Příčina

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Příčina
Wappen von Příčina
Příčina (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Rakovník
Fläche: 218,9493[1] ha
Geographische Lage: 50° 4′ N, 13° 40′ OKoordinaten: 50° 3′ 53″ N, 13° 40′ 0″ O
Höhe: 475 m n.m.
Einwohner: 207 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 270 35
Kfz-Kennzeichen: S
Verkehr
Straße: RakovníkKralovice
Bahnanschluss: Rakovník–Mladotice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Monika Kubičková (Stand: 2013)
Adresse: Příčina 67
270 35 Petrovice u Rakovníka
Gemeindenummer: 542253
Website: www.pricina.cz
Lage von Příčina im Bezirk Rakovník
Karte
Ortsansicht

Příčina (deutsch Pritschina, 1939–45 Fleißgrund) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt sieben Kilometer südwestlich von Rakovník und gehört zum Okres Rakovník.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Příčina befindet sich linksseitig des Baches Brandský potok im Rakonitzer Hügelland (Rakovnická pahorkatina). Das Dorf liegt an einem Höhenzug über dem Rakonitzer Kessel (Rakovnická kotlina). Südöstlich erhebt sich der Žďár (535 m) und im Südwesten der Nad Kostelem (537 m). Durch Příčina führt die Staatsstraße II/229 zwischen Rakovník und Kralovice, nördlich des Dorfes verläuft die Bahnstrecke Rakovník–Mladotice.

Nachbarorte sind Senomaty und Hostokryje im Norden, Brant, Rakovník und Lubná im Nordosten, Senec und Pavlíkov im Osten, Žďáry und Hvozd und Panoší Újezd im Südosten, Malinová im Süden, Krakov, Všesulov und Zavidov im Südwesten, Pohodnice, Petrovice und Václavy im Westen sowie Šanov im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste schriftliche Erwähnung des zu den Pürglitzer Lehen gehörigen Dorfes erfolgte im Jahre 1325, als König Johann von Luxemburg dem Kunrát von Šanov für treue Kriegsdienste die Dorfer Příčina und Lubná überließ und ihm und seinen Nachkommen alle Rechte an der horu Příčska zusicherte. Der ungewöhnliche Ortsname (deutsch Ursache) leitet sich von der Anhöhe am südlichen Ortsausgang ab, die früher Příčská hora (Querberg) genannt wurde. Im Zentrum von Příčina befand sich eine Feste; jedoch bildete das Dorf keine Einheit, sondern war in mehrere Vladikengüter zersplittet. Kunrát von Šanov legte sich das Prädikat von Příčina zu. Nachfolgender Besitzer der Feste war sein Sohn František von Příčina. Ihm folgte dessen Sohn Jindřich von Příčina, der zunächst königlicher Beamter des Rakonitzer Kreises war und 1389 zum Vizekämmerer des Königreiches Böhmen ernannt wurde. Später wechselten die Besitzer des Gutes vielfach.

Beim Marsch der kaiserlichen Armee nach Rakonitz lagerten Ende 1620 50.000 Mann bei Senomaty und verwüsteten die Gegend. Die Feste Příčina wurde bei Auseinandersetzungen mit den Aufständischen dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde Příčina an das Gut Petrowitz angeschlossen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte dieses Otto Freiherr von Helversen. Wenig später erwarb Johann Josef von Waldstein den Besitz. 1715 überschrieb Waldstein das Gut seiner Tochter Maria Anna Fürstin zu Fürstenberg, die es am 13. Jänner 1732 an Georg Olivier von Wallis verkaufte. 1744 erbte die Besitzungen sein Sohn Stephan Olivier von Wallis, der das Gut mit der Herrschaft Koleschowitz vereinigte. Anfang des 19. Jahrhunderts begann in der Gegend von Petrowitz, Přičina und Senetz der Abbau von Steinkohle. 1832 erbte Stephans Sohn Rudolf Olivier Graf von Wallis den Besitz, ihm folgte 1838 dessen Sohn Friedrich Olivier Graf von Wallis.[3]

Im Jahre 1843 bestand Přičina aus insgesamt 44 Häusern mit 317 Einwohnern. Vier Häuser des Dorfes gehörten zur Herrschaft Pürglitz. Im Petrowitzer Anteil lebte eine jüdische Familie, außerdem gab es in diesem Anteil ein Wirtshaus. Pfarrort war Petrowitz.[4] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Přičina dem an die Fideikommissherrschaft Koleschowitz angeschlossenen Allodialgut Petrowitz untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Příčina / Pritschina ab 1850 mit dem Ortsteil Žďáry eine Gemeinde im Bezirk Rakonitz und Gerichtsbezirk Rakonitz. Im Jahre 1871 übernahm der Bergingenieur Hynek Vondrášek die inzwischen florierende Steinkohlenzeche Ludwig nordöstlich von Příčina und ließ eine Kohlenschleppbahn nach Rakonitz anlegen. Im Jahre 1897 nahm die Lokalbahn Rakonitz–Mlatz nach nur sechsmonatiger Bauzeit den Betrieb auf der Bahnstrecke Rakovník–Mladotice auf, jedoch fuhren die Züge ohne Halt an Příčina vorbei. Im Jahre 1900 wurde eine eigene Schule eingeweiht. 1932 lebten in Příčina einschließlich Žďáry 550 Personen. Im selben Jahre wurde auf halben Wegen zwischen Příčina und der Zeche Ludvík eine Bahnstation angelegt.

Nach der deutschen Besetzung erhielt die Gemeinde den deutschen Namen Fleißgrund. Im Jahre 1940 wurde der Steinkohlenbergbau bei Příčina eingestellt. Einige Tagegebäude fanden eine anderweitige Nutzung und bilden heute die Siedlung Brant. Der Ortsteil Žďáry wurde 1961 nach Hvozd umgemeindet. Die Gemeinde gehört seit 1999 zur Mikroregion Čistá – Senomaty.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Gemeinde Příčina sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Příčina gehört die Siedlung Brant.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zwei geschützte Ulmen auf dem Dorfplatz
  • Gedenkstein für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, errichtet in den 1920er Jahren, der Stein stammt aus dem örtlichen Syenitbruch von František Správek
  • Kamenné stádo, Syenitblöcke westlich von Příčina

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tomáš Antonín Pánek (1901–1983), Schriftsteller, er schrieb auch unter dem Pseudonym Tom Pansen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Příčina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/542253/Pricina
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Statistisch-topographisch dargestellt. Band 13: Rakonitzer Kreis. Calve, Prag 1845, S. 30–31.
  4. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Statistisch-topographisch dargestellt. Band 13: Rakonitzer Kreis. Calve, Prag 1845, S. 37–38.