P-keltische Sprachen

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Als p-keltische Sprachen werden alle keltischen Sprachen bezeichnet, in denen der indoeuropäische Labiovelar /kw/ zum Labial /p/ vereinfacht wurde:

Das Inselkeltische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der britannische Zweig des Inselkeltischen sind die heute noch lebenden Sprachen Walisisch und Bretonisch. Letzteres wird jedoch auf dem Festland in der Bretagne gesprochen und wurde von eingewanderten bzw. flüchtenden Kelten aus Cornwall dorthin gebracht. Kornisch ist seit dem 17. Jahrhundert ausgestorben, wurde aber in sehr geringem Maße wiederbelebt. Das Kumbrische ist ebenfalls ausgestorben.

Das Festlandkeltische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei der vier belegten festlandkeltischen Sprachen gehören eindeutig zum p-Keltischen. Lepontisch, die älteste keltische Sprache aus dem 6. Jahrhundert, Norisch und Galatisch. Das Gallische wird ebenfalls zum p-Keltischen gezählt, obwohl es Reste des älteren Phonems /kw/ aufzeigt, z.B. im Flussnamen Sequana (frz. Seine): Das Keltiberische ist zwar eine festlandkeltische Sprache, gehört aber zum q-Keltischen.

Forschungsstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist in der Forschung jedoch umstritten, inwieweit die Einteilung der keltischen Sprachen in p-keltische und q-keltische Sprachen wirklich sinnvoll ist. Einerseits ist der phonologische Unterschied zwischen /kw/ bzw. /q/ und /p/ gering, andererseits würden auf diese Weise die goidelischen Sprachen und das Keltiberische in die eng gefasste Gruppe der q-keltischen Sprachen gelangen. Diese Sprachen unterscheiden sich jedoch stark voneinander. Die p-keltischen Sprachen sind im Vergleich zueinander allerdings homogener. Möglicherweise sind deshalb andere Kriterien, etwa die geografische Verteilung oder die Neigung zu Anlautmutationen, für eine grundsätzliche Einteilung der keltischen Sprachen geeigneter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kenneth H. Jackson: Language and History in Early Britain: A Chronological Survey of the Brittonic Languages, 1st to 12th Century AD. Edinburgh University Press 1953. Ndr. Four Courts Press 1993, ISBN 1-85182-140-6.
  • Martin J. Ball, James Fife (Hrsg.): The Celtic Languages. (Routledge Language Family Descriptions). Routledge, London und New York 1993, ISBN 0-415-28080-X.
  • Paul Russell: An Introduction to the Celtic Languages. (Longman Linguistics Library). Longman, London und New York 1995, ISBN 0-582-10082-8.