Paide

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Paide
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Estland Estland
Kreis: Flag of et-Järva maakond.svg Järva
Koordinaten: 58° 53′ N, 25° 33′ OKoordinaten: 58° 53′ N, 25° 33′ O
 
Einwohner: 10.759 (2018)
Zeitzone: EET (UTC+2)
 
Bürgermeister: Alo Aasma
Postanschrift: Keskväljak 14
72711 Paide
Website:
Karte von Estland, Position von Paide hervorgehoben
Achteckiger Bergfried der Ordensburg

Paide (deutsch Weissenstein[1]) ist eine Stadt in Estland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paide liegt im Zentrum des Landes, wovon sich auch das Stadtmotto „Estlands Herz“ (estnisch Eestimaa süda) ableitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof

Im Mittelalter bezeichnete die im 13. Jahrhundert mächtige Burg von Paide den dänischen Machtbereich. Sie war aus weißem Kalkstein (estn. paekivi) erbaut, woher sich über das niederdeutsche Wittenstein (auch Wittensten) der ab dem 17. Jh. verwendete deutsche Name „Weissenstein“ ableitet. Paide wurde erstmals 1265 schriftlich erwähnt und erhielt 1291 Stadtrechte. Während die Burg zerstört wurde, blieb der mächtige, 30 Meter hohe Turm, der achteckige „Lange Hermann“, erhalten und ist heute Wahrzeichen der Stadt.

Ab 1721 gehörte die Stadt zum Gouvernement Estland und war dort Kreisstadt für den Kreis Jerwen.

2017 wurden die Gemeinden Estlands neu gegliedert. Dadurch vergrößerte sich die Fläche von Paide erheblich und zahlreiche umliegende Dörfer wurde in die eigentliche Stadt eingegliedert.

Einwohnerentwicklung
Jahr 2005 2012 2017 (1) 2017 (2) 2018
Einwohner 9.700 8.415 8.226 10.957 10.759
Angaben 2017 vor (1) und nach (2) der Neugliederung der Gemeinden

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paide pflegt Städtepartnerschaften mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsehenswürdigkeiten sind die Ruinen der mittelalterlichen Ordensburg mit dem 1993 restaurierten Turm, der heute als Galerie dient, das Rathaus mit seiner Jugendstilfassade (1920) und der Hauptplatz mit der 1848 umgebauten Kirche.

Im Stadtmuseum ist das Interieur der im 18. Jahrhundert eingerichteten Stadtapotheke zu sehen, in die der Großvater von Hermann Hesse, Karl Hermann Hesse (1802–1896), der als Kreisarzt in Paide tätig war, seine Patienten schickte. Er liegt heute auf dem Friedhof Reopalu in Paide begraben; seine Nichte Monika Hunnius widmete ihm ihr Buch Mein Onkel Hermann. Erinnerungen an Alt-Estland[2].

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bekannteste Fußballverein der Region ist Paide Linnameeskond, der in der Ersten Liga (Meistriliiga) antritt. Die Rugbymannschaft namens Paide RFC spielt derzeit in der Ersten Liga Estlands. Das Basketballteam KK7 spielt auch erstklassig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://de.wikisource.org/wiki/Topographia_Electoratus_Brandenburgici_et_Ducatus_Pomeraniae:_Weissenstein
  2. Monika Hunnius: Mein Onkel Hermann (Gutenberg-de)