Palantir Technologies

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Palantir Technologies
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Rechtsform Privatunternehmen
Gründung 2004
Sitz Palo Alto, Kalifornien
Leitung Alex Karp (CEO)
Mitarbeiter 1.500 (Stand Mai 2014)
Website www.palantir.com

Palantir Technologies, Inc. ist ein privat geführter US-amerikanischer Anbieter von Software und Dienstleistungen, der sich auf die Analyse großer Datenmengen (Big Data) spezialisiert. Zu den ersten Kunden des 2004 gegründeten Unternehmens gehörten Bundesbehörden der Nachrichtendienstgemeinschaft der Vereinigten Staaten (USIC). Seitdem hat Palantir seinen Kundenstamm unter staatlichen und lokalen Behörden vergrößert und ist außerdem für Wirtschaftsunternehmen in der Finanz- und Pharmabranche tätig.[1] Das Unternehmen ist besonders für zwei Software-Projekte bekannt: Palantir Gotham wird von Anti-Terror-Analysten in Behörden der USIC und dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten, von Betrugsermittlern des Recovery Accountability and Transparency Board und von Cyber-Analysten des Information Warfare Monitor (verantwortlich für die Ermittlungen von GhostNet und dem Shadow Network) verwendet. Palantir Metropolis findet Verwendung bei Hedgefonds, Banken und Finanzdienstleistern.[2][3]

Geschäftsführer (CEO) Alex Karp erklärte 2013, dass das Unternehmen nicht plane, an die Börse zu gehen, da ein Börsengang "das Führen eines Unternehmens, wie es das unsere ist, sehr schwierig gestalten würde".[4] Zu Beginn des Jahres 2014 wurde Palantir laut Forbes mit 9 Milliarden U.S.-Dollar bewertet. Die Zeitschrift erläuterte daraufhin, diese Bewertung mache das Unternehmen zu "einer der wertvollsten privat geführten Technologie-Firmen des Silicon Valley".[4] Im Dezember 2014 hatte das Unternehmen nach wie vor diverse private Investoren, unter ihnen Kenneth Langone und Stanley Druckenmiller, In-Q-Tel von der CIA, Tiger Global Management und Founders Fund. Im Dezember 2014 war Peter Thiel Palantirs größter Anteilseigner[4]. Im Januar 2015 wurde das Unternehmen nach einer nicht-öffentlichen Kapitalbeschaffungsrunde im Wert von 50 Millionen US-Dollar, die im November 2014 stattfand, mit 15 Milliarden U.S.-Dollar bewertet.[5]

Die US-Regierung verklagte Palantir 2016 in Folge einer Überprüfung durch das US-Arbeitsministerium. Das Arbeitsministerium war der Ansicht, das Unternehmen diskriminiere systematisch asiatische Bewerber.[6] Laut der Klage ließ Palantir asiatische Bewerber im Verlauf des Bewerbungsprozesses "routinemäßig ausscheiden", selbst wenn diese "über eine gleichwertige Qualifikation wie weiße Bewerber" verfügten.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003–2009: Gründung und frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vier der fünf Gründer waren früher bei PayPal tätig. Gründer und Chairman Peter Thiel ist der größte Anteilseigner mit Stand von 2014.

Obwohl offiziell im Mai 2003 inkorporiert[1], wird allgemein angenommen, Palantir sei erst im Jahr 2004 von Peter Thiel, Alex Karp[8], Joe Lonsdale, Stephen Cohen[9] und Nathan Gettings gegründet worden. Frühe Investitionen kamen von In-Q-Tel, dem Wagniskapital-Zweig der U.S.-Amerikanischen Central Intelligence Agency, in Höhe von 2 Millionen U.S.-Dollar und in Höhe von 30 Millionen U.S.-Dollar von Thiel und seiner Firma Founders Fund[2][3][10][11]. Alex Karp ist Palantirs Geschäftsführer (CEO)[8]. Palantirs Name kommt von den "Sehenden Steinen" in J. R. R. Tolkiens Fantasy-Büchern Der Herr der Ringe und Das Silmarillion. Neben seinem Hauptsitz in Palo Alto, Kalifornien, hat das Unternehmen zehn internationale Niederlassungen sowie fünf Büros in den USA[12].

