Paffendorf

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Paffendorf
Stadt Bergheim
Koordinaten: 50° 57′ 43″ N, 6° 36′ 38″ O
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 4,72 km²
Einwohner: 1246 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 264 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 50126
Vorwahl: 02271

Paffendorf ist ein Stadtteil von Bergheim im Rhein-Erft-Kreis, Nordrhein-Westfalen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt-Pankratius

Paffendorf liegt in der Kölner Bucht im Nordwesten der Kreisstadt Bergheim. Am südlichen Ortsrand verläuft die Bundesstraße 477, nördlich um den Ort herum die Kreisstraße 41 und durch den Ort die Landstraße 361, im Südwesten die Bundesautobahn 61. Durch den Ort fließt die Erft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fruchtbare Landschaft ist als Altsiedellandschaft schon in der Frühzeit besiedelt gewesen. Bei der Erschließung des Gewerbeparkes bei Paffendorf wurde ein fast 1000 Jahre lang genutztes keltisches Gräberfeld mit 300, möglicherweise sogar 600 Brandgräbern auf einer Fläche von etwa 7 ha entdeckt. Die ältesten Gräber stammen nach den gefundenen Keramiken und Ascheurnen aus dem 8. Jh. vor Christus, die jüngsten aus dem 1. Jh. nach Christus. Das zugehörige Dorf von etwa 50 Bewohnern wurde noch nicht gefunden. In spätrömischer Zeit wurde der Platz nicht mehr belegt.[1]

882 wurde der Ort als „Paphentorof“ erstmals schriftlich erwähnt. Er gehörte zum Besitz der Trierer Reichsabtei St. Maximin. Im 13. Jahrhundert erscheint der Name Paffendorf wieder in Urkunden des Essener Damenstifts als dessen Besitztum. 1767 hatte Paffendorf 328 Einwohner.

Im Oktober 1855 gründeten die Armen Dienstmägde Jesu Christi hier ihre erste Filiale außerhalb der Diözese Limburg. Die Schwestern wirkten in der Schule (zeitweise), in der ambulanten Krankenpflege, im Kindergarten und in der Nähschule. Die Filiale bestand bis zum Sommer 1962.

Am 1. Januar 1975 wurde der Ort in die Kreisstadt Bergheim eingegliedert.[2]

Bürgewald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paffendorf gehört zu den so genannten Bürgewaldgemeinden, die Rechte am Bürgewald besaßen. Dies war der Legende nach dem heiligen Arnold von Arnoldsweiler zu verdanken, durch den legendären "Ritt um den Bürgewald". Hauptort der Bürgewaldgemeinden ist Arnoldsweiler. Dorthin mussten die Paffendorfer am Pfingstdienstag, später am Pfingstmontag, um dem heiligen Arnold eine Kerze zu opfern. Dieser Wachszins wurde erst im 19. Jahrhundert aufgelöst.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Paffendorf
Paffendorfer Mühle

Neugliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1937 schlossen sich die damaligen Ämter Bergheim und Paffendorf sowie die Gemeinde Hüchelhoven zu dem Amt Bergheim zusammen. Durch das Köln-Gesetz kam Paffendorf zum 1. Januar 1975 zur Stadt Bergheim.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Niederaußem und Paffendorf liegt die Wiedenfelder Höhe, eine rekultivierte Hochkippe aus dem Abraum des Deckgebirges des Tagebau Fortuna-Garsdorf im Rheinischen Braunkohlerevier. In Paffendorf existiert ein Haltepunkt der Erftbahn. Außerdem hat Paffendorf einen Fußballverein, den BC Viktoria Glesch/Paffendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paffendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kölner Stadtanzeiger, Rhein-Erft, vom 5. Mai 2010, S. 33 und Online [1] (Zugriff August 2010)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 300.
  3. Urkunde von 1360 zur Bestätigung des Wachszinses, durch den Herzog von Jülich.