Pömer von Diepoltsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen der Pömer

Die Pömer von Diepoltsdorf waren eine Patrizierfamilie der Reichsstadt Nürnberg, erstmals urkundlich in Nürnberg erwähnt um 1286. Die Pömer waren, mit kurzen Unterbrechungen, ab 1395 bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im „Inneren Rat“ vertreten und gehörten nach dem „Tanzstatut“ zu den „neuen“ ratsfähigen Geschlechtern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abstammung der Pömer ist nicht geklärt. Dem Hallerbuch von 1533 zufolge, stammten sie aus Pommern und sollen bereits im späten 13. Jahrhundert in Nürnberg gelebt haben. Im Jahre 1286 wurde erstmals ein „Pomero“ in Nürnberg genannt; 1289 ein Ortlieb, Schwiegersohn des Pomero (eventuell ein Mitglied der Patrizierfamilie Ortlieb); 1302 und 1311 die Tochter eines Pomero. Es ist unklar ob diese Personen der späteren Patrizierfamilie Pömer zuzurechnen sind.

Die Pömer betrieben Fernhandel und waren mit bedeutenden Patrizierfamilien wie zum Beispiel den Haller, Kreß und Pfinzing verehelicht.

Mit Georg Pömer war 1395 das erste Mitglied der Familie im Inneren Rat vertreten. Hector Pömer, der bedeutendste Vertreter des Geschlechts, war Propst von St. Lorenz. 1522 berief er Andreas Osiander zum Prediger und beeinflusste damit maßgeblich die Reformation in Nürnberg. Heute erinnert im Nürnberger Stadtteil Großgründlach eine Straße an ihn.

1689 erwarb Georg Christoph Pömer durch die Heirat mit Maria Magdalena Stockammer den namengebenden Herrensitz Diepoltsdorf und die Pömer nannten sich seitdem „Pömer von Diepoltsdorf“. 1697 wurde der Namenszusatz als Adelstitel anerkannt.

Georg Wilhelm Pömer musste den Herrensitz wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten bereits 1760 bereits wieder verkaufen. Mit Georg Friedrich Wilhelm von Pömer von Diepoltsdorf starben die Pömer 1814 in männlicher Linie aus.

Ehemalige Besitzungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  ????–1425 das Dorf Röckenhof
  •  ????–???? Grundbesitz in Kleingeschaidt
  • 1370–1514 den Herrensitz Röckenhof
  • 1568–1579 das Baderschloss in Mögeldorf
  • 1611–1632 den Herrensitz Steinach
  •  ????–???? Grundherrschaft über Menschhof bei Kirchensittenbach
  • 1689–1760 den Herrensitz „Neue Behausung“ im namensgebenden Diepoltsdorf bei Simmelsdorf
  • 1695–1700 den Herrensitz Vogelsgarten in der Tullnau
  • 1716–1763 den Herrensitz Kressenhof in Erlenstegen
  • 1748–1780 den „Pömerschen Sitz“ in Erlenstegen[1]

Stiftungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pömerepitaph in der Nürnberger Sebalduskirche (Ausschnitt mit Wappen der Familie Pömer und Eintrag des letzten Namensträgers)
  • Das Pömerepitaph in der Nürnberger Sebalduskirche aus dem 18. Jahrhundert, hält die Lebensdaten mehrerer Generationen der Familie fest. (im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt)

Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hector Pömer (1495–1541), Propst von St. Lorenz
  • Wolf Albrecht Pömer (?–?), um 1633 Pfleger der Festung Lichtenau
  • Georg Friedrich Wilhelm von Pömer von Diepoltsdorf (1742–1814), letzter männliche Vertreter des Geschlechts

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrägrechts geteilt, oben von Rot und Silber vierfach geschrägt, unten schwarz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pömer von Diepoltsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien