlaubt es, ohne den Verstand eines anderen zu bedienen, eigene Bewertungen vorzunehmen und somit selbstständig Urteile zu bilden, die zu einer selbstbestimmten Gestaltung des Lebens in einer demokratisch verfassten Gesellschaft führt.

Das Fach Erziehungswissenschaft spiegelt dazu aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen wider; Zusammenhänge, Ursachen für menschliches Verhalten und dessen Förderung sind zentrale Aspekte des Pädagogikunterrichts. Das Fach leitet Schülerinnen und Schüler an, Kompetenzen zu erwerben, die sie für eine verantwortungsvolle Teilhabe in der Gesellschaft benötigen.

Eine Aufgabe der Gegenwart und Zukunft lautet z.B. interkulturelle Bildung; dieses Thema wird sowohl auf inhaltlicher als auch auf Metaebene Gegenstand des Pädagogikunterrichts. Das Fach schult die interkulturelle Kompetenz der Schüler und ermöglicht es den Schülern diese in gesellschaftliche Prozesse einfließen zu lassen.

Das Fach Erziehungswissenschaft soll Schülerinnen und Schüler, die pädagogische Berufsfelder für sich in Betracht ziehen, hinsichtlich eines geeigneten Basiswissens qualifizieren. Nicht zuletzt möchte das Fach auch für pädagogische Berufe motivieren.

Die Schülerinnen und Schüler, die z.B. Lehrer werden möchten, lernen im Pädagogikunterricht Voraussetzungen kennen für die Gestaltung gelingender Lernprozesse. Sie erhalten auch Einblicke in psychologische Aspekte menschlichen Verhaltens. Kurz gesagt: Sie lernen den Menschen als lernendes Wesen zu verstehen.

Für Schülerinnen und Schüler, die später „etwas mit Menschen“ machen wollen, also in ihrer Berufswahl noch unschlüssig sind, ist Pädagogikunterricht als Ausgangsbasis für unterschiedliche Berufe sinnvoll.