Palantirs Technologie wurde in durch In-Q-Tel ermöglichten Pilotprojekten über drei Jahre hinweg von Informatikern und Geheimdienst-Analysten entwickelt[13]. Das Software-Konzept basiert auf einer bei PayPal kreierten Technologie zum Feststellen von Betrugsaktivitäten, die zu einem großen Teil von russischen Syndikaten aus dem Bereich der organisierten Kriminalität verübt wurden[2]. Das Unternehmen vertrat die Meinung, computerbasierter Einsatz von künstlicher Intelligenz allein sei nicht in der Lage, anpassungsfähige Gegner zu schlagen. Palantirs Gedanke war der Einsatz von Menschen als Analysten, um Daten aus zahlreichen Quellen zu untersuchen - die sogenannte "Erweiterte Intelligenz" (intelligence augmentation)[14].

Durch die Firmengründer wurde nun bekannt, dass Palantir in seinen Anfängen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Finanzmitteln hatte. Laut Karp kritzelte Sequoia Chairman Michael Moritz einmal durch ein ganzes Meeting hindurch auf seinem Notizblock herum. Ein leitender Mitarbeiter von Kleiner Perkins belehrte die Palantir-Gründer über anderthalb Stunden hinweg darüber, dass ihre Firma unvermeidlich zum Scheitern verurteilt sei.

2010: GhostNet und Shadow Network[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantirs Partner Information Warfare Monitor verwendete Palantirs Software, um sowohl das GhostNet als auch das Shadow Network aufzudecken. Das GhostNet war ein chinesisches Cyber-Spionagenetzwerk, das Angriffe auf 1.295 Computer in 103 Ländern verübte, darunter das Büro des Dalai Lama, einen NATO-Computer und Botschaften[15]. Das Shadow Network war ebenfalls eine chinesische Spionage-Operation, die sich in den indischen Sicherheits- und Verteidigungsapparat hackte. Cyber-Spione stahlen Dokumente aus den Bereichen indische Sicherheit, Botschaften im Ausland und NATO-Truppenaktivitäten in Afghanistan[15][16].

2010–2012: Expansion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2010 kündigte Palantir eine Partnerschaft mit Thomson Reuters an, um das Palantir Metropolis-Produkt als QA Studio zu verkaufen[17]. Am 18. Juni 2010 hielten Vizepräsident Joe Biden und der Direktor des Office of Management and Budget, Peter Orszag, eine Pressekonferenz im Weißen Haus ab, bei der sie Erfolge des Gremiums für Transparenz und Rechenschaft (Recovery Accountability and Transparency Board (RATB)) bei der Betrugsbekämpfung vermeldeten. Biden schrieb den Erfolg Palantirs Software zu, die von der U.S.-Bundesregierung eingesetzt worden war[18]. Er kündigte an, dass die Software auch bei anderen Regierungsbehörden eingesetzt werden solle, und zwar zu Beginn bei Medicare und Medicaid[19][20][21].

Nach Schätzungen betrugen Palantirs Einnahmen im Jahr 2011 rund 250 Millionen U.S.-Dollar[22].

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"[Im Jahr 2013] setzten die US-Spionage-Behörden Palantir ein, um Datenbanken abteilungsübergreifend zu verbinden. Davor waren die meisten der von CIA und FBI verwendeten Datenbanken voneinander getrennt, was die Nutzer zwang, jede Datenbank einzeln zu durchsuchen. Jetzt ist durch Palantir alles miteinander verbunden."
TechCrunch in January 2015[23]

Ein der Publikation TechCrunch zugespieltes Dokument enthüllte, dass 2013 mindestens zwölf Gruppierungen innerhalb der U.S.-Regierung zu Palantirs Kunden gehörten, unter ihnen die CIA, DHS, NSA, FBI, CDC, das Marine Corps, die Air Force, das Kommando für Spezialoperationen (Special Operations Command), die Militärakademie West Point, die Gemeinsame Organisation zur Bekämpfung unkonventioneller Sprengkörper (Joint Improvised Explosive Device Defeat Organization) und deren Partner, der Ausschuss für Einnahmen-Rechenschaftslegung und Transparenz (Recovery Accountability and Transparency Board) und das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (National Center for Missing and Exploited Children). Die U.S. Army verwendete jedoch weiterhin ihr eigenes Analyse-Tool[23]. Ebenfalls laut TechCrunch wurden U.S.-Spionage-Behörden wie die CIA und das FBI erstmals durch Palantir-Software verknüpft; deren Datenbanken waren zuvor unverbunden gewesen[23].

