Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum ist eine Kommission der Römischen Kurie zur Förderung der Beziehungen zwischen Juden und römisch-katholischer Kirche. Sie wurde 1974 von Papst Paul VI. auf Basis der Konzilserklärung Nostra Aetate und der rechtliche Grundlagen von Art. 138 Pastor Bonus eingerichtet. Hierbei handelt es sich um ein Gesetz mit Außenwirkung gem. cc. 7 ff., c. 12 § 1 CIC.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Oktober 1965 veröffentlichte Papst Paul VI. die durch das Zweite Vatikanische Konzil erarbeitete Erklärung Nostra Aetate (deutsch: In unserer Zeit). Mit dieser Erklärung tritt die römisch-katholische Kirche in eine neue Phase der Verständigung mit dem Judentum ein. 1970 wurde ein Internationales katholisch-jüdisches Verbindungskomitee gebildet. Dieses sollte zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum den offiziellen Dialog einleiten. Das erste gemeinsame Treffen wurde 1971 in Paris abgehalten. Die jetzige Kommission wurde am 22. Oktober 1974 errichtet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vom Grundsatz her eigenständige Kommission untersteht dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen Kurt Kardinal Koch, der gleichzeitig Kommissionspräsident ist. Der Vizepräsident dieses Gremiums ist gleichzeitig der Sekretär des sogenannten Einheitsrates. Die laufenden Geschäftet leitet ein hauptamtlicher geschäftsführender Sekretär.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommission hat zur Umsetzung der Vatikanerklärung Nostra Aetate zwei wichtige Dokumente veröffentlicht: die „Richtlinien und Vorschläge für die Ausführung der Konzilserklärung Nostra Aetate“ (1. Dezember 1974) und die „Anmerkungen zur korrekten Darstellung von Juden und Judentum in Predigt und Katechese innerhalb der römisch-katholischen Kirche“[1](24. Juni 1985)

Während die Beratungen und Kontakte der Kommission i.a. nicht publiziert werden, erfolgt dies z.B. bei Berichten zu themenrelevanten Tagungen und Symposien in wissenschaftsüblicher Form.

Vollversammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommission hält jährlich eine Vollversammlung ab. Bei der Vollversammlung im Oktober 2012 unter Vorsitz von Kurienkardinal Kurt Koch wurde unter anderem über den „Tag des Judentums“ nachgedacht, der in mehreren europäischen Ländern, darunter Schweiz und Österreich, bereits begangen wird; einige weitere Bischofskonferenzen überlegen, ihn in ihrem Bereich ebenfalls einzuführen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeitshilfen der Deutschen Bischofskonferenz (PDF)
  2. Vatikan: Vollversammlung der Kommission für die Beziehungen zum Judentum. vaticanhistory. 30. Oktober 2012. Abgerufen am 17. Oktober 2013.