Pacific Spaceport Complex – Alaska

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Koordinaten: 57° 26′ 9″ N, 152° 20′ 16″ W

Karte: Alaska
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Pacific Spaceport Complex – Alaska
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Alaska
Start einer Athena-I-Rakete vom Kodiak Launch Complex (LP-1)
STARS-Rakete auf LP-2

Der Pacific Spaceport Complex – Alaska (PSCA; bis 2015: Kodiak Launch Complex, KLC[1]) ist ein kommerzieller Raketenstartplatz in Alaska. Er befindet sich auf der Insel Kodiak Island südlich der Stadt Kodiak. Der Kodiak Launch Complex gehört der Alaska Aerospace Development Corporation und ist für den Start von Feststoffraketen ausgelegt. Bislang erfolgte eine geringe Anzahl suborbitaler Starts für militärische Tests der „Ballistic Missile Defense Organisation“ (BMDO) sowie ein orbitaler Start einer Athena-I-Rakete und zwei orbitale Starts der Minotaur IV. Von 2001 bis 2008 wurden STARS-Raketen zur Zieldarstellung für Raketenabwehrtests vom Kodiak Launch Center gestartet.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kodiak Launch Complex umfasst ein Gelände von 15 km²[2] und beinhaltet zwei Startkomplexe (Launch Pads) mit den Bezeichnungen LP-1 und LP-2 sowie ein Kontrollzentrum. Zur Ortung der Raketen dient eine Radarstation.

Kontrollzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa drei Kilometer von den beiden Startkomplexen entfernt, und damit außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone, befindet sich das Range Control Center (RCC), in dem Verwaltung, Technik und Betrieb koordiniert werden.[3] In diesem Gebäude befindet sich auch das Launch Operations Control Center (LOCC) als eigentliches Kontrollzentrum während eines Raketenstarts.[4]

Startplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Launch Pad 1 (LP-1)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Startplatz dient zum Start von größeren Feststoffraketen auf Basis der Peacekeeper- und Castor-120-Raketenmotoren. Raketen auf Basis der Minuteman-Raketenmotoren können ebenfalls von hier starten. Dieser Startplatz besteht aus einer Montagehalle für die Vorbereitung der Raketen und Nutzlasten sowie aus dem Starttisch. Bei diesem befindet sich ein Turm (Launch Service Structure) von 53 m Höhe mit schwenkbaren und höhenverstellbaren Wartungsbühnen. Im geschlossenen Zustand umschließen die Wartungsbühnen die Rakete vollständig und gewähren so einen Schutz vor Umwelteinflüssen. Zum Start werden sie in eine Position hinter den Startturm geschwenkt, so dass sie vom Feuerstrahl und den Druckwellen des Raketenstarts nicht beschädigt werden.[5] Bisher erfolgten drei orbitale Starts mit Raketen der Typen Athena I, Minotaur IV HAPS und Minotaur IV+.

Bei einem militärischen suborbitalen Start am 25. August 2014 erlitt der Startkomplex starke Beschädigungen, als die Rakete schon vier Sekunden nach dem Start vom Kurs abkam und gesprengt werden musste. Es gab keine Verletzten,[6] die Reparaturarbeiten dauerten ein Jahr.[7]

Launch Pad 2 (LP-2)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zweite Startplatz dient zum Start kleinerer Raketen und besteht aus einem einfachen Starttisch sowie einer in der Nähe befindlichen beweglichen Montagehalle, die über den Starttisch gerollt werden kann. Somit können die Raketen wettergeschützt zusammengebaut und aufgerichtet werden. Eine Wartungsbühne am Starttisch existiert nicht.[8] Von hier starteten bisher suborbitale Raketen der Typen SR-19 M-57A, Castor-4B M-57A, Aries und STARS.

Ab 2018 sollen die kleinen kommerziellen Orbitalraketen Astra und Vector vom Launch Pad 2 starten.[9]

Startliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Start Datum (UTC) Rakete Nutzlast(en) Startplatz Anmerkungen
1 6. November 1999 SR-19 M-57A ait-1 LP-2 Erfolg
2 14. September 1999 Castor-4B M-57A ait-2 LP-2 Erfolg
3 19. März 2001 Aries QRLV-1 LP-2 Erfolg
4 30. September 2001 Athena I Starshine 3, PICOSat, PCSat, SAPPHIRE LP-1 Erfolg
5 9. November 2001 STARS WCRRF LP-2 Fehlschlag
6 24. April 2002 Aries QRLV-2 LP-2 Erfolg
7 15. Dezember 2004 STARS IFT-13C-Target LP-2 Erfolg
8 14. Februar 2005 STARS IFT-14-Target LP-2 Erfolg
9 24. Februar 2006 STARS FT-04-01-Target LP-2 Erfolg
10 1. September 2006 STARS FTG-02-Target LP-2 Erfolg
11 25. Mai 2007 STARS FTG-03-Target LP-2 Fehlschlag
12 28. September 2007 STARS FT-03a-Target LP-2 Erfolg
13 18. Juli 2008 STARS FTX-03-Target LP-2 Erfolg
14 5. Dezember 2008 STARS FTG-05-Target LP-2 Erfolg
15 20. November 2010 Minotaur IV HAPS STPSat 2, FASTSAT, FASTRAC-A, FASTRAC-B, FalconSat 5, O/OREOS, RAX, NanoSail D2 LP-1 Erfolg
16 27. September 2011 Minotaur IV TacSat 4 LP-1 Erfolg
17 25. August 2014 STARS V Advanced Hypersonic Weapon LP-1 Fehlschlag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pacific Spaceport Complex – Alaska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Doug Messier: Alaska Aerospace Corporation Renames Kodiak Launch Complex. 15. April 2015, abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  2. Alaska Aerospace Corporation: Pacific Spaceport Complex-Alaska (PSCA). Abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch): „PSCA ... occupies over 3,700 acres.“
  3. Alaska Aerospace Corporation: Range Control Center. Abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  4. Alaska Aerospace Corporation: Launch Operations Control Center. Abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  5. Alaska Aerospace Corporation: Launch Service Structure and Launch Pad 1. Abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  6. Richard Maurer, Laurel Andrews: Army rocket blown up during failed launch in Kodiak. Alaska Dispatch News, 25. August 2014, abgerufen am 27. August 2014 (englisch).
  7. Doug Messier: Alaska Officials Re-dedicate Pacific Spaceport Complex. 20. August 2015, abgerufen am 19. Februar 2018 (englisch).
  8. Alaska Aerospace Corporation: Launch Pad 2
  9. Jeff Foust: Alaskan spaceport to host secretive commercial launch. In: Spacenews. 20. März 2018, abgerufen am 3. April 2018.