Paisleymuster

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Paisleymuster auf Seide gedruckt

Paisley oder Paisleymuster, in den USA auch unter dem Namen persian pickles bekannt, ist die Bezeichnung für ein abstraktes, dekoratives Stoffmuster, das in seiner Grundform ein Blatt mit einem spitz zulaufenden, gebogenen Ende, in der Art eines großen Kommas, darstellt.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name ist auf die schottische Stadt Paisley in der Region Strathclyde in der Nähe von Glasgow zurückzuführen. Paisley war im 19. Jahrhundert ein bedeutendes Textilverarbeitungszentrum. Der Ursprung des Musters ist auf ein florales Motiv (Boteh-Muster) aus dem persischen Sassanidenreich zurückzuführen, das über die Moguln nach Indien gelangte. Britische Soldaten brachten bei der Rückkehr aus der Kolonie Indien Cashmere-Schals mit Paisleymotiv nach Großbritannien. Bekanntheit und Verbreitung erlangte das Muster, als es der 15. Lord of Hay of Newhall, Paul Hay, in den Tartan seines Clans übernahm. Das Muster erreichte ihn um 1860 über seinen Cousin Sir William Hay, einen hochdekorierten Offizier der British Indian Army.

Königin Victoria fand Gefallen an mit Paisleymuster bestickten Tüchern aus Indien und kreierte damit einen Modetrend. Da sich die wenigsten das aus kostbaren Materialien hergestellte Original leisten konnten, produzierten geschäftstüchtige schottische Weber Paisley-Schals wesentlich billiger auf Jacquard-Webstühlen aus heimischer Wolle. Traditionell ist das Muster in verschiedenen Rot-Tönen ausgeführt. Inzwischen kommen Paisleys in allen möglichen Farben vor. Sie sind nach wie vor beliebt und werden bei Krawatten, Schals, Sofakissen, Polsterstoffen und anderen Heimtextilien verwendet. Heute wird das Muster nicht mehr gestickt, sondern vorwiegend gewebt oder gedruckt.

Paisley von Hawes & Curtis

Eine Renaissance erlebte das Motiv im Rahmen der Hippiebewegung. In jüngerer Zeit finden sich Paisleymuster in den Kollektionen von Burberry, D&G, Gucci und Etro.[1]

Amerikanische Jugendgangs, wie die Bloods und Crips in Los Angeles, tragen oft ein Bandana mit Paisleymuster in verschiedenen Farben als Erkennungszeichen.

Mehrere hundert Muster auf Decken und Tüchern sowie traditionelle Webstühle sind im Paisley Museum & Art Gallery in der Highstreet in Paisley ausgestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joost Elffers (Hrsg.): Paisley-Muster des 19. Jahrhunderts aus Schottland und Frankreich. DuMont, Köln 1989, ISBN 3-7701-2294-1.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Milan Fashion Week: Pretty in Paisley Floods the Gucci, D&G and Burberry Prorsum Runways (2008)