Paar (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Fürsten von Paar

Paar ist ein österreichisches Adelsgeschlecht. Ihre Vertreter erwarben sich seit dem 16. Jahrhundert große Verdienste um das österreichische Postwesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf Freiherr von Paar († 1640)

Die Familie stammte vermutlich ursprünglich aus Italien und trat mit Zeno Scurino, genannt Paar, 1450 zuerst urkundlich auf; später traten sie in die Dienste der Habsburger ein. 1560 erlangte Peter Joseph Paar, Oberpostmeister in Pressburg, den ungarischen Adelsstand und am 5. Februar 1574 den Reichsritterstand. Johann Baptist von Paar wurde von Erzherzog Karl II. zum Postmeister für Innerösterreich ernannt.

Am 21. Januar 1606 wurden die Brüder und Vettern Rudolf, Julius, Johann Friedrich, Johann Christoph und Vespasian von Paar zu Hardtperg in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Der genannte Julius Freiherr von Paar wurde mit dem Oberhofpostmeisteramt von Ungarn, Böhmen und Österreich ob und unter der Enns belehnt. Deshalb stand die Familie in langjähriger Konkurrenz zum Hause Thurn und Taxis. 1636 erhielt der kaiserliche Kämmerer Johann Christoph von Paar die Zusage seiner Erhebung in den Reichsgrafenstand, starb aber noch im selben Jahr. Erst am 21. Oktober 1652 erhielt sein Nachfolger Karl den Grafentitel tatsächlich.

Die Freiherren von Paar wurden im Laufe der Zeit Grundherren in Böhmen. Am 6. März 1652 wurde ihnen das böhmische Inkolat verliehen. Die böhmische Grafenstandsbestätigung folgte am 14. Januar 1654, die Wappenvereinigung mit den ausgestorbenen Schwanberg und Rosenberg fand am 28. November 1665 statt.

Der böhmische Fürstenstand (Primogenitur) wurde in Wien am 1. August 1769 an den Wirklichen Geheimen Rat und Kämmerer, Obersten Reichs-Hof- und Generalpostmeister Johann Wenzel Graf von Paar verliehen, der schon am 5. August 1769 in den Reichsfürstenstand mit der Anrede "Hochgeboren" erhoben wurde und zugleich das Große Palatinat erhielt. Allerdings erfolgte keine offizielle Einführung in den Reichsfürstenrat und damit auch keine Erhebung zu reichsunmittelbaren Fürsten, weshalb der Bundestagsbeschluß vom 18. August 1825, der die offizielle Anerkennung der Fürstenerhebungen vor August 1806 beinhaltete, auf die Paar nicht angewandt wurde.

Als eines von 16 nicht-mediatisierten fürstlichen Geschlechtern hatte die Familie immerhin einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des österreichischen Reichsrates, seit dem 18. April 1861 inne.

Karl, 5. Fürst von Paar auf Hartberg und Krottenstein, erhielt daher erst in Ischl am 20. Juli 1905 die Anrede "Durchlaucht" verliehen. Die Nachgeborenen führen Titel und Namen "Graf von Paar" beziehungsweise "Gräfin von Paar". Alois von Paar (1840–1909) war österreichischer Feldmarschalleutnant, Eduard Graf Paar (1837–1919) Inhaber des nach ihm benannten K.u.k. Böhmischen Dragoner-Regiment „Graf Paar“ Nr. 2 und langjähriger Generaladjutant von Kaiser Franz Joseph I. Heutiger Chef des Hauses ist seit April 1979 Alfons Wenzel Maria Wilhelm Victor Carl Pius 7. Fürst Paar, der in der italienischen Schweiz ansässig ist.

Besitztümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paar erbten durch die Heirat des Grafen Johann Leopold Paar mit Gräfin Marie Theresia Violanta von Sternberg (1699–1761) größere Ländereien in Böhmen, darunter die Allodialherrschaft Bechin und das angeschlossene Allodialgut Draschitz, auf denen sie sich die meiste Zeit aufhielten. Johann Christoph von Paar erwarb im Jahre 1571 in Hartberg in der Steiermark das Schloss Paar, welches mehrere Jahrhunderte lang im Besitz der Familie blieb. In Wien befand sich das Palais Paar an der Wollzeile seit dem 16. Jahrhundert. Ferner war eine Villa in Traunkirchen im Besitz der Grafen. Die Besitzungen in Böhmen gingen nach dem Zweiten Weltkrieg verloren.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paar (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien