Paktika

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Paktika
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Basisdaten
Staat Afghanistan
Hauptstadt SharanVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 19.482,4 km²
Einwohner 413.800 (2010/11)
Dichte 21 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AF-PKA
Bezirke in der Provinz Paktika
Bezirke in der Provinz Paktika

32.568.8Koordinaten: 32° 30′ N, 68° 48′ O

Paktika (Dari und paschtunisch ‏پکتیکا‎) ist eine von 34 Provinzen (velayat) Afghanistans.

Geographie[Bearbeiten]

Paktika liegt im Südosten Afghanistans. Nachbarprovinzen sind Zabul, Ghazni, Paktia und Khost (im Uhrzeigersinn, beginnend im Südwesten). Im Osten und Süden grenzt Paktika an Pakistans Regionen Nord- und Süd-Wasiristan. Hauptstadt Paktikas ist Sharan, im Norden der Provinz, mit etwa 48.600 Einwohnern. Etwa die Hälfte Paktikas ist Bergland.[1]

Paktika teilt sich in 19 Bezirke:[1]

Distrikt Anzahl
der Männer
Anzahl
der Frauen
Gesamtbevölkerung
Barmal 17.400 16.400 33.800
Dila (Dila Wa Khushamand) 12.600 11.900 24.500
Gayan (Giyan) 17.400 16.500 33.900
Gomal 3.900 3.700 7.600
Jani Khelo 12.000 11.300 23.300
Mata Khan 12.400 11.800 24.200
Nika 6.300 5.800 12.100
Omna 6.100 5.700 11.800
Sar Hawza (Sar Rawza) 11.500 11.000 22.500
Sarobi (Surubi) 6.200 5.900 12.100
Sharan (Paktika Center) 24.900 23.700 48.600
Turwo 1.000 1.000 2.000
Urgun (Urgoon) 27.500 26.200 53.700
Waza Khwa (Wazakhwah) 11.500 11.000 22.500
Wor Mamay (Wormamay) 1.700 1.700 3.400
Yaha Khel 8.700 8.200 16.900
Yosuf Khel 6.700 6.400 13.100
Zarghun Shahr 14.900 14.200 29.100
Ziruk 9.600 9.100 18.700
Gesamt 212.300 201.500 413.800

Einwohner[Bearbeiten]

Paktika hat 413.800 Einwohner in 59.114 Haushalten. 51 % sind Männer, 49 % Frauen. 99 % der Bevölkerung lebt im ländlichen Raum. 96 % spricht als Muttersprache Paschtu. In fünf Dörfern mit 15.000 Einwohnern spricht man Usbekisch, in vier weiteren Dörfern mit insgesamt 5000 Einwohnern werden weitere Sprachen gesprochen. Außerdem gibt es Kutschis, eine nomadische Bevölkerung, deren Zahl in der Provinz je nach Jahreszeit schwankt. Im Winter leben 51.074 Kutschis in Paktika, im Sommer nur noch 6.117.[1] Die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung sind Sunniten.

Geschichte[Bearbeiten]

Paktika war in früheren Zeiten ein Teil der größeren Provinz Paktia, welche die heutigen Provinzen Paktika, Paktia und Khost umfasste. Noch heute wird dieses Gebiet mit dem (inoffiziellen) Namen Loya Paktia bezeichnet. Zur Zeit der sowjetischen Besatzung und der nachfolgenden Zeit der Bürgerkriege war dieses Gebiet schwer umkämpft.

Am 27. März 2011 sprengte sich ein Selbstmordattentäter in Paktika in die Luft. Er attackierte mit einem Auto das Gebäude einer Baufirma und zündete dann die Sprengsätze. Es gab 15 Tote.[2]

Am 1. Mai 2011 sprengte sich ein Zwölfjähriger auf einem Marktplatz selbst und tötete vier Menschen. Er galt als einer der jüngsten Attentäter in Afghanistan.[3]

Politik und Wirtschaft[Bearbeiten]

Bedingt durch die abgelegene Lage der Provinz an der Grenze zu Pakistan sowie die langen Zeiten des Bürgerkrieges gibt es in Paktika einen erheblichen Mangel an Infrastrukturen. Verglichen mit anderen afghanischen Regionen, wie zum Beispiel Zabul und Khost machte der Wiederaufbau nach dem Fall der Taliban in Paktika bislang nur langsame Fortschritte. Dies wird ebenfalls auf die abgelegene Lage der Provinz, aber auch auf wiederholte Anschläge auf Aufbauhelfer zurückgeführt. Der derzeitige Gouverneur der Provinz ist seit April 2010 Mohibullah Samim. Im Jahre 2006 wurde Muhammad Ali Jalali, einer seiner Vorgänger, zum Opfer eines Anschlages der Taliban, während er sich in der Provinz Ghazni aufhielt.

2008 hatten nur 85 % der Einwohner Paktikas Trinkwasser in ihrem Heimatort, 6 % der Haushalte verfügen über Elektrizität, meist von hauseigenen Generatoren. Nur 33 % der Straßen sind ganzjährig für Autos befahrbar.[1]

65 % der Haushalte in der Provinz leben von der Landwirtschaft, wobei 66 % der Haushalte auf dem Land über eigenes Land verfügen. 39 % halten Nutztiere. Durch Handel und Dienstleistungen verdienen 5 % der Haushalte ein Einkommen, 1 % durch Handwerk (Teppich- und Schmuckherstellung) und 1 % produziert Opium.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paktika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Ministry of Rural Rehabilitation and Development - National Area Based Development Program: Paktika Provincial Profile, abgerufen am 7. Juli 2015.
  2. 15 Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan. In: ORF. 28. März 2011, abgerufen am 28. März 2011 (deutsch).
  3. Willi Germund: Kind sprengt sich in die Luft. In: Frankfurter Rundschau. 1. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011 (deutsch).