In einer im September 2013 bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereichten Meldung enthüllte Palantir eine Finanzmittelbeschaffung in Höhe von mehr als 196 Millionen U.S.-Dollar[5][24]. Schätzungen hielten es für wahrscheinlich, dass das Unternehmen 2014 Verträge im Wert von fast eine Milliarde U.S.-Dollar abschließen würde[25]. CEO Alex Karp verkündete 2013, das Unternehmen verfolge nicht die Absicht, an die Börse zu gehen, da dies das "Führen eines Unternehmens wie des unseren sehr schwierig gestalten würde"[4]. Im Dezember 2013 begann das Unternehmen eine Finanzierungsrunde, bei der ca. 450 Millionen U.S.-Dollar von privaten Investoren bereitgestellt wurden. Dadurch stieg der Wert des Unternehmens laut Forbes auf 9 Milliarden U.S.-Dollar, womit sich Palantir, wie das Magazin weiter ausführte, "unter den wertvollsten privaten Technologie-Unternehmen des Silicon Valley" befindet[4].

2014–2016: Zusätzliche Finanzmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2014 berichtete Forbes, Palantir habe vor, 400 Millionen U.S.-Dollar in einer weiteren Finanzierungsrunde einzuwerben, nachdem die Firma im Monat zuvor entsprechende Unterlagen bei der Securities and Exchange Commission eingereicht hatte. Der Bericht basierte auf Nachforschungen von Wagniskapital-Experten. Forbes gab an, dass Palantirs Finanzmittel bei erfolgreichem Abschluss der Runde eine Höhe von 1,2 Milliarden U.S.-Dollar erreichen könnten[4]. Im Dezember 2014 hatte das Unternehmen weiterhin diverse private Investoren, Kenneth Langone und Stanley Druckenmiller, In-Q-Tel von der CIA, Tiger Global Management und Founders Fund, der eine von Palantirs Chairman Peter Thiel geführte Wagniskapital-Firma ist. Im Dezember 2014 war Thiel Palantirs größter Anteilseigner[4].

Das Unternehmen wurde im November 2014 mit 15 Milliarden U.S.-Dollar bewertet[26]. Im Juni 2015 berichtete BuzzFeed, das Unternehmen sei dabei, bis zu 500 Millionen U.S.-Dollar frisches Kapital einzuwerben und werde mit 20 Milliarden U.S.-Dollar evaluiert[27]. Bis Dezember 2015 wurden 880 Millionen U.S.-Dollar eingeworben; die Bewertung des Unternehmens blieb dennoch bei 20 Milliarden U.S.-Dollar[28]. Im Februar 2016 kaufte Palantir Kimono Labs, ein Start-up, das das Sammeln von Informationen von öffentlichen Websites erleichtert.

Im August 2016 erwarb Palantir das Datenvisualisierungs-Start-up Silk[29].

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir Gotham[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir Gotham (früher bekannt als Palantir Government) integriert strukturierte und unstrukturierte Daten und stellt sowohl Such- und Ermittlungsfunktionen als auch Wissensmanagement und sichere Zusammenarbeit unter verschiedenen Parteien zur Verfügung[30]. Die Palantir-Plattform beinhaltet Datenschutzvorkehrungen, wie sie in rechtlichen Vorgaben wie denen im "9/11 Commission Implementation Act" von 2004 vorgeschrieben sind. Es heißt, Palantirs Datenschutzkontrollen tragen zur gezielten Durchführung von Ermittlungen bei. Dies steht im Gegensatz zu expansiven Data-Mining-Techniken, die Kritik von besorgten Datenschutzrechtlern hervorgerufen hatten. Palantir verfügt über sehr feinkörnige Sicherheits-Tags[3][8].

