Pötenitz

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Pötenitz
Stadt Dassow
Koordinaten: 53° 56′ 56″ N, 10° 55′ 26″ O
Höhe: 14 m ü. NHN
Eingemeindung: 13. Juni 2004
Eingemeindet nach: Dassow
Postleitzahl: 23942
Vorwahl: 038826

Pötenitz ist ein Ortsteil der Stadt Dassow im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Kolonnenweg nördlich Pötenitz

Der Ort liegt sechs Kilometer nordwestlich von Dassow. Die Gemarkung Pötenitz reicht im Norden bis an die Lübecker Bucht heran und bildet hier den westlichsten Strand- und Uferanteil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee. Die Pötenitzer Strandwiesen, die auf nacheiszeitlich ausgebildete Strandwälle zurückgehen und die nähere Umgebung des Ortes von der offenen Ostsee abschnitten, bilden heute den nordwestlichsten Teil vom Naturschutzgebiet Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf mit Harkenbäkniederung.[2]

Im Westen liegt eine Ausbuchtung der Trave, die Pötenitzer Wiek. Diese gehört zu Schleswig-Holstein und somit bildet das Ufer des Gewässers zudem die Grenze zwischen den Bundesländern. Die Uferzone der Pötenitzer Wiek und der im Westen und vor allem im Südwesten vorhandene Naturwald zählen ebenfalls zum zuvor genannten Naturschutzgebiet. Fast die gesamte südliche Hälfte der Gemarkung gehört zum EU-Vogelschutzgebiet „Feldmark und Uferzone an Untertrave und Dassower See“.[2]

Die Nachbarorte sind Rosenhagen im Nordosten, Harkensee im Osten, Feldhusen im Südosten, Johannstorf im Süden, Volkstorf im Südwesten sowie Priwall im Nordwesten.[2]

aufgelassener Wachturm der Innerdeutschen Grenze (2014)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Pötenitz war bis 1854 Pertinenz (Nebengut) von Johannstorf. Um Eigentum- und Hoheitsrechte auf dem Priwall gab es jahrhundertelange Auseinandersetzungen mit der Stadt Lübeck. 1803 bestätigte der § 9 des Reichsdeputationshauptschlusses den Priwall als ausschließliches Eigenthum der Stadt Lübeck; Mecklenburg-Schwerin erhielt als Abgeltung alter Ansprüche dafür die Lübecker Hospitaldörfer auf Poel – gegen den öffentlichen Einspruch des damaligen Eigentümers von Johannstorf und Pötenitz, Michael Gottfried Eckermann.[3] 1843 hatte Pötenitz 142 Einwohner und eine Schule.[4] Seit 1782 im Besitz der Familie Eckermann, kam Pötenitz 1902 in den Besitz der Familie von Brocken.[5] Und dies blieb es bis 1945.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Rosenhagen eingegliedert.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Pötenitz wurde zum 13. Juni 2004 aufgelöst und als Ortsteil in die Stadt Dassow eingegliedert.[6]

Luftwaffenzeugamt Pötenitz

In der Zeit des Nationalsozialismus errichtete die Luftwaffe an der Pötenitzer Wiek in der Nähe des Ortes ein Zeugamt, das als Schnittstelle zwischen waffenherstellender Industrie und verschiedenen Stellen in der Luftwaffe fungieren sollte. Nach Kriegsende wurde das Gelände des Luftwaffenzeugamts durch alliierte Truppen zerstört.[7]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Pötenitz von der Parkseite

Das Schloss Pötenitz und die dazugehörige Gutsanlage befindet sich am Nordrand der Siedlung und steht unter Denkmalschutz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Straßenverbindung für den Ort stellt die Kreisstraße 45 dar. Durch sie ist Pötenitz mit dem Priwall im Nordwesten und der Stadt Dassow im Südosten verbunden. Die Ortslage ist zudem von Osten her über die Kreisstraße 3 zu erreichen.[2]

Die Bahnstrecke Schönberg–Dassow wurde 1937/1938 in Regie der Luftwaffe über den bisherigen Endbahnhof Dassow hinaus bis in das Luftwaffenzeugamt verlängert. In Pötenitz gab es keinen Personenbahnhof, sondern es wurde sämtlicher ziviler Personen- und Güterverkehr an der Übergabestelle bei Einfahrt in das Luftwaffenzeugamt bei km 13,4 abgewickelt. Im Zeugamt selbst lagen noch 8,8 km Gleise. Der Eisenbahnanschluss wurde bereits im Juni 1945 gesperrt und für Reparationsleistungen an die Sowjetunion vorgesehen. Der Abschnitt zwischen Dassow-Vorwerk und Pötenitz wurde 1949 abgebaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton von Brocken (1871–1931), Rechtsritter des Johanniterordens und ab 1902 Besitzer des Schlosses Pötenitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pötenitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Dassow vom 18. November 2014. (schoenberger-land.de [PDF; 5,4 MB; abgerufen am 9. Januar 2017]).
  2. a b c d Geodatenviewer des Amtes für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen Mecklenburg-Vorpommern (Hinweise)
  3. Promemoria den § 9 des Reichs-Deputations-Recesses de dato Regensburg den 22. November 1802 und die darinn gedachte Halbinsel Priwall betreffend: der Hochansehnlichen und erlauchten ausserordentlichen Reichs-Deputation in Regensburg ehrerbietigst gewidmet von Michael Gottfried Eckermann als Besitzer und Eigenthümer des im Herzogthum Mecklenburg belegenen Lehnguts Johannistorf, und der dazu als Pertinenz gehörenden obgenannten Halbinsel Priwall. 1803
  4. Gustav Hempel: Geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Meklenburger Landes. Band 2, Parchim & Ludwigslust: Hinstorff 1843, S. 225
  5. Niekammers Güteradressbuch Mecklenburg Schwerin und Strelitz, Bd IV, Stettin 1908, S. 84.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  7. Luftzeugamt See / Pötenitz. In: geschichtsspuren.de. 31. Oktober 2002; abgerufen am 23. Juli 2017.