PROMIS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

PROMIS (Prosecutor's Management Information System) ist eine ab den 1980er-Jahren von der NSA eingesetzte Software zum Ausspähen von Datenbanken und Tracken von Personen, die es ermöglichte, vertrauliche Daten aus den unterschiedlichsten Quellen, wie Banken, Telefongesellschaften, Kreditkartenunternehmen, Versicherungen oder Polizeibehörden zu verknüpfen und so Datenprofile der Bürger zu erstellen und politische Gegner zu kontrollieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich wurde PROMIS in den 1970er-Jahren von Inslaw Inc. für das US-Justizministerium entwickelt. Über das Ausmaß der Nutzungsrechte kam es in den 1980er-Jahren zum Rechtsstreit (Inslaw Affair), woraufhin die NSA sich die Software aneignete und für ihre Zwecke modifizierte.[1]

Ein zu PROMIS funktional ähnlicher Nachfolger ist seit 2005 das Überwachungsprogramm PRISM.[2]

Offenlegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der amerikanische Journalist Danny Casolaro (1947–1991) kam im Laufe seiner Recherchen zum Einsatz von PROMIS zu Tode, ebenso sein Informant der NSA, der zuvor am Washington National Airport tot aufgefunden wurde.

Details zu PROMIS wurden vom, an der Weiterentwicklung beteiligten NSA-Mitarbeiter, Michael Riconosciuto im Rahmen seines Gerichtsprozesses publik gemacht – wegen Drogenhandels wurde er zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Egmont R. Koch, Jochen Sperber: Die Datenmafia – Geheimdienste, Konzerne, Syndikate: Computerspionage und neue Informationskartelle. Rowohlt 1995, ISBN 978-3498063047
  • Kenn Thomas, Jim Keith: The Octopus: Secret Government and the Death of Danny Casolaro. Feral House 2005, ISBN 0-922915-91-1
  • Egmont R. Koch: login PROMIS – Hacker mit Geheimauftrag, ZDF 1996, 45 min
  • Lauscher im Datenreich, Der Spiegel, Nr. 36/1996, 2. September 1996 (S.194–211, PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard L. Fricker: Wired 1.01: The INSLAW Octopus (Englisch) In: Wired. 1. April 1993. Archiviert vom Original am 2. Juli 2013. Abgerufen am 19. März 2014.
  2. Consortium News: PRISM’s Controversial Forerunner (Englisch) In: Consortium News. 11. Juni 2013. Archiviert vom Original am 15. Juli 2013. Abgerufen am 24. März 2014.