Paitzdorf

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Paitzdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Paitzdorf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 51′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Verwaltungs­gemeinschaft: Wünschendorf/Elster
Höhe: 275 m ü. NHN
Fläche: 8,67 km2
Einwohner: 422 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07580
Vorwahl: 036602
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 055
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Paitzdorf 60
07580 Paitzdorf
Webpräsenz: www.vg-wuenschendorf-elster.de
Bürgermeister: Jörg Trillitzsch
Lage der Gemeinde Paitzdorf im Landkreis Greiz
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Über dieses Bild

Paitzdorf ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Greiz. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf/Elster.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Paitzdorf liegt etwa 15 km östlich von Gera im Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet. Nordöstlich des Kerndorfes lag der Bergbaubetrieb Paitzdorf der SDAG Wismut. Durch das Gemeindegebiet fließt die Westliche Sprotte, die zwischen Posterstein und Nöbdenitz in die Mannichswalder Sprotte mündet. Die höchsten Erhebungen im Gemeindegebiet sind 317 Meter hoch. Die nächste Stadt ist Ronneburg, 3 km nordwestlich gelegen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden ist die Stadt Ronneburg und Rückersdorf im Landkreis Greiz sowie Heukewalde und Posterstein im Landkreis Altenburger Land.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Mennsdorf, der am 1. Juli 1950 eingegliedert wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. April 1290 wurde Paitzdorf erstmals urkundlich erwähnt. Patronatsrechtlich wurde die Kirche des Dorfes 1302 durch Heinrich I., Vogt von Plauen dem Kloster Cronschwitz zugewiesen. Auch lehensrechtlich ist das Dorf bis zur Reformation diesem Kloster sowie dem Kloster Mildenfurth verpflichtet. 1527 wird das Lehen dem kursächsischen Rat Anarg von Wildenfels erblich unterstellt.[2] 1838 verließen etwa 40 Paitzdorfer aus religiösen Gründen als Altlutheraner ihre Heimat und wanderten nach Amerika aus. Dort gründeten sie gemeinsam mit den sächsischen Auswanderern am Mississippi River die Orte Altenburg, Frohna, Wittenberg, Dresden und Paitzdorf, das heutige Uniontown.

Bis 1918 gehörte das Dorf zu Sachsen-Altenburg und war seit 1900 dem Landratsamt Ronneburg zugehörig.[3] 1922 ging es an den Landkreis Gera.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Mennsdorf eingegliedert.

1952 gehörte Paitzdorf kurzzeitig zum Kreis Schmölln, ging aber noch im selben Jahr an den Kreis Gera-Land.

1963 wurde die 1792 erbaute Paitzdorfer Windmühle abgerissen.

1969 wurden drei Glocken d’, a’, c’ aufgezogen und am Buß- und Bettag neu geweiht. Sie waren 1959 von Schilling, Apolda für Culmitzsch gegossen worden, doch dieser Ort musste inzwischen dem Uranabbau weichen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1910 lebten in Paitzdorf 414 und in Mennsdorf 191 Einwohner.[3] 1933 zählte Paitzdorf 380 und Mennsdorf 193 Einwohner. 1939 lagen die Einwohnerzahlen jeweils bei 370 und 203.

Entwicklung der Einwohnerzahl seit 1994 (Stand jeweils 31. Dezember):

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • Freiwillige Feuerwehr Paitzdorf / Freie Wählergemeinschaft – 5 Sitze (91,4 %)
  • CDU / Gemeinschaft christlicher Bürger – 1 Sitz (8,6 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 69,3 % und damit um 5,2 %p höher als 2009.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 erhielt Eberhard Große 99,3 % aller gültigen Stimmen. Bei der Bürgermeisterwahl 1999, bei der zunächst eine Stichwahl erforderlich war, wurde er mit 85,3 % der Stimmen im Amt bestätigt. 2004 wurde Jörg Trillitzsch mit 71,2 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt und 2010 mit 93,1 % der Stimmen im Amt bestätigt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Der BSV Paitzdorf spielt in der 1. Fußball-Kreisklasse im Landkreis Greiz.[5] Die Fußball-Nachwuchsmannschaft existiert seit 2006 im aktiven Spielbetrieb.

Der BSV Paitzdorf unterhält des Weiteren eine Sektion Bogenschießen, welche im Jahre 2017 zwei Deutsche Meister hervorbrachte: Linda Charlotte Mentzel (Jagdbogen, weiblich U17, DM Halle in Schwedt) und Michael Hofmann (Compound, Herren, DM Wald in Hornburg). Zweimal im Jahr veranstalten die Paitzdorfer Bogenschützen ein eigenes Bogenturnier.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten der Gemeinde verläuft die Landesstraße L 1081 von der Bundesstraße 7 und der Anschlussstelle Ronneburg der A 4 nach Seelingstädt-Chursdorf zur B 175, ohne die bebauten Ortskerne zu berühren. Die eigentlichen Dörfer werden über Verbindungsstraßen mit Rückersdorf, Reust, dem Gewerbegebiet an der L 1081 (vormals Paitzdorfer Straße nach Ronneburg), Stolzenberg, Posterstein und Heukewalde erschlossen. das Busunternehmen Piehler fährt mit der Linie 212 Gera–Friedmannsdorf beide Ortsteile an Werktagen an. Die nächste Bahnstation ist in Ronneburg, wo Regional-Express-Verbindungen nach Zwickau, Altenburg und ErfurtGöttingen bestehen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1954 bis 1990 wurde mit Schachteingang Paitzdorf ein eigener sogenannter Bergbaubetrieb (BB) Paitzdorf unterhalten. Die unter anderem daraus resultierenden Abraumhalden waren bis 2005 von Weitem zu sehen. Beginnend im Januar 2006 wurden die Paitzdorfer Halden des Uranbergbaus der Wismut GmbH in Richtung des alten Urantagebaus Lichtenberg umgelagert. Diese Großprojekt wurde zur Bundesgartenschau 2007 fertiggestellt.

Je ein Unternehmen für Dämmstofferzeugnisse und Abfallbeseitigung firmieren auf dem Gebiet des ehemaligen BB Paitzdorf. Im Ort befinden sich mehrere Kleinbetriebe.

Breitbandinternetversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2010 wurde in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus Grimma begonnen, in Paitzdorf eine Internetversorgung mit WLAN-Technik aufzubauen. Trotz der ländlichen Lage stehen dadurch Übertragungsraten von bis zu 10 Mbit/s zur Verfügung.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

die Kindertagesstätte

In Paitzdorf betreibt die Arbeiterwohlfahrt eine Kindertagesstätte („Paitzdorfer Strolche“). Derzeit werden dort 41 Kinder betreut (Inklusive Hortbetrieb). Die für die Verwaltungsgemeinschaft „Ländereck“ zuständige Grundschule befindet sich in Rückersdorf. Die für Paitzdorf zugeordnete Regelschule befindet sich in Seelingstädt, das ortsangebundenen Gymnasium ist das Osterlandgymnasium Gera.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paitzdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Helmut Thurm: Das Dominikaner-Nonnenkloster Cronschwitz bei Weida Verlag von Gustav Fischer in Jena 1942
  3. a b Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 - Herzogtum Sachsen-Altenburg - Landratsamt Ronneburg. Abgerufen am 24. September 2012.
  4. Kommunalwahlergebnis 2014
  5. KFA Ostthüringen: 1. Kreisklasse Männer (Staffel B). Abgerufen am 10. Juni 2017.
  6. Drahtlos-DSL GmbH Mittelsachsen: Breitbandverfügbarkeit Drahtlos-DSL. Abgerufen am 10. Juni 2017.