Palantir betrieb in der Vergangenheit die Seite AnalyzeThe.US,[31] die potentiellen Palantir-Nutzern und deren Filialen erlaubte, Palantir Gotham zu verwenden, um Analysen öffentlich zugänglicher Daten von data.gov, usaspending.gov, der "Open Secrets"-Datenbank des Center for Responsive Politics und Gesundheitsversorgungsdaten von hhs.gov durchzuführen[32].

Palantir Metropolis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir Metropolis (früher bekannt als Palantir Finance) ist eine Software für Datenintegration, Informationsmanagement und quantitative Analysen[33]. Die Software lässt sich auf kommerzielle, geschützte und öffentliche Datensätze anwenden und zeigt Trends, Beziehungen und Anomalien auf, wobei sie auf prädiktive Analytik zurückgreift.

Andere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen war teilweise oder allein für den Entwurf einer Reihe von Business- und Verbraucherprodukten verantwortlich. 2014 zum Beispiel stellte Palantir Insightics vor, das laut dem Wall Street Journal "Kunden-Kaufverhalten und demographische Informationen aus Kreditkarten-Abrechnungen von Händlern extrahiert". Es wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen First Data entwickelt, das über Kreditdaten verfügt[34].

Kunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Private, zivile Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir Metropolis wird von Hedgefunds, Banken und Finanzdienstleistern verwendet[2][3][15][35].

Palantirs Partner Information Warfare Monitor verwendete Palantirs Software, um sowohl das GhostNet als auch das Shadow Network zu enttarnen[15][16].

Zivile Institutionen in den USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantirs Software wird vom Gremium für Transparenz und Rechenschaft (Recovery Accountability and Transparency Board) verwendet, um Betrug und Missbrauch des Amerikanischen Aufschwungs- und Reinvestitionsgesetzes von 2009 (American Recovery and Reinvestment Act) aufzudecken und Ermittlungen anstellen zu können. Besonders die Zentrale für die Umsetzung des Gesetzes (Recovery Operations Center (ROC)) nutzte Palantir, um Transaktionsdaten mit Open-Source- sowie privaten Datensätzen zu integrieren, die Informationen über diejenigen Institutionen geben, die staatliche Fördergelder erhalten[21]. Weitere Kunden sind mit Stand von 2013 das Polaris Project, die Centers for Disease Control and Prevention und das National Center for Missing and Exploited Children[23].

U.S. Militär, Geheimdienst und Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir Gotham wird verwendet von Anti-Terrorismus-Analysten in Behörden aus der Nachrichtendienstgemeinschaft der Vereinigten Staaten (USIC) und dem U.S.-Verteidigungsministerium, von Betrugsermittlern des Gremium für Transparenz und Rechenschaft (Recovery Accountability and Transparency Board) und von Cyberanalysten des Information Warfare Monitor (verantwortlich für die Ermittlungen bzgl. GhostNet und Shadow Network).

Weitere Kunden mit Stand von 2013 sind unter anderem DHS, NSA, FBI, CDC, das Marine Corps, die Air Force, das Kommando für Spezialoperationen (Special Operations Command), die Militärakademie West Point, die gemeinsame Organisation zur Bekämpfung unkonventioneller Sprengkörper (Joint IED-defeat) und deren Partner. Während dieser Zeit verwendete die U.S. Army jedoch weiterhin ihr eigenes Analyse-Tool[23]. Und laut TechCrunch "setzten die U.S. Geheimdienste ebenfalls Palantir ein, um Datenbanken abteilungsübergreifend zu verbinden. Davor waren die meisten der von CIA und FBI verwendeten Datenbanken voneinander isoliert, was die Verwender dazu zwang, jede Datenbank einzeln zu durchsuchen. Jetzt ist durch den Einsatz von Palantir alles miteinander verbunden."[23]

U.S. Militär-Nachrichtendienste nutzten Palantir zur Verbesserung ihrer Fähigkeit, Sprengstoffstandorte im Afghanistankrieg vorherzusagen. Eine kleine Anzahl von Fachleuten berichtete, es sei nützlicher als das Programm der U.S. Army, das Distributed Common Ground System (DCGS-A). Der Kalifornische Kongressabgeordnete Duncan D. Hunter beklagte sich 2012 über Behinderungen durch das U.S. Verteidigungsministerium bzgl. des Einsatzes von Palantir in weiterem Umfang[36].

