Płośnica

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Płośnica
Wappen fehlt
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Płośnica (Polen)
Płośnica
Płośnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Działdowo
Geographische Lage: 53° 17′ N, 20° 1′ OKoordinaten: 53° 17′ 0″ N, 20° 1′ 0″ O
Einwohner: 990
Postleitzahl: 13-206
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Działdowo–Iława
Nächster int. Flughafen: Flughafen Warschau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Fläche: 163,09 km²
Einwohner: 5798
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2803052
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Mieczysław Niedźwiecki
Adresse: ul. Dworcowa 52
13-206 Płośnica
Webpräsenz: www.plosnica.pl



Płośnica [pwɔɕˈɲitsa] (deutsch Heinrichsdorf) ist ein Dorf und der Name einer Landgemeinde mit 5.800 Einwohnern im Powiat Działdowski (Soldauer Kreis) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Stadt Soldau (Działdowo) und 65 Kilometer südqwestlich von Allenstein (Olsztyn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichsdorf in Ostpreußen, südwestlich von Allenstein und Neidenburg sowie südlich von Osterode, auf einer Landkarte von 1908.

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts erfolgte 1351; eine Kirche wurde bereits 1404 erwähnt. Im Jahr 1785 wird Heinrichsdorf als ein königliches Dorf mit 51 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet, das zum landrätlichen Kreis Neidenburg gehört und dessen Kirche die Mutterkirche (Mater) von Groß Koschlau ist; das zuständige Domänenamt befand sich in Soldau.[2]

Im Jahre 1874 wurde der Amtsbezirk Heinrichsdorf gebildet; er setzte sich zusammen aus:[3]

  • Gut Klein Tauersee
  • Schreibersdorf
  • Heinrichsdorf
  • Forstrevier Heinrichsdorf, zum Forstbezirk Lautenburg i. Westpr. gehörend

Amtsvorsteher war der Gutsbesitzer v. Kownacki in Klein Taersee

Bis 1920 und von 1939 bis 1945 gehörte Heinrichsdorf zum Landkreis Neidenburg im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Im Ersten Weltkrieg gab es im Dorf schwere Schäden. Nach Kriegsende musste das Dorf aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden.

Im Jahr 1934 kündigte die polnische Staatsregierung das deutsch-polnische Minderheitenschutzabkommen einseitig auf.

Als Folge des Polenfeldzugs 1939 kam das entnommene Gebiet wieder an das Reichsgebiet zurück, und Heinrichsdorf wurde in den Kreis Neidenburg zurückgegliedert, zu dem es bis 1945 gehörte. Im Januar 1945 wurde die Region von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Heinrichsdorf von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen gemäß dem Potsdamer Abkommen vorläufig unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Heinrichsdorf vertrieben.

Evangelisches Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum evangelischen Kirchspiel Heinrichsdorf gehörten bis 1945 auch die Orte: Grodtken, Groß Lensk, Klein Lensk, Priom, Groß Przellenk, Ruttkowitz, Schreibersdorf, Klein Tauersee, Wessolowo. Einige der Geistlichen, die zwischen 1599 und der Mitte des 18. Jahrhundert hier gewirkt haben, sind namentlich bekannt.[4]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 0 333 [5]
1852 0 674 [6]
1858 0 735 davon 654 Evangelische und 81 Katholiken (keine Juden)[7]
1885 1.203 [8]
1931 1.112 [8]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören die folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1920 und 1939-45)
Gralewo Grallau
Gródki Grodtken
Gruszka
Jabłonowo Jablonowo
Mały Łęck Klein Lensk
Murawki Murawken
Niechłonin
Płośnica Heinrichsdorf
Prioma Priom
Przełęk Duży Groß Przellenk
Rutkowice Ruttkowitz
Skurpie Skurpien
Turza Mała Klein Tauersee
Wielki Łęck Groß Lensk
Zalesie Zalesie

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Płośnica liegt an der hier stillgelegten Bahnstrecke Soldau – Konitz. Der Ortsteil Gralewo hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Warschau – Danzig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S 66.
  3. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Königsberg, Nr. 21, Königsberg i. Pr., 21. Mai 1874, S. 163, Ziffer 27.
  4. Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 476.
  5. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 161.
  6. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 230.
  7. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Königsberg. Hartung, Königsberg 1861, S. 176, Ziffer 57.
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/neidenburg.html