Palais und Barocksaal (Rostock)

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Barocksaal und Palais (2007)

Das Palais und der Barocksaal bilden ein Gebäudeensemble am Universitätsplatz in Rostock. Das Palais wurde im 18. Jahrhundert für die Unterbringung des mecklenburgischen Herzogs für die Zeit seines Aufenthalts in Rostock errichtet. Der Barocksaal ist eine später angefügte Ergänzung und wurde als Theater und Festsaal genutzt. Heute hat im Erdgeschoss die Touristeninformation ihren Sitz und der Saal wird wieder als Fest- und Kammermusiksaal genutzt.

Palais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges herzogliches Palais Rostock

Das ehemalige herzogliche Palais ist ein schlichtes barockes dreigeschossiges Gebäude. Es wurde 1714 von Leonhard Christoph Sturm unter Verwendung älterer Bauteile im Auftrag des Herzogs von Mecklenburg Carl Leopold als Residenz für Aufenthalte in Rostock errichtet. Im Erdgeschoss und in den Obergeschossen sind noch Stuckdecken erhalten, die teils aus dem Vorgängerbau, teils auch aus dem Baujahr 1714 stammen.[1]

Nach dendrochronologischer Datierung wurde das Palais in den Jahren 1832–34 zusammen mit dem anschließenden Saalgebäude durch Carl Theodor Severin klassizistisch überformt. Das Palais wird von der Universität genutzt. Im tonnengewölbten Keller, der vom Vorgängerbau übernommen wurde, befindet sich der Club Studentenkeller Rostock.

Für das Jahr 2018 ist die Restaurierung des Grünen Saals von 1620, der demnach zu einem älteren Seitenflügel des Palais an der Schwaanschen Straße gehört, vorgesehen. Dabei soll unter anderem der originale rautenförmig gemusterte Parkettboden freigelegt und die Raumfarbigkeit annähernd wiederhergestellt werden.[2]

Barocksaal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barocksaal Innenansicht

An das Palais schließt sich das jüngere ehemalige herzogliche Hoftheater an, das heute allgemein als Barocksaal bekannt ist. Es wurde 1747–1751 als zweigeschossiger siebenachsiger Bau von Jean Laurent Legeay auf Wunsch des Kunst liebenden Herzogs Christian Ludwig errichtet. Ein besonderes Merkmal dabei ist das Balkongitter mit dem Stierkopf als mecklenburgischem Wappentier im Obergeschoss. Die Durchfahrt unter dem Gebäude für die Schwaansche Straße wurde erst 1910 angelegt. Im Erdgeschoss des Gebäudes ist die Touristeninformation Rostock untergebracht.

Der Barocksaal im Obergeschoss wird von der Hansestadt Rostock häufig für Konzerte, Empfänge und Inszenierungen des Theaters, aber auch Lesungen und Tagungen vermietet. Der Saal hat ein hölzernes Spiegelgewölbe, die Wandgliederung wird durch Fensternischen mit teils frei hängenden geschnitzten Feston-Girlanden bestimmt[1]. Zwischen den Fenstern befinden sich Fürstenbildnisse aus der Bauzeit. Der Barocksaal wurde zwischen 1963 und 1968 restauriert und von 2007 bis 2010 auf den heutigen technischen Stand gebracht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2016, ISBN 978-3-422-03128-9, S. 522–523.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gerd Baier, Horst Ende, Brigitte Oltmanns: Die Bau- und Kunstdenkmale in der mecklenburgischen Küstenregion. Henschel Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-362-00523-3, S. 357.
  2. Informationen zur geplanten Wiederherstellung auf den Seiten des Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern. Abgerufen am 20. März 2018.

Koordinaten: 54° 5′ 16,7″ N, 12° 8′ 6,1″ O