Palanga

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt einen Badeort in Litauen. Zu zwei gleichnamigen Dörfern in Rumänien siehe Palanga (Argeș) bzw. Palanga (Vâlcea).
Palanga
Wappen
Wappen
Staat: Litauen Litauen
Bezirk: Klaipėda
Koordinaten: 55° 55′ N, 21° 4′ O55.91666666666721.066666666667Koordinaten: 55° 55′ N, 21° 4′ O
Fläche (Ort): 79 km²
 
Einwohner (Ort): 17.574 (2009)
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Zeitzone: EET (UTC+2)
Telefonvorwahl: (+370) 460
Postleitzahl: 00136
Kfz-Kennzeichen: L
 
Status: selbstverwalt. Kurort
 
Bürgermeister: Vytautas Stalmokas
Webpräsenz:
Palanga (Litauen)
Palanga
Palanga

Palanga anhören?/i (altkurisch pa-langa: beim Sumpfloch; deutsch Polangen, polnisch Połąga) ist ein Seebad in der südkurischen Landschaft Megowe in Litauen an der Ostsee rund 20 km nördlich der Bezirkshauptstadt Klaipėda (dt. Memel) und etwa 300 km nordwestlich der litauischen Hauptstadt Vilnius. In nördlicher Richtung sind es weniger als 20 km bis zur lettischen Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort kam 1253 zum Deutschen Orden. 1435 eroberten die Litauer das Gebiet. Palanga wurde Zentrum einer Starostei und bot über Jahrhunderte den einzigen litauischen Zugang zur Ostsee. Der Hafen wurde im heutigen Gemeindeteil Šventoji angelegt. Die Schweden erzielten 1705 während des Großen Nordischen Krieges hier einen Sieg. 1819 kam Palanga innerhalb des russischen Reiches zum Gouvernement Kurland. Beim polnischen Aufstand 1831 wurde der Ort teilweise niedergebrannt. Nach der Entstehung der baltischen Staaten wurde Palanga 1920 im Zuge eines Grenzausgleichs mit Lettland an Litauen zurückgegeben.

Verwaltungsgliederung/Geografie[Bearbeiten]

Palanga hat den Status einer eigenen Selbstverwaltungsgemeinde im Bezirk Klaipėda

Die Verwaltungsstruktur der Stadtgemeinde ist asymmetrisch: Während die Stadt Palanga direkt von der Gemeinde verwaltet wird, unterstehen das touristisch geprägte Šventoji und der Ort Būtingė der Seniunija („Amtsbezirk“) Šventoji. Der Ort Šventoji hat eine lange, durch vorzeitliche Funde belegte Geschichte. In Būtingė wird ein Ölverladeterminal betrieben.

Kultur[Bearbeiten]

2013 ist Palanga die Kulturhauptstadt Litauens.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Palanga gehört neben Neringa zu den Zentren des litauischen Fremdenverkehrs – mit Hotels, Campingplätzen, einer langen Strandpromenade mit Seebrücke und einem Flughafen. Bis 2005 gab es täglich eine Verbindung zwischen Hamburg und Palanga, die von Air Lithuania betrieben wurde. Air Lithuania meldete im November 2005 Insolvenz an. Es gibt Verbindungen nach Frankfurt am Main, Berlin, Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Malmö etc.

Ortsteil Nimmersatt[Bearbeiten]

Der im südlichen Stadtgebiet gelegene Ortsteil Nemirseta (nemir-sata: sumpfige Siedlung, deutsch: Nimmersatt) gehörte bis 1919 zur preußischen Provinz Ostpreußen und war bis dahin als selbständige Gemeinde der nördlichste Ort des Deutschen Reiches. Hieraus rührt der Reim „Nimmersatt, wo das Reich sein Ende hat“. Nimmersatt lag zu preußisch-deutschen Zeiten an der Nordspitze eines ostpreußischen Landzipfels, der im Westen von der Ostsee und im Osten und Norden von Russland umgeben war. Hier verlief bis 1918 die damalige deutsch-russische Grenze. Von dem seinerzeit bestehenden Grenzübergang zur Stadt Palanga, die zu Russland gehörte, ist das ehemalige Zollhaus erhalten. Zum 1920 von Deutschland abgetrennten Memelland gehörig, wurde Nimmersatt 1923 mit diesem von Litauen annektiert, und 1939 wieder an Deutschland zurückgegeben. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gehört Nimmersatt wieder zu Litauen und wurde später nach Palanga eingemeindet.

Justiz[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.