Es wurde auch berichtet, dass Palantir mit mehreren U.S.-Polizeidiensten arbeitet und beispielsweise 2013 einen Vertrag mit dem Nordkalifornischen Regional-Geheimdienstzentrum (Northern California Regional Intelligence Center) eingegangen ist, um die kontrovers diskutierte Kfz-Kennzeichen-Datenbank für Kalifornien zu entwickeln[37].

Palantir Night Live Event[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palantir veranstaltet Palantir Night Live in seinen Niederlassungen in McLean und Palo Alto. Bei dem Event diskutieren Redner aus der Geheimdienst- und der Technologieszene Themen von allgemeinem Interesse. Zu den bisherigen Gästen gehören Garry Kasparov, Nart Villeneuve vom "Information Warfare Monitor", Enterprise 2.0-Autor Andrew McAfee, Gedächtnis-Athlet Nelson Dellis und Michael Chertoff[38].

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WikiLeaks-Affäre (2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angeblich bat die Anwaltskanzlei Hunton & Williams LLP im Jahr 2010 Berico Technologies, Palantir und HBGary Federal um den Entwurf eines Reaktionsplans bzgl. einer "Bedrohung durch WikiLeaks". Anfang 2011 veröffentlichte Anonymous HBGary-interne Dokumente, darunter auch den Plan. Dieser beabsichtigte, dass Palantir-Software als "Grundlage für das Sammeln der Daten, deren Integration und Analyse sowie Produktion dienen" sollte[39]. Der Plan beinhaltete auch angeblich von HBGary-CEO Aaron Barr verfasste Slides, die das "[Verbreiten von] Falschinformation" sowie "die Unterbrechung von Glenn Greenwalds Unterstützung für WikiLeaks" vorschlugen[40].

Palantirs CEO Karp beendete alle Verbindungen zu HBGary und veröffentlichte eine Stellungnahme, in der er sich bei "fortschrittlichen Organisationen... und Greenwald... für jedwedes Engagement" entschuldigte, "das wir in diesem Zusammenhang gehabt haben mögen." Palantir stellte während der Überprüfung durch eine unparteiische Anwaltskanzlei einen Mitarbeiter frei. Der Mitarbeiter, Matthew Steckman, wurde später wieder eingestellt[39].

