Palácio Nacional de Mafra

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Der Klosterpalast

Der Palácio Nacional de Mafra, zu deutsch Nationalpalast von Mafra, ist die größte Schloss- und Klosteranlage Portugals. Der Bau wurde von dem schwäbischen Architekten Johann Friedrich Ludwig geplant und zwischen 1717 und 1730 in 13-jähriger Bauzeit unter der Regentschaft Johanns V. im Stile des Barock errichtet. Die Anlage ist die größte Schloss- und Klosteranlage Portugals, in der ein beträchtlicher Teil des Goldes beim Baus aus der damaligen reichen Kolonie Brasilien verwendet wurde. Er befindet sich in der Gemeinde Mafra, etwa 50 Kilometer nördlich von Lissabon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1147 wurde das kleine Dorf Marfa vom König Afonso Henriques von den Mauren erobert und 1189 vom König Sancho I. dem Bischof von Silves vermacht.[1]

König Johann V., dessen Ehe mit Königin Maria Anna von Österreich nach drei Jahren noch immer kinderlos war, gelobte, falls ihm seine Gemahlin einen Thronfolger schenkt, ein Kloster zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua zu stiften. Somit wurde nach der Geburt seiner ersten Tochter Maria Pia mit dem Bau begonnen. An ihm waren bis zu 45.000 Arbeiter sowie 7.000 Soldaten beteiligt.[1]

Es sollte ursprünglich für 13 Kapuziner bestimmt sein. Die Einnahmen durch Gold aus Brasilien ermöglichten aber ein weitaus aufwendigeres Bauwerk für 330 Mönche. Der Architekt orientierte sich an Pietro Bernini, Francesco Borromini und Carlo Fontana. Die Bauarbeiten wurden nach der Einweihung des Palastes bis 1755 fortgesetzt.[2]

Im Jahre 1910 floh von hier der letzte portugiesische König D. Manuel II. samt Hofstaat Richtung Ericeira und von dort aus nach Brasilien ins Exil.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliothek

Die Fassade ist 220 m lang, der Palast hat rund 38.000 m², 1200 Räume und allein 156 Treppenhäuser. Es gibt zwei Glockenspiele à 48 Glocken aus Antwerpen und in der Kirche sind sechs Orgeln. Die zentral gelegene Kirche trägt den Titel einer Basilica minor.[3] Die Bibliothek umfasst 40.000 Bände aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Hinter der Palastbibliothek befindet sich der weitläufige Botanische Garten. Im nördlichen Bereich erstreckt sich der Park Tapada Nacional de Mafra mit einer Größe von 819 Hektar.[2]

Die Bauarbeiten des Schlosses wurden durch den portugiesischen Literaturnobelpreisträger José Saramago in seinem Roman Das Memorial (1982) aus der Sicht des einfachen Volkes dargestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Margarida Montenegro: Palácio nacional de Mafra. Colares Ed., Sintra 1995, ISBN 972-809943-6, (Património).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Mafra. Abgerufen am 26. Mai 2018.
  2. a b Nationalpalast von Mafra. In: www.portugal360.de. Abgerufen am 26. Mai 2018.
  3. Basílica de Santo António auf gcatholic.org

Koordinaten: 38° 56′ 12″ N, 9° 19′ 35″ W