Pöttelsdorf

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Pöttelsdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pöttelsdorf
Pöttelsdorf (Österreich)
Pöttelsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 7,85 km²
Koordinaten: 47° 45′ N, 16° 26′ OKoordinaten: 47° 45′ 9″ N, 16° 26′ 12″ O
Höhe: 205 m ü. A.
Einwohner: 723 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 92 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7023
Gemeindekennziffer: 1 06 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Pöttelsdorf
7023 Pöttelsdorf
Website: www.gemeindepoettelsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Rainer Schuber (ÖVP)
Gemeinderat: (2017)
(13 Mitglieder)
8
5
Insgesamt 13 Sitze
Lage der Gemeinde Pöttelsdorf im Bezirk Mattersburg
AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenlandLage der Gemeinde Pöttelsdorf im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Wulkabrücke mit Blumenschmuck
Wulkabrücke mit Blumenschmuck
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pöttelsdorf ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Petőfalva.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pöttelsdorf stellt eine Talsiedlung entlang des Wulka-Tals dar, ein Teil des Gebiets erhebt sich im Süden sanft gegen den Marzer Kogel und bildet das traditionelle Weinbaugebiet.

Der Altlauf der Wulka wurde wiederhergestellt; das Wulka-Biotop ist ein Hochwasserrückhaltebecken, das umweltschonend in die Natur eingebettet wurde und den landschaftlichen Reiz mit seiner Tier- und Pflanzenwelt noch zusätzlich bereichert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später lag das heutige Pöttelsdorf in der römischen Provinz Pannonia.

Im Jahr 1926 wurde beim Brunnenschlagen ein Frauenskelett gefunden. Anhand der Grabbeigaben – ein Bronzearmreif und zwei Tongefäße – lässt sich das Grab in die Frühlatènezeit (~380 v. Chr. – 280 v. Chr.) datieren. Die Körperbestattung eines jungen Mannes, ebenfalls aus der Frühlatènezeit, wurde 1984 im Rahmen einer Notgrabung durch Karl Kaus vom Landesmuseum Burgenland geborgen. An einem Löss-Abhang im Westen des Ortes gelegen, wurde es beim Graben auf dem ehemaligen katholischen Friedhof entdeckt. Grabbeigaben waren ein hallstattzeitliches Bronzesieb, einige verschieden große Flaschen, eine Schale im Braubacher Stil und zwei Fibeln. Dass es sich bei dem Bestatteten um einen Krieger handeln dürfte, zeigen die beigegeben Eisenwaffen, eine Lanzenspitze und ein beschädigtes Schwert mit Scheide. Das Bronzesieb wurde offenbar aus einer ostalpinen hallstattzeitlichen Tasse gefertigt, was auf einen Weiterbestand langlebiger älterer Traditionen schließen lässt.[1]

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Petofalva verwendet werden.

Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,42
(+1,93)
39,38
(+0,07)
2,20
(n. k.)
n. k.
(-4,2)

Gemeindeamt Pöttelsdorf; 1960–1961 errichtet

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 13 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[2] 2012[3] 2007[4] 2002[5] 1997[5]
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 319 58,42 8 296 56,49 8 275 53,19 7 225 48,18 7 243 60,45 7
SPÖ 215 39,38 5 206 39,31 5 227 43,91 6 220 47,11 6 127 31,59 3
LBL 12 2,20 0 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
FPÖ nicht kandidiert 22 4,20 0 nicht kandidiert 22 4,71 0 32 7,96 1
FBL nicht kandidiert nicht kandidiert 15 2,90 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlberechtigte 684 647 620 574 491
Wahlbeteiligung 86,70 % 87,94 % 89,19 % 87,46 % 92,06 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeindevorstand gehört neben Bürgermeister Rainer Schuber (ÖVP) und Vizebürgermeister Manuel Bauer (SPÖ) weiters der geschäftsführende Gemeinderat Christian Lorger (ÖVP) an.[6]

Gemeindekassier ist Roman Bosard (ÖVP) und Umweltgemeinderat ist Wolfgang Pöttschacher (SPÖ).[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Rainer Schuber (ÖVP).[7] Er trat 2006 die Nachfolge von Gerd Pöttschacher (ÖVP) an, der seit der Gemeindetrennung 1991 der Gemeinde vorstand. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 wurde Schuber mit 69,43 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt.[2] Sein Mitbewerber Manuel Bauer (SPÖ) kam lediglich auf 30,57 % und damit auf weniger Stimmen (39,38 %) als seine Partei, die ihm jedoch die Funktion des Vizebürgermeisters bescherte.[8]

Amtsleiterin ist Heidelinde Kurz.[9]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöttelsdorf vor der Zusammenlegung
von bis Bürgermeister[10]
1923 Andreas Pöttschacher (Bauernbund)
1927 Johann Auer (Landbund)
1931 Samuel Pauschenwein (Landbund)
1938 Andreas Pöttschacher
(als Gemeindeverwalter)
1945 Samuel Pauschenwein (Landbund)
1950 Andreas Pöttschacher (Namensliste)
1967 Andreas Pöttschacher (ÖVP)
Gemeinde Pöttelsdorf/Zemendorf-Stöttera
von bis Bürgermeister[10]
1972 1977 Franz Wrenkh (ÖVP)
1977 1987 Josef Schmidtbauer (ÖVP)
1987 1991 Manfred Stary (SPÖ)
Pöttelsdorf nach der Trennung
von bis Bürgermeister[10]
1991 2006 Gerd Pöttschacher (ÖVP)
seit 2006 Rainer Schuber (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöttelsdorf

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pöttelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K; L-Z. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1507.
  2. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Pöttelsdorf 2017 (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  3. Land Burgenland: Wahlergebnis Pöttelsdorf 2012 (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  4. Land Burgenland: Wahlergebnis Pöttelsdorf 2007 (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  5. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Pöttelsdorf 2002 (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  6. a b Gemeinde Pöttelsdorf: Gemeinderäte (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  7. Gemeinde Pöttelsdorf: Schuber Rainer (Bürgermeister) (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  8. Gemeinde Pöttelsdorf: Bauer Manuel (Vizebürgermeister) (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  9. Gemeinde Pöttelsdorf: Kurz Heidelinde, Amtsrätin (Amtsleiter) (abgerufen am 7. Dezember 2017)
  10. a b c Atlas Burgenland: Pöttelsdorf (abgerufen am 7. Dezember 2017)