Pagatorik

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Der Grundsatz der Pagatorik (von spätlateinisch bzw. italienisch pagare, deutsch ‚zahlen‘[1]) ist ein Grundsatz aus dem externen Rechnungswesen der Unternehmen. Er besagt, dass alle in der Buchführung bzw. der Bilanzierung erfassten Erträge und Aufwendungen auf tatsächlichen Zahlungsvorgängen beruhen müssen. Demnach müssen sämtliche erfassten Erträge auf Einzahlungen, sämtliche erfassten Aufwendungen auf Auszahlungen beruhen. Die Differenz aus diesen ist der pagatorische Gewinn.

Im deutschen Handelsbilanzrecht ist der Grundsatz der Pagatorik indirekt im Handelsgesetzbuch (HGB) verankert:

„Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluß zu berücksichtigen.“

§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB

Einzahlungen bzw. Auszahlungen werden im externen Rechnungswesen durch Periodisierung zu Erträgen bzw. Aufwendungen. Diese Periodisierung erfolgt auf der Grundlage von Abgrenzungsgrundsätzen (siehe Abgrenzungsgrundsätze des deutschen Bilanzrechts).

Im Gegensatz zu den pagatorischen Kosten dürfen die sogenannten wertmäßigen Kosten[2] die nicht auf Zahlungsvorgängen beruhen, z. B. kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Abschreibung und kalkulatorische Miete, im externen Rechnungswesen nicht verwendet werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Kosiol: Bausteine der Betriebswirtschaftslehre. Eine Sammlung ausgewählter Abhandlungen, Aufsätze u. Vorträge. Band 2, Duncker & Humblot, 1973.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Kosiol: Bausteine der Betriebswirtschaftslehre. Eine Sammlung ausgewählter Abhandlungen, Aufsätze u. Vorträge. Band 2, Duncker & Humblot, 1973, S. 953.
  2. Corsten: Produktionswirtschaft. 6. Auflage, 1996, S. 80.