Pahlen (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von der Pahlen
Gutshaus Palmse, Estland
Gutshaus Kauzmünde (Kaucminde), Semgallen, Lettland

Die Familie von der Pahlen (russisch Пален) ist eine russische, litauische und schwedische Familie deutsch-baltischen Ursprungs. Vermutlich stammte die Familie aus Pommern, zog aber zu Beginn des 15. Jahrhunderts nach Livland. Die erste bekannte Nennung der Familie wird ins Jahr 1120 datiert, als ein Johannes de Pala Gouverneur von Riga war.

Am 18. September 1679 wurden fünf Brüder der Familie mit ihren Nachkommen von König Karl XI. von Schweden in den erblichen Freiherrenstand erhoben. Im Jahr 1799 erhob Zar Paul den Peter Ludwig von der Pahlen in den Grafenstand. Durch Entscheidungen des russischen Gouvernements von 1755 und 1865 wurden die meisten anderen Familienmitglieder der Pahlen in den Freiherrenstand des russischen Reiches erhoben.

Stammliste der Familie von der Pahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arend Diedrich von der Pahlen Freiherr von Astrau (* 1706; † 24. März 1753), estnischer Grundbesitzer und Herr auf Palmse, Kattentack und Aunack, Gründer der Pahlenschen Bibliothek in Palmse[1]
    1. Hans von der Pahlen Freiherr von Astrau (* 28. Oktober 1740 in Palmse; † 19. Mai 1817 in Palmse), Herr auf Palms und Wannamois, Kaiserlicher Russischer Armee-Rat und Geheimrat, Estländischer Landrat, Rittmeister a. D.
      1. Carl Magnus von der Pahlen Freiherr von Astrau (Matvey Iwanowitsch Pahlen, der „dritte Pahlen“) (1776–1863), Generalmajor der Kavallerie, Held des Vaterländischen Krieges 1812
        1. Alexander Freiherr von der Pahlen (1819–1895), estnischer Politiker
          1. Alexis von der Pahlen (1850–1925), estnischer Grundbesitzer, Mineraloge und Paläontologe, er fand die nach ihm benannten sehr seltenen Versteinerungen des Seeigels Bothriocidaris pahleni[2]
    2. Graf Peter Ludwig von der Pahlen (Peter Alexejewitsch Pahlen) (1745–1826), Russischer Außenminister, gehörte zu den Verschwörern und Attentätern gegen Zar Paul.
      1. Graf Paul von der Pahlen (Paul Petrowitsch Pahlen, der „zweite Pahlen“) (1775–1834), Russischer Kavalleriegeneral, Held des Vaterländischen Krieges 1812
      2. Graf Peter von der Pahlen (Peter Petrowitsch Pahlen, der „erste Pahlen“) (1778–1864), Russischer Kavalleriegeneral, Held des Vaterländischen Krieges 1812 sowie der Aktion gegen den Novemberaufstand in Polen
      3. Graf Friedrich von der Pahlen (Feodor Petrowitsch Pahlen, russ: Фёдор Петрович Пален) (1780–1863), russischer Diplomat, Generalgouverneur von Neurussland sowie russischer Botschafter in den Vereinigten Staaten, in Brasilien und in Bayern
      4. Graf Johann von Pahlen (1784–1856)
        1. Graf Karl Johann Peter von Pahlen (1824–1907)
          1. Graf Alexei Petrowitsch Pahlen (1874–1938)[3], russischer Generalleutnant, Offizier der Weißen Armee unter Nikolai Nikolajewitsch Judenitsch[4].

Weitere bekannte Familienangehörige:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Gold drei (2:1) gestürzte grüne Seeblätter. Auf dem Helm mit grün-goldenen Decken drei goldene Schilfkolben zwischen vier grünen Pfauenfedern.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pahlen (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maximilian Gritzner: Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen, J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 11. Abteilung, 1. Teil; Nürnberg: Bauer & Raspe, 1898, S. 90–93
  • Otto Magnus von Stackelberg, Genealogisches Handbuch der estländischen Ritterschaft, Bd 1, Görlitz, 1931, S. 159ff, Digitalisat
  • Oskar Stavenhagen, Genealogisches Handbuch der kurländischen Ritterschaft, Bd 1, Görlitz, 1939, S. 596ff, Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Quelle: http://www.stael-von-holstein.de/ahnenreihen.htm
  2. Quelle: http://www.leidykla.vu.lt/inetleid/knygot/42/straipsniai/str14.pdf
  3. Quelle: http://hrono.ru/biograf/bio_p/palen_ap.php
  4. Quelle: http://www.gencircles.com/users/royal_lineage/2/data/75231
  5. Quelle: http://feb-web.ru/feb/lermenc/Lre-abc/lre/lre-3623.htm
  6. Uli Steinlin: Astronomie - Ausbau nach 1950. In: Historisches Lexikon der Schweiz., Zugriff am 6. April 2014
  7. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 11. Abteilung, 1. Teil; Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen: Die Ritterschaft; Verfasser: M. Gritzner; Publikation: Nürnberg: Bauer & Raspe, 1898, S. 90-93