Pöttmes

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pöttmes
Pöttmes
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pöttmes hervorgehoben

Koordinaten: 48° 35′ N, 11° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Pöttmes
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 82,55 km2
Einwohner: 6853 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86554
Vorwahlen: 08253, 08276
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 156
Marktgliederung: 33 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 18
86554 Pöttmes
Website: www.markt-poettmes.de
Erster Bürgermeister: Mirko Ketz (CSU)
Lage des Marktes Pöttmes im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben)PöttmesTodtenweisAindlingPetersdorf (Schwaben)InchenhofenKühbachSchiltbergSielenbachAdelzhausenEurasburg (Schwaben)Ried (bei Mering)MeringMerchingSchmiechenSteindorf (Schwaben)KissingObergriesbachHollenbachRehlingAffingAichachFriedberg (Bayern)DasingAugsburgLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis DachauLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Donau-RiesLandkreis AugsburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis Donau-RiesLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Pöttmes ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Pöttmes, dessen Mitglied die Gemeinde ist.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht von Nordwesten (bei Gumppenberg)
Nordseite von Schloss Pöttmes

Pöttmes liegt geographisch an der Grenze zwischen der Aindlinger Terrassentreppe (Donau-Iller-Lech-Platte) im Westen und dem Donau-Isar-Hügelland und dem Altbayerischen Donaumoos (Unterbayerisches Hügelland) im Osten. Diese sind Teil des Alpenvorlandes, einer der Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands. Es bildet die nördlichste Gemeinde des seit der Verwaltungsreform, die am 1. Juli 1972 wirksam wurde, schwäbischen Landkreises Aichach-Friedberg, gehört historisch jedoch zu Altbayern.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 33 amtlich benannte Gemeindeteile: Dem Hauptort Pöttmes; den Pfarrdörfern Ebenried, Echsheim, Grimolzhausen, Gundelsdorf, Handzell, Osterzhausen, Schnellmannskreuth, Schorn und Wiesenbach; den Kirchdörfern Immendorf und Kühnhausen; den Dörfern Au, Eiselsried, Pertenau, Reicherstein und Stuben; den Weilern Dieß, Gumppenberg, Mandlach, Sedlbrunn und Wagesenberg und den Einöden Abenberg, Aumühle, Batzmühle, Bleitzhof, Dießmühle, Koppenzell, Maiermühle, Neumühle, Obermühle, Sankt Othmar und Siegersberg.[2]

Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 13 Gemarkungen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Markttor

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich von Gumppenberg erhielt am 16. Oktober 1324 durch Kaiser Ludwig den Bayern die Marktrechte für Pöttmes verliehen. Pöttmes gehörte seit 1281 dem hochfreien Haus Gumppenberg. Der Ort war Teil des Herzogtums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, die ein Blutgericht besaß. Dieses wurde 1310 von Kaiser Ludwig dem Bayern verliehen und bestand bis zur großen Neuordnung des Gerichtswesens im Königreich Bayern im Jahre 1808. Noch heute zeugt der nördlich von Pöttmes gelegene „Galgenberg“ von diesem Hochgericht. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschlandweit Schlagzeilen machte Pöttmes am 2. Dezember 2008, als Pfarrer Thomas Rein in seiner Pfarrkirche St. Peter und Paul ein ausgesetztes Baby in der Weihnachtskrippe auffand.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Immendorf nach Pöttmes eingemeindet. Am 1. Januar 1972 kam Schnellmannskreuth hinzu. Es folgten Handzell am 1. April 1972, Grimolzhausen, Kühnhausen und Schorn am 1. Juli 1972.[4] Gundelsdorf kam am 1. Januar 1976 zum Markt Pöttmes. Ebenried folgte am 1. Januar 1977. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Echsheim, Osterzhausen, Reicherstein und Wiesenbach am 1. Januar 1978 abgeschlossen.[5]

Die bisherigen Gemeinden gehörten (bis zum Tag der Eingemeindung, längstens bis zum 30. Juni 1972) zu den folgenden Altlandkreisen:

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1977 wurde ein Gebietsteil mit etwa 200 Einwohnern an die Gemeinde Königsmoos, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, abgetreten.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 5.566 auf 6.853 um 1.287 Einwohner bzw. um 23,1 %.