Diskriminierungsklage (2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. September 2016 reichte das Amt für die ordnungsgemäße Durchführung von Bundesverträgen (Office of Federal Contract Compliance Programs) eine Klage gegen Palantir wegen rassistischer Diskriminierung asiatischer Bewerber ein[41]. Laut der Klage ließ Palantir asiatische Bewerber im Verlauf des Bewerbungsprozesses "routinemäßig ausscheiden", selbst wenn diese "über eine gleichwertige Qualifikation wie weiße Bewerber" verfügten[7]. Die Klage behauptete, Palantir habe 130 Jobbewerbungen geprüft, von denen 73 % von asiatischen Bewerbern stammten, aber letztendlich nur 4 Asiaten und 17 Nicht-Asiaten angestellt. "Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ergebnis zufällig eintrat, liegt bei etwa 1:1 Milliarde", betonte die Klage[7].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b A (Pretty) Complete History of Palantir. In: www.socialcalculations.com. 11. August 2015, abgerufen am 2. November 2016 (engl.).
  2. a b c d How Team of Geeks Cracked Spy Trade. Wall Street Journal, 4. September 2009, abgerufen am 2. November 2016 (engl.).
  3. a b c d A Tech Fix For Illegal Government Snooping? NPR, 13. Juli 2009, abgerufen am 2. November 2016 (engl.).
  4. a b c d e f g Palantir Aiming To Raise $400 Million In New Round. Forbes, 11. Dezember 2014, abgerufen am 2. November 2016 (engl.).
  5. a b "Notice of Exempt Offering of Securities". The United States Securities and Exchange Commission. 27. September 2013, abgerufen am 2. November 2016 (engl.).
  6. U.S. Regulators Accuse Palantir of Bias Against Asians. Fortune, 26. September 2016, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  7. a b c U.S. Government Sues Peter Thiel’s Secretive Big-Data Start-up For Discrimination. Vanity Fair, 27. September 2016, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  8. a b c Charlie Rose. Abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  9. Crunchbase. Abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  10. http://foundersfund.com/portfolio/. Abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  11. Palantir: The Next Billion-Dollar Company Raises $90 Million. TechCrunch, 25. Juni 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  12. www.palantir.com/contact/. Abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  13. Palantir keeps it lean and mean on five-year journey from zero to 150 employees. Venture Beat, 5. Juni 2009, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  14. Ari Gesher: "Friction in Human-Computer Symbiosis: Kasparov on Chess". 8. März 2010.
  15. a b c d PayPal-Based Technology Helped Bust India's And The Dalai Lama's Cyberspies. Forbes, 30. April 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  16. a b Vast Spy System Loots Computers in 103 Countries. New York Times, 28. März 2009, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  17. Thomson Reuters and Palantir Technologies Enter Exclusive Agreement to Create Next-Generation Analytics Platform for Financial Clients. MarketWired / Thomson Reuters, 12. April 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  18. Tim Kauffman: "The new high-tech weapons against fraud". Federal Times. 27. Juni 2010.
  19. Obama administration to create 'do not pay' list to bar shady contractors. USA Today, 18. Juni 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  20. Do Not Pay? Do Read This Post. www.whitehouse.gov, 18. Juni 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  21. a b "6 years ago Companies capitalize on 'open government'". CNN, 1. Juni 2010, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  22. Palantir, the War on Terror's Secret Weapon. Bloomberg, 22. November 2011, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  23. a b c d e f Leaked Palantir Doc Reveals Uses, Specific Functions And Key Clients. TechCrunch, 11. Januar 2015, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  24. Palantir Is Raising $197M In Growth Capital, SEC Filing Shows. TechCrunch, 27. September 2013, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  25. How A 'Deviant' Philosopher Built Palantir, A CIA-Funded Data-Mining Juggernaut. Forbes, 2. September 2013, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  26. Palantir, Valued at $15 Billion, Is Raising More Money. Wall Street Journal, 16. Januar 2015, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  27. Palantir Valued At $20 Billion In New Funding Round. BuzzFeed, 24. Juni 2015, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  28. Palantir Has Raised $880 Million At A $20 Billion Valuation. TechCrunch, 23. Dezember 2015, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  29. Palantir acquires data visualization startup Silk. ZDNet, 10. August 2016, abgerufen am 3. November 2016 (engl.).
  30. www.palantir.com/palantir-gotham. Abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  31. Newton Lee: Facebook Nation. Springer, 2014, ISBN 978-1-493-91740-2, S. 204 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  32. Palantir Technologies to Showcase Analysis at the Community Health Data Initiative Forum: Harnessing the Power of Information to. http://www.fiercehealthcare.com, 2. Juni 2010, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  33. www.palantir.com/palantir-metropolis. Abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  34. First Data Reports First Quarterly Profit in More Than Seven Years. Wall Street Journal, 10. Februar 2015, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  35. A Human Driven Data-centric Approach to Accountability: Analyzing Data to Prevent Fraud, Waste and Abuse in Stimulus Spending. http://www.gov2expo.com, 26. Mai 2010, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  36. Military has to fight to purchase lauded IED buster. The Washington Times, 16. Juli 2012, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  37. Palantir is helping California police develop controversial license plate database. The Verge, 29. Juni 2013, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  38. Society 2.0: Tenet, Chertoff and Beer, Oh My! Washington Life, 9. April 2010, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  39. a b Killer App. Washingtonian, 31. Januar 2012, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  40. Firm targeting WikiLeaks cuts ties with HBGary - apologizes to reporter. The Tech Herald, 11. Februar 2011, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).
  41. Klage gegen Palantir. U.S. Department of Labor, 26. September 2016, abgerufen am 4. November 2016 (engl.).