  • 1961: 5363 Einwohner[5]
  • 1970: 5539 Einwohner[5]
  • 1987: 5580 Einwohner
  • 1991: 5734 Einwohner
  • 1995: 6061 Einwohner
  • 2000: 6117 Einwohner
  • 2005: 6354 Einwohner
  • 2010: 6282 Einwohner
  • 2015: 6586 Einwohner
  • 2016: 6630 Einwohner
  • 2017: 6997 Einwohner
  • 2018: 7084 Einwohner
  • 2019: 6853 Einwohner[6]

Nach Angaben der Gemeinde wohnten im Kernort Pöttmes am 31. Dezember 2019 3415 Menschen (3362 Einwohner am 1. Januar 2018, 3191 Einwohner am 1. Januar 2017, 2828 Einwohner am 1. Januar 2011, 2853 Einwohner am 1. Juli 2010).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Mirko Ketz (CSU); dieser setzte sich in der Wahl vom 15. März 2020 mit 50,9 Prozent der Stimmen durch. Seine Vorgänger waren:

  • Franz Schindele, Mai 2008 bis April 2020; er setzte sich in der Stichwahl 2008 gegen seinen Vorgänger durch und wurde am 16. März 2041 mit 97,21 % wiedergewählt.
  • Johann Schmuttermeier (1990–2008).
  • Karl Hofmann (1972–1990).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus dem Ersten Bürgermeister (nicht mitgerechnet, da diesmal außer Konkurrenz) und 20 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2020 2014
Anteil Sitze ±Anteil ±Sitze Anteil Sitze
Bürgerblock 43,85 % 9 +7,9 % +2 35,95 % 7
CSU 34,38 % 7 −0,4 % ±0 34,74 % 7
CWG 21,77 % 4 −7,6 % −2 29,32 % 6

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält seit 1980 eine Gemeinde- und Schulpartnerschaft mit La Haye-Pesnel in Frankreich.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Pöttmes
Blasonierung: „In Silber die verschlungenen blauen Buchstaben P. P., unten beseitet von je einem durchbrochenen grünen Seerosenblatt an langem Stiel.“[7]

Das Wappen ist aus dem Siegelbild abgeleitet; Siegelführung seit dem 14. Jahrhundert belegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fahrrad-Museum in der Schillerstraße
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Baudenkmäler des Ortes sind in der Liste der Baudenkmäler in Pöttmes verzeichnet.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 107, im Produzierenden Gewerbe 541 und im Bereich Handel und Verkehr 218 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 181 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2026. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 224 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4369 ha. Davon waren 3182 ha Ackerfläche und 1179 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindertageseinrichtungen: 288 Betreuungsplätze in vier Einrichtungen, 251 betreute Kinder (2011)
  • Grund- und Mittelschule mit 26 Lehrern und 361 Schülern (SJ 2018/2019)[8][9]
  • Staatl. Wirtschaftsschule Wittelsbacher Land Aichach-Friedberg in Pöttmes: dreistufige Wirtschaftsschule mit 47 Schülern (SJ 2018/2019)[10]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet erscheinen die Tageszeitungen Aichacher Zeitung und Aichacher Nachrichten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aurelie Deffner (* 9. Dezember 1881 in Handzell, † 29. Juni 1959 in Augsburg), Politikerin
  • Johannes von Gumppenberg (1891–1959), deutscher Gutsbesitzer, Schafzüchter und Verwaltungslandwirt
  • Horst Gall (* 31. Januar 1938 in Schnellmannskreuth; † 25. September 1980), Paläontologe und Konservator an der Bayerischen Staatssammlung in München
  • Joachim Rückert (* 16. August 1945), Rechtswissenschaftler
  • Georg Paula (* 23. Mai 1955; † 26. März 2014), Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und wissenschaftlicher Autor
  • Mona Neubaur (* 1. Juli 1977), Politikerin
  • Christoph Daferner (* 12. Januar 1998), Fußballspieler

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Hofmann sen. (* 28. Januar 1900, verst. 27. Oktober 1982), verliehen 1965, Verwaltungsamtmann und Bürgermeister
  • Karl Hofmann jun. (* 22. Januar 1924, † 17. April 2012), verliehen 1991, 1. Bürgermeister 1972–1990

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Krausen (Bearb.): Archiv der Marktgemeinde Pöttmes (Inventare nichtstaatlicher Archive Bayerns. 1. Regierungsbezirk Oberbayern. Landkreis Aichach). München 1949.
  • Markt Pöttmes. Pöttmes, 1989
  • Werner Hammerl (Hrsg.): Pöttmes in alten Ansichten – die Jahrhundertwende bis etwa vier Jahrzehnte danach. Pöttmes 1994.
  • Wilhelm Liebhart (Hrsg.): Pöttmes – Herrschaft, Markt und Gemeinde. 2 Bde. Pöttmes 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pöttmes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Pöttmes in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 7. September 2017.
  3. Mutter setzt ihr Baby in einer Krippe aus – Ein Findelkind ist in der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Pöttmes entdeckt worden. – (Augsburger Allgemeine vom 2. Dezember 2008)
    Findelkind von Pöttmes – Christkind, Sorgenkind, Glückskind – (Süddeutsche Zeitung vom 23. Dezember 2011)
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  5. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  6. https://lra-aic-fdb.de/service/statistiken/einwohnerzahl/einwohnerzahlen771.pdf
  7. Eintrag zum Wappen von Pöttmes in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. Grundschule Pöttmes in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 30. August 2020.
  9. Mittelschule Pöttmes in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 30. August 2020.
  10. Staatl. Wirtschaftsschule Wittelsbacher Land Aichach-Friedberg in Pöttmes in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 30. August 2020.